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Eintracht Frankfurt probt für Berlin

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Von: Thomas Kilchenstein

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Intensives Laufduell aus dem Hinspiel: Eintracht-Stürmer Branimir Hrgota (links) mit Marvin Compper.
Intensives Laufduell aus dem Hinspiel: Eintracht-Stürmer Branimir Hrgota (links) mit Marvin Compper. © imago

Eintracht Frankfurt empfindet RB Leipzig als Blaupause für das DFB-Pokal-Finale gegen Borussia Dortmund. Trainer Niko Kovac will den wiedergenesenen Alex Meier und Jesus Vallejo Spielzeit geben.

Der Mann strahlte. Und kam, erstmals, zu spät zur turnusgemäßen Besprechung vor dem Bundesliga-Halali am heutigen Samstag. „Das Training hat länger gedauert“, sagte Trainer Niko Kovac, da sehe man, wie ernst man bei Eintracht Frankfurt noch den letzten und für den Klub im Grunde bedeutungslosen 34. Spieltag nehme. Und die Saison könnte eigentlich ruhig weitergehen. „Heute“, sagte Kovac, „waren 22 Feldspieler da und drei Torleute.“ So viel wie lange nicht. „Das macht es viel leichter zu trainieren. Das macht mich froh.“

Vor allem, weil die so sehnlichst vermissten Jesus Vallejo und Alexander Meier mitmischten, dazu die Rekonvaleszenten Slobodan Medojevic und Andersson Ordonez. Durch die Rückkehr der Vier ins Training sei die Laune der übrigen Kicker fast schlagartig besser geworden, sagte Kovac allen Ernstes. „Die Mannschaft tritt seitdem im Training ganz anders auf, es herrscht eine andere Atmosphäre.“ Sogar der am Knorpel operierte Makoto Hasebe habe mit ersten Lauftraining begonnen und das Knie habe gehalten.

Vallejo und Meier, die langwierige Verletzungen hatten auskurieren müssen, übten völlig schmerzfrei, sicher werden sie heute im Kader stehen und viel spricht dafür, dass sie im Laufe der Partie eingewechselt werden können. „Ich werde ihnen, unabhängig vom Spielstand, einige Minuten Einsatzzeit geben“, sagte Kovac. Die Belastungstests hätten beide bestanden, beide haben sich erst zu Beginn dieser Woche gesund gemeldet.

Ein bisschen Spielzeit, ein bisschen wieder das Gefühl für Ball, Rasen und Gegner bekommen. Denn natürlich hoffen viele in Frankfurt, dass beide auch in einer Woche im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund zum Einsatz kommen, nach Möglichkeit von Anfang an und in guter Form. Ausgeschlossen ist das mittlerweile gar nicht mehr, für ein Spiel wird der Fitnesszustand reichen, zumal die Erfahrung gelehrt hat, dass Spieler beim Comeback „90 Minuten und länger laufen können“, so Kovac.

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Meier ist ja selbst das beste Beispiel: Nach seiner Patellasehnen-Operation erzielte er in seinem ersten Spiel gleich drei Tore, auch Marc Stendera, der sich jetzt einer Meniskus-Operation im vorgeschädigten Knie unterziehen musste, spielte jüngst bei seinem Comeback in Hoffenheim richtig stark. Ein gutes Omen für Berlin?

In Frankfurt suchen sie in diesen Tagen Fingerzeigen der Hoffnung. Die jüngsten sportlichen Leistungen gaben ja wenig Anlass zu Zuversicht für das Duell David gegen Goliath. Eigentlich wollte sich die Eintracht in den letzten Spielen Selbstvertrauen holen, Kovac hatte vor Monatsfrist gesagt: „Es wird kein gutes Endspiel geben, wenn wir vorher keine guten Ergebnisse mehr erzielen.“ Dummerweise waren die Ergebnisse nicht gut. Jetzt, vor der Partie gegen RB Leipzig, sagt er: „Wenn in Berlin das Flutlicht an und das Stadion voll ist, dann ist der Resetknopf gedrückt. Dann denkt keiner mehr an die negativen Ergebnisse der letzten Wochen.“

Dessen ungeachtet will die Eintracht noch mal „alles rausholen“, erzählt Kovac. Er hält auch nicht viel davon, hoch belastete Spieler etwa zu schonen oder erst gar keine Verletzungen zu riskieren. „Die Jungs sollen ihren Rhythmus behalten“, sagt Kovac. Ohnehin empfindet er RB Leipzig als perfekter Aufbaugegner. Die Spielanlage des Aufsteigers entspräche der von Borussia Dortmund. „Es gibt viele Gemeinsamkeiten zu Dortmund.“

Im Spiel gegen Leipzig könnten sich seine Spieler schon mal darauf einstellen, was sie eine Woche später gegen den BVB erwartet. „Wir müssen auf jeden Fall schnell schalten und dürfen keine lange Leitung haben.“

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl denkt nicht daran, locker zu machen. „Wir wollen das Spiel in Frankfurt mit einer Topformation bestreiten. Unser Ziel ist es, ein ähnliches Spiel wie in der Vorwoche hinzulegen.“ Da hatte RB Leipzig die Bayern beim 4:5 am Rand einer Niederlage. Dortmund kann das - siehe Pokalhalbfinale – besser.

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