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Eintracht-Präsident Peter Fischer. Foto: dpa

Jahreshauptversammlung bei Eintracht Frankfurt

Jahreshauptversammlung Eintracht Frankfurt: Flammendes Plädoyer für Andi Möller

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Eintracht-Präsident Peter Fischer verteidigt umstrittenen Chef des Nachwuchsleistungszentrums und verkündet neue Rekorde.

  • Jahreshauptversammlung bei Eintracht Frankfurt
  • Präsident Peter Fischer stellt Mitgliederzahl vor
  • Axel Hellmann äußert sich zur Fußball AG

Als Adi Hütter mit seinem Trainerteam dann den Saal betrat, mit etwas Verspätung, weil ja noch geübt wurde am Sonntagvormittag, da erhoben sich die Mitglieder von Eintracht Frankfurt von ihren Sitzen und brachten dem Chefcoach der Profimannschaft ihre Ovationen im Stehen dar. Wohlverdienter Applaus für den Mann, der mit seiner Mannschaft am Vortag „die Dosen mit den Hosen“ aus dem Stadion geschossen habe und eine „unglaubliche Steilvorlage“ für die Jahreshauptversammlung des eingetragenen Vereins lieferte. „Vielen Dank, Adi Hütter“, rief Präsident Peter Fischer hinein ins Plenum.

Peter Fischer: „Gladbach werden wir bald schlucken“

Der 63-Jährige nutzte die Zusammenkunft mit den 584 stimmberechtigten Mitgliedern am Riederwald, dort, wo das Herz der Eintracht schlägt, um, wie gewohnt, große Visionen an die Wand zu werfen. So strebt er in diesem Jahr die Mitgliederzahl von 100.000 an, zurzeit sind es 88.100 – allein im letzten „Leucht- und Lichtjahr“ (Fischer) hat die Eintracht 20.000 neue Menschen für sich gewinnen können. Damit steht sie weltweit an 22. und in Deutschland an sechster Stelle. Der nächste Verein, der überholt wird, ist Borussia Mönchengladbach. „Die haben vielleicht 2000, 3000 mehr. Lächerlich, das machen wir in einem Monat“, bekundete Fischer leicht großspurig. „Gladbach werden wir bald schlucken.“

Das Vereinsoberhaupt ließ es sich während seiner mehr als zweistündigen Rede nicht nehmen, den neuen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Andreas Möller, wortreich in Schutz zu nehmen. Fischer hielt ein flammendes Plädoyer für den einstigen Nationalspieler, der von der Fanszene angefeindet wurde. „Er ist hier total beliebt, hochgradig engagiert und dynamisch; der Erste, der morgens kommt, und der Letzte, der abends geht. Keiner findet ein Haar in der Suppe.“ Über den 52-Jährigen sei „viel dummes Zeug“ erzählt worden, er wolle mit diesen „Mythen und komischen Geschichten“ aufräumen. Als es einige Zwischenrufe und vereinzelte Pfiffe gab, wurde Fischer emotional. „Wir grenzen niemanden aus. Meine Tür steht offen, wir können gerne Tacheles reden, auch mit Andi Möller. Er hat nämlich Eier.“

„Irre Entwicklung“

Für den Vorstand der Fußball-AG führte Axel Hellmann aus, dass die Eintracht erneut auf ein Rekordergebnis zusteuert, der Umsatz wird mit Transfererlösen zwischen 280 und 300 Millionen Euro liegen. „Das ist eine irre Entwicklung“, sagte der 48-Jährige. Der Bundesligist führt damit das Feld hinter der Spitzengruppe an. „Aber es gibt einen Graben zwischen den Topvereinen und dem Mittelstand“, betonte Hellmann. Der Verein gehöre mittlerweile von den Kennzahlen her in die Top Ten. „Aber wir sind noch kein Topklub.“

Eintracht Frankfurt siegt gegen RB Leipzig: An den Haaren aus dem Sumpf gezogen. Nicht mehr bei der Eintracht ist Torwarttrainer Manfred „Moppes“ Petz: Man hat sich überraschend auf eine vorzeitige Auflösung des Vertrags geeinigt. 

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