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Einst Linksfuß, jetzt Gastronom: Markus Kreuz

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

Pizza mit links

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Der Promitipp zum Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund kommt diesmal von Markus Kreuz.

Manches Mal, wenn Markus Kreuz an der Theke steht, Bier oder Wein ausschenkt und das Gespräch auf Fußball kommt, muss er passen. „Ich weiß oft gar nicht mehr, wer wo spielt“, sagt Markus Kreuz. Er hat sich ein bisschen vom Fußball gelöst, das Kapitel, findet er, ist für ihn abgeschlossen, im Stadion, etwa bei Spielen von Mainz 05, sieht man ihn kaum noch, zuletzt vor einem halben Jahr hat er sich mal ein Spiel von den Nullfünfern angeguckt. Das ist ein bisschen ungewöhnlich, weil Markus Kreuz bald zwei Jahrzehnte professionell dem Ball hinterhergejagt war und auf die erkleckliche Zahl von knapp 440 Pflichtspielen, darunter 88 in erster und 166 in zweiter Liga, in den unterschiedlichsten Ligen für die unterschiedlichsten Klubs gekommen ist.

Mit Eintracht Frankfurt hat der mittlerweile 41-Jährige aus Ingelheim Bundesliga gespielt, in der Saison 2003/2004 unter Trainer Willi Reimann, in einem Team mit Eintracht-Persönlichkeiten wie Uwe Bindewald, Alex Schur, Oka Nikolov, Chris, Andreas Möller, Ervin Skela, Christoph Preuß, Du-Ri Cha oder Andree Wiedener. Am Ende der Saison stieg die Eintracht ab, und Markus Kreuz ging auf Wanderschaft. Er spielte bei RW Erfurt, Real Murcia, Kickers Offenbach, FSV Frankfurt, Wolfsberger AC, Schott Mainz und ganz zum Schluss noch beim VfL Frei-Weinheim, da war er fast 40.

Markus Kreuz hat 30 Mal für Eintracht Frankfurt in Liga eins gespielt

Die Eintracht nach dem Abstieg zu verlassen sei ein Fehler gewesen, sagt er heute, „das war falsch“. Heribert Bruchhagen, seinerzeit neu als Vorstandsvorsitzender, hatte ihn halten wollen, doch Kreuz wollte nicht, „meine eigene Unzufriedenheit“ habe ihm im Weg gestanden. „Ich hätte in jungen Jahren ruhiger sein müssen und auf den Rat älterer Menschen hören sollen.“

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30 Spiele machte er in der ersten Liga für die Frankfurter, doch er wollte immer spielen. „Eine falsche Denke“, findet er heute. Womöglich hatte auch die Verpflichtung von Friedhelm Funkel als Eintracht-Trainer mit seinem Wechsel zu tun, denn mit ihm hatte es zuvor beim 1. FC Köln Differenzen gegeben. Zuvor kickte er drei Jahre bei Hannover 96 und drei Jahre beim FSV Mainz 05, auch an der Seite von Jürgen Klopp. 

Nach seiner Frankfurter Zeit freilich ging es für den zweifachen Vater fußballerisch nicht mehr nach oben, beim FSV Frankfurt und auch bei Kickers Offenbach hat er sich wohl gefühlt, auch wenn er nicht mehr auf höchstem Niveau agierte. „Sicher, es hätten einige Spiele in der Bundesliga mehr sein können“, lässt Kreuz seine Karriere Revue passieren.

Immerhin hat er neun Spiele in der U21-Nationalmannschaft auf dem Buckel, es wäre also durchaus mehr drin gewesen. Aber unzufrieden sei er nicht, keinesfalls. „Es gibt viele Leute, die wären froh, dort gespielt zu haben, wo ich gespielt habe. Ich habe meinen Traum verwirklicht.“ 

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Bei seiner Reise durch die weite Fußball-Welt hat es den Linksfuß auch nach Österreich verschlagen, zum Zweitligisten Wolfsberger AC - und dort traf er als Spieler auf den Trainer Adi Hütter, der seinerzeit noch in Altach an der Seitenlinie aktiv war. In Österreich hat er auch seine spätere Frau Nina kennengelernt.

Markus Kreuz führt jetzt ein Restaurant

Und mit ihr hat sich der bodenständige Markus Kreuz auch eine Karriere nach der Karriere aufgebaut. Gemeinsam mit der Gattin hat er im August des vergangenen Jahres in Ingelheim in zentraler Lage eine Pizzeria („MaNi“) mit 40 Sitzplätzen eröffnet mit italienischen Pizzabäckern in der Küche. Ohnehin hat er zuvor schon mal in die Branche hineingeschnuppert, im „Brauhaus Goldener Engel“, dort arbeitete seine Frau, die aus der Gastronomie stammt, als Betriebsleiterin, hat er Bier gezapft. 

Und so ganz unbeleckt vom Fußball ist Markus Kreuz, der zuletzt in den Traditionsmannschaften der Eintracht und Mainz 05 gekickt hat, dann doch nicht. Eintracht Frankfurt traut er gegen den souveränen Tabellenführer Borussia Dortmund durchaus einen Punkt zu. „Die spielen eine richtig gute Saison.“

Sein Tipp: 2:2

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