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Martin Hinteregger ist angeschlagen.
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Martin Hinteregger ist angeschlagen.

SGE

Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger droht weiter auszufallen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Die Frankfurter beklagen Verletzungen und Sperren, Trainer Adi Hütter muss regelmäßig umstellen. Das hemmt sichtlich den Spielfluss. Abwehrchef Martin Hinteregger droht weiter zu fehlen.

  • Eintracht Frankfurt holt einen Punkt bei RB Leipzig.
  • Eintracht-Coach Adi Hütter lag nicht mit allen seinen Entscheidungen richtig.
  • Im nächsten Spiel gegen Union Berlin fehlen der Eintracht viele Stammkräfte

Frankfurt - Vor wenigen Wochen erst hielt Adi Hütter eine knackige Eloge auf den medizinischen Stab um Mannschaftsarzt Florian Pfab. „Sie machen einen unglaublich tollen Job“, sagte der Trainer. Durch Behandlungen, Pflege und Prophylaxe würden Blessuren weitgehend umdribbelt. Auffällig war tatsächlich, dass Eintracht Frankfurt kaum verletzte Spieler zu beklagen hatte. „Unglaublich unversehrt“, titelte die FR vor nicht mal einem Monat und folgerte: „Auch deshalb befindet sich die Eintracht im Überfliegermodus.“ Am Sonntag, nach dem respektablen 1:1 in Leipzig, stellte Adi Hütter zerknirscht fest: „Die Verletzungen sind sehr unangenehm.“

Eintracht Frankfurt: Mehrere Ausfälle

Gerade jetzt, da die Saison so langsam auf die Zielgerade einbiegt und das große Ziel Champions League weiterhin zum Greifen nahe ist, mehren sich die Ausfälle bei den Frankfurter Profis. Hier mal ein Hexenschuss (André Silva, Daichi Kamada), dort eine Muskelverletzung (Erik Durm, Martin Hinteregger) und dann wieder ein Sehnenriss (Almamy Touré). Die Unpässlichkeiten nehmen zu, sind aber noch immer vergleichsweise moderat und gewiss kein Grund, das ganze System infrage zu stellen. Vielleicht sind sie auch einfach Zeugnis der gestiegenen und verschobenen Belastungen nach einem schwierigen Corona-Jahr – oder schlichtweg Zufall.

Ärgerlich für Coach Hütter ist freilich, dass es jetzt Touré und Durm erwischt hat, zwei Spieler für die gleiche Position also, hinten rechts. Da wird er improvisieren müssen, zumal Touré in dieser Runde gar nicht mehr spielen und Durm einige Wochen fehlen wird. Die Alternativen sind rar gesät, Danny da Costa war nicht mehr gut genug und beackert nun für Mainz 05 die Außenbahn. Der von Hütter als Backup ins Spiel gebrachte Steven Zuber ist eigentlich auf der anderen Seite und weiter vorne zu Hause. Bliebe noch Timothy Chandler, doch der 30-Jährige spielt zurzeit keine Rolle, kommt nur auf sechs Kurzeinsätze und durfte in den vergangenen acht Spielen nur einmal für ein paar Minuten gegen Stuttgart mittun. Oder der Trainer baut den offensiv denkenden Aymen Barkok ein. Die vielleicht smartere Variante.

Eintracht Frankfurt: Die meisten Gelben Karten

Erschwerend zur kleinen Verletzungsmisere kommt hinzu, dass Eintracht Frankfurt so viele Gelbsperren zu verkraften hat wie kein anderer Bundesligist. Schon sechs Spieler haben mindestens fünf Verwarnungskarten gesehen, aktuell werden deshalb Amin Younes und Verteidiger Tuta gegen Union Berlin ausfallen.

In der Fairnesstabelle liegen die Hessen auf Rang 17, obwohl sie keine Rabaukentruppe sind und nur eine Hinausstellung schlucken mussten (der inzwischen abgedankte David Abraham sah gegen Gladbach Gelb-Rot). Doch die 59 Gelben Karten sind Höchstwert der Beletage und Ausdruck der sehr physischen und hartnäckigen Spielweise. Es gibt keinen gegnerischen Trainer, der nicht vor der Körperlichkeit der Frankfurter warnt. Das schlägt sich auf dem Feld in einer Vielzahl an Zweikämpfen und eben auch einer wahren Gelb-Flut nieder. Die nächsten Kandidaten warten schon auf eine Auszeit: Kapitän Makoto Hasebe und sein Vertreter Martin Hinteregger müssen bei der nächsten Verwarnung einmal pausieren.

Apropos Hinteregger. Der in Leipzig unpässliche Abwehrboss laboriert an einer leichten Zerrung im linken Oberschenkel und setzt mit dem Training aus. Ein Einsatz am Samstag scheint daher nicht sehr wahrscheinlich, ist aber nicht gänzlich ausgeschlossen. Umso wichtiger, dass Stefan Ilsanker bewiesen hat, dass auf ihn Verlass ist. Am Sonntag zeigte er eine herausragende Vorstellung und hat, ganz nebenbei, der guten, alten Grätsche zu einer kurzzeitigen Renaissance verholfen. „Er war ein Bomben-Ersatz für Hinteregger“, lobte Sportdirektor Bruno Hübner. Auch Torwart Kevin Trapp lobte den Vordermann: „Er war überall, wo es gefährlich war. Er hat die Jungs gepusht.“

Eintracht Frankfurt: Umstellungen gegen Union Berlin

Gegen Berlin wird Hütter auch das offensive Mittelfeld umgestalten müssen, sehr wahrscheinlich wird Daichi Kamada, in Leipzig ein verkappter Verteidiger der traurigen Gestalt, den Part von Amin Younes übernehmen. Dann könnte Hütter mal wieder die Doppelspitze mit Luka Jovic und André Silva aufbieten. Es fällt auf, dass der Trainer sein Team zuletzt in drei verschiedenen Grundausrichtungen aufs Feld schickte. Das hat nicht immer reibungslos geklappt. „Wir haben schon wieder ein neues System ausprobiert“, sagte Djibril Sow nach dem Remis in Leipzig. „Wir haben lange Zeit gebraucht, bis wir uns da eingefunden haben.“

Ob es daran (oder dem wachsenden Druck) liegt, dass die spielerische Leichtigkeit verflogen ist und vieles mittlerweile nach Kärrnerarbeit aussieht? Die besten Spiele hat die Eintracht dann gezeigt, wenn sie ihre Linie systemtreu und personalstabil über eine längere Strecke durchgezogen hat. Dazu müssten aber alle Akteure immer an Bord sein – das ist die Krux an der Geschichte.

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