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Ante Rebic (links) drückt den Ball im Mailänder Derby für seinen AC zwar zum 1:0 über die Linie, am Ende aber gewann Inter mit 4:2. afp

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Eintracht: Ex-Spieler treffen - Joveljic gibt Debüt in Belgien

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Die Ex-Frankfurter Ante Rebic und Luka Jovic treffen, nur einer von ihnen darf aber einen Sieg feiern - und Dejan Joveljic gibt in Belgien sein Debüt.

Frankfurt - Wenn Fußballer von ihren Emotionen gepackt werden, machen sie manchmal seltsame Sachen – so auch am Sonntagabend im Mailänder Stadtderby zwischen dem FC Internazionale und dem Associazione Calcio. Da kannte er in der dritten Minute der Nachspielzeit kein Halten mehr, er wollte den finalen Treffer zum 4:2 nur noch gebührend feiern. Zwar nicht mit den Kollegen, auch nicht mit den Fans, aber mit der Eckfahne. Also stürmte er zum Seitenrand, zog sich auf dem Weg das Trikot aus, stülpte es über die unschuldige gelbe Stange und hob sie aus der Verankerung. Seht her, sollte das wohl heißen, hier bin ich, „der neue König der Stadt“, wie er hinterher seine Jubelpose auf Instagram betitelte. Zlatanisiert, allerdings nicht von Zlatan Ibrahimovic persönlich, sondern von dessen selbstbewussten Stürmerpendant im Trikot der Blau-Schwarzen, von Romelu Lukaku.

Eintracht Frankfurt: Rebic verliert Mailand-Derby

Der im August für 76 Millionen Euro von Manchester United zu Inter gewechselte Belgier war einmal mehr bester Mann der Mailänder. Und weil Inter erstmals seit 1949 ein Derby nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch gewann, steht das Team von Trainer Antonio Conte nun an der Spitze der Serie A, zwar punktgleich mit Juventus Turin, aber doch aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem italienischen Abomeister. „Die Saison ist noch lang und die Rivalen zäh“, sagte Conte.

Zäh war an diesem Abend auch das wiedererstarkte Milan, das nach der Winterankunft von Ibrahimovic vorher kein Spiel in diesem Kalenderjahr verloren hatte. Der Schwede hat dem schwächelnden Ensemble sichtbar neues Leben eingehaucht, vor allem auch einem in Deutschland bestens bekannten Mann: Ante Rebic. Der Ende 2019 ausrangierte Ex-Frankfurter trumpft an der Seite des Altstars auf. Auch gegen Inter war Rebic, über dessen Rückholaktion die Eintracht in der Januartransferphase nachgedacht hatte, gut im Spiel und stocherte nach 40 Minuten den Ball zur Führung über die Linie – der vierte Saisontreffer des Kroaten, alle erzielte er in diesem Jahr. „Ante war in der ersten Hälfte bester Mann auf dem Platz“, sagte denn auch Mijat Gacinovic, guter Kumpel aus Frankfurter Tagen. Nur im zweiten Abschnitt habe er, also Rebic, dann wie die gesamte Milan-Truppe nicht mehr glänzen können, fand Gacinovic.

Nachdem Ibrahimovic das 2:0 (45.) erzielt und Inter durch Marcelo Brozovic (51.), Mathias Vecino (53.) sowie Stefan de Vrij (70.) die Partie gedreht hatte, musste sich Rebic das furiose Lukaku-Finale gar von der Ersatzbank aus ansehen. Nichtsdestotrotz zeigt die Formkurve des 26-Jährigen deutlich nach oben, und mit ziemlicher Sicherheit im Sommer zur EM. Um eine Nominierung für diese hatte Rebic ja fürchten müssen, nachdem er so gar keine Rolle mehr spielte ausgangs des Vorjahres.

Eintracht Frankfurt: Joveljic mit Premierenspiel

Ähnliches galt für den Serben Luka Jovic, zweiter Ex-Büffel der Eintracht, der sich bisher im Luxuskader von Real Madrid nicht recht durchsetzen konnte und wegen Lustlosigkeit gar aus dem Nationalteam geflogen war. Jener Jovic spielt zwar immer noch keine allzu große Rolle bei den spanischen Hauptstädtern, seine kleinen Momente aber weiß er vermehrt zu nutzen. Beim 4:1 des Tabellenführers in Osasuna wurde Jovic in der 88. Minute eingewechselt, das Spiel war bereits entschieden, 3:1 stand es. Der Mann mit den dicken Oberschenkel aber setzte noch ein persönliches Ausrufezeichen. Eine hoppelnde Vorlage haute er aus zwölf, dreizehn Metern volley mit dem vermeintlich schwachen linken Fuß, dafür aber mit einer Menge Karacho unter die Torlatte - eine sehenswerte Bude, die zweite von Jovic in der laufenden Runde, die er mit geballter Faust bejubelte. Gacinovic, der mit seinen Ex-Frankfurter Brüdern Rebic und Jovic nach deren Toren in Kontakt gestanden hatte, befand dann auch: „Für Luka war es sehr wichtig, dass er getroffen hat.“

Nicht getroffen, aber immerhin seinen Premiereneinsatz im neuen Dress gab Dejan Joveljic am Wochenende. Der 20-jährige Serbe, der von der Eintracht an den RSC Anderlecht in Belgien verliehen ist, durfte 17 Minuten gegen den KAA Gent ran.

Von Daniel Schmitt

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