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Leuchtkörper, die aufs Spielfeld fliegen - das ist eine Schande.

Kommentar Eintracht Frankfurt

Idiotische Wichtigtuer

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Pyrofackeln, die aus dem Umfeld des harten Kerns, der Ultras, auf Inter-Fans geworfen werden, Leuchtkörper, die aufs Spielfeld fliegen – das ist eine Schande. Ein Kommentar.

Was man als Frankfurter so gar nicht mag? Hmm, mit Limo verunstalteter Apfelwein vielleicht. Oder Blechlawinen in der Innenstadt. Und zuletzt, ganz sicher ganz weit oben auf der Liste des frankfurterischen Gar-nicht-Mögens, natürlich der benachbarte Fußballverein aus Offenbach. Insofern ist es schon eine klare Ansage, die die Eintracht-Fans im Mailänder Fußballtempel San Siro brüllten: „Ihr seid scheiße wie der OFC“, hallte es kurz vor Ende der Europa-League-Partie aus den Kehlen von fast 15.000 Eintracht-Anhängern mit Verstand den wenigen ohne eben jenen entgegen.

Pyrofackeln, die aus dem Umfeld des harten Kerns, der Ultras, auf Inter-Fans geworfen werden, Leuchtkörper, die aufs Spielfeld fliegen – das ist eine Schande. Die anschließende Distanzierung des großen Rests dagegen ein wichtiges Signal. Eines, das es schon bei den Vorfällen Anfang Dezember in Rom gegeben hatte. Beides dokumentiert die fortschreitenden Spaltung innerhalb der Fanszene, die nicht angenehm, aber notwendig ist.

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Mit sachlichen Argumenten, mit Dialog wird den Chaoten nicht beizukommen sein. Auch auf einen Selbstreinigungseffekt innerhalb der Ultraszene zu setzen, wäre doch arg leichtgläubig. Zwar sollen die Anführer mit den nicht geplanten und von ihnen nicht befürworteten Wurfeinlagen alles andere als einverstanden gewesen sein, verhindern konnten sie diese aber nun mal auch nicht. Selbst drohende Fanausschlüsse, und die dürfte es bald geben, halten einige wenige Unverbesserliche nicht von ihren wahnwitzigen Aktionen ab.

Eintracht: Spaltung der Fanszene ist größer denn je

Was also tun als vernünftiger Anhänger? Jene Forderungen, das eigenhändig im Block zu regeln, sind absurd. Kein Mensch mit gesundem Menschenverstand marschiert in eine Gruppe vermummter und teils zugedröhnter Chaoten einfach so hinein. Nein, stattdessen bleibt eigentlich nur, weiter zu pfeifen, weiter zu schreien, immer lauter. Und das nicht nur bei außerordentlichen Vorfällen wie in Rom oder Mailand, sondern auch bei alltäglichen, etwa krachenden Böllerschlägen in Düsseldorf oder 90-minütigen Pyroshows in Berlin. Vielleicht – aber das nur am Rande – würde es sogar helfen, bei gelungenen Choreos ein bisschen leiser zu klatschen.

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Wenn die Vorfälle von Mailand etwas Gutes haben, dann, dass die Spaltung der Fanszene größer ist denn je. Die Augen kann niemand mehr verschließen. Denn eines können sie in Frankfurt noch weniger leiden als den Offenbacher Fußballverein: selbstdarstellerische Idioten in den eigenen Reihen.

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