Dringend gebraucht bei Eintracht Frankfurt: Stürmer André Silva (rechts).
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Dringend gebraucht bei Eintracht Frankfurt: Stürmer André Silva (rechts).

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Kader von Eintracht Frankfurt hat mehrere offene Baustellen

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Trainer Adi Hütter, Techniker Daichi Kamada, Torjäger André Silva, der hessische Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat nicht gerade wenig abzuarbeiten.

  • Eintracht Frankfurt hat mehrere offene Baustellen.
  • Wird die Silva-Leihe ausgedehnt?
  • Der Vertrag mit Adi Hütter soll verlängert werden.

Frankfurt - Bevor es für die Fußballer von Eintracht Frankfurt für satte sechs Tage in den Sondersommerurlaub gehen konnte, mussten sie dann doch noch mal an der Arena im Stadtwald schwitzen. Da blieb Trainer Adi Hütter seinem ausbaldowerten Plan treu. Sonne hin, Hitze her. Also versammelten sich die Kicker des hessischen Bundesligisten am Samstag auf dem Trainingsplatz, während nur einige hundert Meter entfernt gefühlt halb Frankfurt im Stadionbad nach Abkühlung suchte – wenngleich Chef Hütter, so ehrlich muss man sein, dann doch Erbarmen zeigte. Lockeres Ball-übers-Netz-Spielen stand an. Fußballtennis in Turnierform, das vom Trio David Abraham, Almamy Touré und Steven Zuber für sich entschieden wurde. Bis zum kommenden Samstag haben die Spieler jetzt frei, sollen sich die nötige Frische für die Saison holen. Die Bosse um Oberboss Fredi Bobic dagegen stecken mitten in der heißen Phase, sie müssen zeitnah Fakten schaffen. Zu beackernde Baustellen gibt es jedenfalls genug.

Eintracht Frankfurt: Vertragsverlängerung von Hütter in Planung

Zuvorderst natürlich jene den Trainer betreffend. Zwar hatte Adi Hütter (Vertrag bis 2021) angekündigt, dass sein Berater in der vergangenen Woche in Frankfurt weilte, um Gespräche mit den Eintracht-Verantwortlichen über ein möglicher Ausweitung der Zusammenarbeit zu führen. Unterschrieben ist das neue Arbeitspapier des wichtigsten Angestellten aber noch nicht. Im Wesentlichen, so hatte es Hütter bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz vor rund zwei Wochen erstaunlich offen kommuniziert, will er einen Weg aufgezeigt bekommen, der mit seinen hohen Zielen einhergeht. Heißt: Hütter, der seit jeher einen klaren Karriereplan verfolgt und noch nie länger als drei Jahre bei einem Klub als Trainer tätig war, will mit der Eintracht wieder nach Europa, selbstverständlich lieber in einem als erst in zwei Jahren. Dafür, ganz logisch, braucht er taugliche Fußballer, was rasch zur zweiten Baustelle führt: dem Kader. Wenn das jüngste Ausscheiden in der Europa League beim FC Basel eines noch einmal verdeutlichte, dann, dass die Eintracht zwar eine willige Mannschaft mit einem soliden Grundgerüst beisammen hat, zur Attacke auf die europäischen Ränge aber doch Qualität fehlt. Dafür ist zu viel Mittelmaß im Kader vorhanden.

Eintracht Frankfurt: Ausweitung der Silva-Leihe?

Bisher sind erst einmal zwei Neue da, der durchaus vielversprechende, aber am Anfang seiner Entwicklung stehende Stürmer Ragnar Ache und der vielseitig einsetzbare, in den vergangenen Jahren aber auch unbeständige Mittelfeldmann Steven Zuber. Das wird nicht reichen, um den Kader auf einen höhere Stufe zu heben.

Zumal die Bosse derzeit nicht nur damit beschäftigt sind, dem Team möglichst starke externe Qualität zuzuführen, sondern auch die gehobene interne zu halten. Gar nicht mal so einfach. Zum einen ist da Filip Kostic, der Linksaußen, für den es zwar weiterhin kein konkretes Angebot eines anderen Vereins gibt, das aber auch nie ausgeschlossen werden kann. Dafür muss sich die Eintracht im Hintergrund wappnen, ebenso übrigens wie für mögliche Offerten der Konkurrenz bei den Verteidigern Martin Hinteregger und Evan Ndicka.

Eintracht Frankfurt: Was wird aus Ante Rebic?

Da ist zum anderen auch noch André Silva, der zuletzt in Basel schwer enttäuschte, grundsätzlich aber über das größte Potenzial aller Frankfurter Angreifer verfügt. Der Portugiese wird die kommende Saison sicher für die Eintracht stürmen, soll aber möglichst noch ein Weilchen länger als bis Juni 2021 gehalten werden. Wie die italienischen Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ nun berichtet, seien deshalb die Verhandlungen mit Silvas Stammverein, dem AC Mailand, forciert worden. Demnach soll der Leihvertrag des Portugiesen um eine weitere Saison bis Juni 2022 verlängert werden, während im Gegenzug Ante Rebic in der Lombardei bleibt. Zur Umsetzung dieses Plans müssten jedoch zunächst beide Offensivleute die Arbeitspapiere bei ihren Stammklubs bis 2023 verlängern.

Eine solche Ausweitung des Kontrakts strebt die Eintracht seit vielen Wochen auch bei Daichi Kamada an, der nur noch eine Saison unter Vertrag steht – bisher jedoch ohne Erfolg. Dabei ist der Japaner einer der wenigen Männer im Team, dessen Entwicklung in die richtige Richtung weist, der sein volles Potenzial zudem nicht ausgeschöpft zu haben scheint. Kamada will diese Wertsteigerung natürlich bei den monatlichen Überweisungen auf sein Konto erkennen können, selbst schwankt er leistungsmäßig aber immer noch zu häufig zwischen den Extremen. An Beschäftigung mangelt es den Eintracht-Bossen in diesen Tagen auf alle Fälle nicht. (Von Daniel Schmitt)

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