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Die Ankurbler: Filip Kostic, Daichi Kamada (v.l.).
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Die Ankurbler: Filip Kostic, Daichi Kamada (v.l.).

SGE im Aufwind

Eintracht: Glasner mit einigen Härtefällen - wer schafft es nicht in den Kader?

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Die Offensivspieler Daichi Kamada und Filip Kostic stehen sinnbildlich für den Aufschwung von Eintracht Frankfurt. Doch wer fliegt aus dem Kader?

Frankfurt - Wer denkt, die beiden Japaner Makoto Hasebe und Daichi Kamada seien die dicksten Kumpels, nur weil sie zufälligerweise eine landsmannschaftliche Verbindung fernab der Heimat eint, der irrt. „Wir sprechen nicht so viel miteinander, er geht seinen eigenen Weg“, erzählt der 37 Jahre alte Eintracht-Wortführer Hasebe über seinen fast 13 Jahre jüngeren Landsmann. Kamada, der Individualist, mache halt sein Ding, auch auf dem Platz. „Wir brauchen seine Ideen und seine Kreativität“, findet der Bundesliga-Urvater, der enormes Potenzial in dem eleganten Freigeist schlummern sieht, ihn andererseits aber nicht unbedingt auf dem Weg zu einem absoluten Topklub sieht. „Dazu müsste er mehr Tore schießen und torgefährlicher werden“, sagt Hasebe. Völlig zu Recht.

Daichi Kamada, 25, ist dennoch ein absoluter Fixpunkt in der Eintracht-Offensive, derjenige, der mit nur einer geschmeidigen Drehung, einer Finte eine neue Spielsituation heraufbeschwören kann. Er ist einer, der sich zwischen den Linien bewegt, ein Raumdeuter. „Ich habe selten einen so spielintelligenten Spieler gesehen“, sagt Trainer Oliver Glasner.

Eintracht Frankfurt: Kamada mit nur einem Scorerpunkt

Die nackten Zahlen wollen mit der Wahrnehmung der Spielstärke freilich nicht so wirklich korrespondieren, überraschenderweise hat Kamada in dieser Saison in der Bundesliga nämlich nur einen einzigen Scorerpunkt ergattern können, beim 2:1-Erfolg in Fürth bereitete er den Führungstreffer durch Sebastian Rode vor. Ansonsten herrscht Flaute, ein Tor ist ihm noch nicht gelungen, zumindest auf nationalem Parkett nicht, im Europapokal hingegen traf er schon dreimal.

Kamada hat also noch Luft nach oben, obwohl er das Eintracht-Spiel schon jetzt in starkem Maße prägt. Bei seinen Fähigkeiten ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Mann aus Nippon wieder mehr Zählbares in seiner Statistik verbuchen kann. 15 Vorlagen und fünf eigene Treffer wie in der vergangenen Saison sind ja kein Zufall gewesen.

Genauso wenig wie die 17 Vorlagen (und vier Tore) von Filip Kostic, den unverzichtbaren Linksaußen. Der serbische Nationalspieler hebt sich auch in dieser Saison schon wieder von den Mitstreitern ab, weil er einfach so viel besser ist und Woche für Woche seine Extraklasse demonstriert. Am vergangenen Sonntag gegen Union Berlin (2:1) warf er eine seiner besten Leistungen im Eintracht-Dress aufs Feld, und das soll etwas heißen, denn bärenstarke Auftritte produziert der 29-Jährige am Fließband. „Er hat eine herausragende Qualität“, sagt Sportvorstand Markus Krösche. Er verinnerliche zudem immer mehr, was Glasner von ihm verlangt, nämlich variabler sein, mal flache Pässe einstreuen, „da hat er einen Schritt nach vorne gemacht“. Kostic steht schon jetzt wieder bei insgesamt drei Toren und acht Vorlagen, zumeist bereitet er die entscheidenden Treffer vor. Leises Murren, wonach er sich taktisch nicht immer einwandfrei verhält und seine linke Seite defensiv zu oft entblößt, fällt eher in die Kategorie: Mäkeln für Fortgeschrittene.

Eintracht Frankfurt: Einige Härtefälle

Am Samstag geht es gegen einen seiner Lieblingsgegner, gleich in doppelter Hinsicht: Denn gegen die TSG Hoffenheim hat Kostic bereits fünf Tore erzielt – und deren Verteidiger Stefan Posch lässt er regelmäßig uralt aussehen. Auch beim letzten Aufeinandertreffen im Februar dieses Jahres nahm er den armen Poschi förmlich auseinander, beim 3:1-Sieg machte Kostic ein Tor selbst, bereitete die anderen beiden Treffer vor.

Auch der alte Spezi Mijat Gacinovic, den TSG-Coach Sebastian Hoeneß als zusätzliche Absicherung aufstellte (was sich als ausgemachte Schnapsidee erweisen sollte), konnte das Powerpaket nie halten. Gacinovic übrigens fristet ein tristes Dasein in Sinsheim, in den letzten neun Partien durfte der Ex-Frankfurter nicht eine einzige Minute mitspielen. Frustrierend.

Der Eintracht-Aufschwung hat mit dem Erfolgsduett Kamada und Kostic zu tun, ganz klar, aber auch damit, dass Glasner seine Mannschaft gefunden hat, eben auch in der Offensive. So zählt nun auch Jesper Lindström, das anfangs oft gescholtene Fliegengewicht, zu den Auserwählten. Der 21-Jährige kommt besser in Fahrt, ist ein steter Unruheherd. „Er hat einen großen Schritt gemacht“, lobt Glasner, auch in der Positionierung, so dass „sein Tempo zum Tragen kommt“. Und rasend schneller ist er, der junge Däne.

Eintracht Frankfurt: Borre mit Stammplatz

Und ganz vorne hat Rafael Borré einen Stammplatz, obwohl der Kolumbianer gegen die Bundesliga-Abwehrkanten einen schweren Stand hat und in 19 Pflichtspielen nur drei Tore erzielte. Glasner ist dennoch „zu 100 Prozent zufrieden“ mit dem Stürmer, gibt aber zu bedenken, dass Borré ein bisschen mit sich hadert, „weil er sich viele Chancen erarbeitet, aber sie nicht verwertet“. Kann ja nicht jeder gleich so verlässlich treffen wie ein André Silva in der Vorsaison.

Glasners Vertrauen in sein erstes Ensemble bringt zwangsläufig einige Härtefälle hervor. Zuletzt musste er fünf Profis aus dem Aufgebot streichen, die allesamt schon in der Anfangsformation standen und nicht schlecht beleumundet sind: Christopher Lenz, Erik Durm, Ajdin Hrustic, Aymen Barkok und Sam Lammers. Das wird am Samstag nicht anders sein, weil es keinen einzigen Verletzten zu beklagen gibt. Und das um dieses Jahreszeit und mit dieser Belastung in den Knochen – absolut außergewöhnlich. (Ingo Durstwitz)

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