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Hat sich gegen den besten Stürmer der Welt, Robert Lewandowksi (links), bewehrt: Stefan Ilsanker.
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Hat sich gegen den besten Stürmer der Welt, Robert Lewandowksi (links), bewehrt: Stefan Ilsanker.

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Eintracht Frankfurt: Plötzlich hat Oliver Glasner die Qual der Wahl

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Nach dem Sensationscoup gegen den FC Bayern München bieten sich Eintracht-Trainer Oliver Glasner überraschend viele personelle Alternativen.

Frankfurt - Dieser Tage hat die Online-Plattform transfermarkt.de die aktuellen Marktwerte der Profis von Eintracht Frankfurt neu taxiert. Das macht das Sportportal in regelmäßigen Abständen, bei allen professionellen Spielern. Dieses Mal gab es bei den Hessen ziemlich viele Akteure, deren Wert im Vergleich zur vorangegangenen Beurteilung teilweise deutlich gesunken ist. Zu den großen Verlierern in diesem - eher spielerischen - Ranking zählt erstaunlicherweise Filip Kostic, dessen Marktwert von einst 35 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro eingebrochen ist.

Da wird sein Wechseltheater kurz vor Toresschluss und das offensichtliche Fehlen lukrativer Angebote eine Rolle gespielt haben. Auch Kevin Trapp, Martin Hinteregger, Tuta, Danny da Costa, Goncalo Paciencia oder, logisch, Amin Younes haben an - virtuellem - Wert verloren. Immerhin hat Ajdin Hrustic zulegen können, auf drei Millionen. Wertvollster Spieler ist weiterhin Daichi Kamada mit 25 Millionen Euro, vor Kostic, Rafael Borré (17 Millionen) und Djibril Sow (15 Millionen). Der Gesamtmarktwert des Kaders (200,45 Millionen) von Eintracht Frankfurt hat sich somit nach den auf Schätzungen beruhenden Berechnungen von transfermarkt.de um 30 Millionen verringert.

Oliver Glasner bietet bei Eintracht Frankfurt aussortierte Profis auf – mit Erfolg

Im Gegensatz zu diesen äußeren Eindrücken dürfte Eintracht Frankfurts Trainer Oliver Glasner intern zu einer ganz anderen Betrachtung gelangt sein. Spätestens nach dem Sensationscoup von München steht der Fußballlehrer für die nächste Aufgabe, in einer Woche zu Hause gegen Hertha BSC, vor der Qual der Wahl. In München hat der 47 Jahre alte Österreicher Profis aufgeboten, die bislang überhaupt keine oder nur eine verschwindend geringe Rolle gespielt hatten. Tuta zum Beispiel, der talentierte Brasilianer, hatte vor seinem Auftritt in Fröttmaning keine zwei Minuten in Liga und Europa League auf dem Platz gestanden, auch Stefan Ilsankers Part in der Mannschaft war sehr überschaubar geblieben, 58 Minuten verteidigte er in der Bundesliga, darunter die ersten 45 bei Borussia Dortmund schlecht.

Almamy Touré hatte zuletzt 90 Minuten im März dieses Jahres gespielt, ehe er erst in Antwerpen, dann gegen den FC Bayern München randurfte. Sie alle kamen in München freilich nur wegen personeller Engpässe zum Einsatz, Erik Durm, Evan Ndicka, Makoto Hasebe und Christopher Lenz hatten verletzungshalber absagen müssen. Und das Trio Tuta/Ilsanker/Touré agierte in dieser speziellen Partie über die Maßen gut, zumal in dieser Formation, in der Eintracht Frankfurt, wie Glasner selbst einräumte, zuvor noch nie gespielt hat - nicht einmal im Training. Alle drei Profis rechtfertigten das in sie gesetzte Vertrauen - selbst wenn man die besonderen Umstände dieser Begegnung in München immer berücksichtigen muss: So ein Spiel kommt so schnell nicht wieder.

Rückkehrer drängen bei Eintracht Frankfurt ins Team

Die Gretchenfrage, die Glasner in den nächsten sieben Tagen für sich beantworten muss, ist nun: Mit welchem Personal geht man in das nächste Spiel gegen Berlin, das doch den unerwarteten Erfolg beim Abonnementsmeister erst „vergolden“ (Glasner) soll? Denn auf einmal hat der Coach von Eintracht Frankfurt eine Reihe von Möglichkeiten, viele Spieler haben sich aufgedrängt, haben gezeigt, dass auf sie auch in einer Druckphase Verlass ist. Oder anders gefragt: Wen lässt Glasner im prestigeträchtigen Duell - es ist das erste Aufeinandertreffen gegen den Ex-Sportvorstand Fredi Bobic - am kommenden Samstag (16.10.2021) draußen?

Denn zu den 15 Recken von München melden sich ja andere zurück: Evan Ndicka etwa, der bislang so bockstarke Innenverteidiger, auch Erik Durm, meist Stammkraft, ist nach Gehirnerschütterung wieder an Bord, Makoto Hasebe, der Altmeister, der in Antwerpen gezeigt hat, dass er immer mehr als eine Alternative ist. Auch Goncalo Paciencia, obzwar nur für ein paar Minuten in Belgien unterwegs, aber sehr selbstbewusst und präsent, hat auf sich aufmerksam gemacht. Timothy Chandler, bis vor drei Wochen unter ferner liefen, hat sich reingespielt in dieses Team der Wundertüten.

Schließlich: Was soll Stefan Ilsanker spielen, wo Touré? Und seit Anfang dieser Woche ist auch Sebastian Rode, der Kapitän, wieder im Mannschaftstraining von Eintracht Frankfurt. Der bald 31-Jährige hat seine Knie-Operation gut überstanden, er will ins Team. Bei ihm freilich wird es bis zu einem ersten Einsatz noch ein bisschen dauern, immerhin hat Rode bislang nur 45 Minuten im Pokal gegen Mannheim gespielt, dann musste er unters Messer.

Eintracht Frankfurt: Überangebot an Spielern für Abwehr und Mittelfeld

Für Abwehr und Mittelfeld steht dem Coach von Eintracht Frankfurt also ein Überangebot an Spielern zur Verfügung. Er wird sehr genau überlegen müssen, wen er bringen soll. Als erstes wird Oliver Glasner festlegen müssen, mit welcher taktischen Ausrichtung Eintracht Frankfurt ins Spiel gehen wird. Die Hessen werden zu Hause deutlich offensiver agieren müssen als im München, als es vornehmlich auf die Verteidigung des Allerheiligsten ankam. Und er wird sich entscheiden müssen, ob es weiter bei einer Dreierkette bleiben soll - mit diesem Konstrukt haben die Frankfurter immerhin die letzten beiden (und bislang einzigen) Siege der Saison errungen.

Vieles spricht dafür, diese Taktik beizubehalten, die Mannschaft von Eintracht Frankfurt fühlt sich offenbar in diesem System wohler. Sie ist es ja seit Jahren gewohnt. Eine Formation mit Ndicka, Hasebe und Hinteregger liegt auf der Hand, mit Chandler (rechts) und Kostic (links) auf den Flügeln. Tuta, Ilsanker, Touré müssten zusehen, es wären Härtefälle, kein Zweifel.

Mehr Probleme dürfte Glasner die Besetzung der Offensive von Eintracht Frankfurt bereiten. Ob Borré rechtzeitig (und vor allem ausgeschlafen) von seinem Südamerika-Trip zurück ist, ist offen. Sam Lammers, Jesper Lindström, auch Aymen Barkok haben bislang nicht überzeugen können. Paciencia, Jens Petter Hauge und Daichi Kamada stünden als Alternativen bereit. Sie wären nicht die schlechtesten. (Thomas Kilchenstein)

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