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Haben sich ausgesprochen: Oliver Glasner (links) und der Frankfurter Starspieler Filip Kostic.
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Haben sich ausgesprochen: Oliver Glasner (links) und der Frankfurter Starspieler Filip Kostic.

SGE

Eintracht Frankfurt begnadigt Filip Kostic nach Transfer-Ärger

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der streikende Linksaußen von Eintracht Frankfurt muss eine Strafe zahlen, darf aber nach einem klärenden Gespräch mit Trainer Oliver Glasner gegen den VfB Stuttgart spielen

Frankfurt - Vor dem mit einiger Spannung erwarteten klärenden Gespräch mit Streikprofi Filip Kostic hat Trainer Oliver Glasner einen persönlichen Rekord aufgestellt: 54 Liegestütze nacheinander, das hatte er vorher noch nie geschafft. Jeden Tag quäle er sich, erzählte der Fußballlehrer, es ist Teil seines Fitnessprogramms, ein Ritual seit langer Zeit, so viele Liegestütze wie möglich zu schaffen.

Derart gestärkt verlief dann am Abend die Unterredung mit Filip Kostic auch zu seiner Zufriedenheit. Der 28 Jahre alte Serbe war da gerade von der Länderspielreise zurückkehrt, Vorstand Markus Krösche war ebenfalls zugegen, man habe sich ausgesprochen, sagte Glasner. „Wir haben alles ausgeräumt, da wird nichts hängenbleiben.“ Was im Einzelnen besprochen wurde, wollte der 47 Jahre alte Österreicher nicht in die Öffentlichkeit tragen. Der nach Rom wechselwillige Kostic, der ein Training geschwänzt und die Partie in Bielefeld verpasst hatte, wird eine Geldstrafe erhalten, eine saftige mutmaßlich, die Höhe indes bleibt intern. Kostic wird nicht vereinsintern für das eine oder andere Spiel gesperrt, er steht somit im Kader für das Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) gegen den VfB Stuttgart, vermutlich wird er spielen. Ihn „aus dem Kader zu verbannen“, sei keine Option, sagte Oliver Glasner. Es sei „eine komplizierte Phase“ für alle gewesen, auch Filip Kostic sei jetzt nicht „happy tanzend durch die Kabine gelaufen“. Es „ist wie bei einem Seitensprung, da sind auch beide Seiten betrübt“.

Eintracht Frankfurt: Erwartungen an Kostic

Glasner legte Wert darauf, dass es nicht den Tatsachen entspräche, wonach der Mannschaftsrat, wie auf dem Boulevard verlautete, eine „harte Strafe“ gefordert habe. Viel mehr „erwartet die Mannschaft jetzt, dass Filip Kostic Filip Kostic ist“. Er selbst erwartet von seinem Spieler, der sich in den letzten drei Jahren stets hochprofessionell verhalten habe und mit überragenden Leistungen sehr oft den Unterschied gemacht hatte, „nichts anderes, als das, was er die vergangenen Jahre für Eintracht Frankfurt gezeigt hat.“

Am Mittwoch hatte sich Kostic während der Länderspielpause über Instagram sehr seltsam zu Wort gemeldet und betont, dass er nicht gestreikt habe. Er beklagte zudem falsche Informationen an die Öffentlichkeit und forderte von „einigen Personen“ eine Entschuldigung. Wen er damit meinte, ließ er offen. Vieles spricht dafür, dass es nicht Kostic war, der diesen Post formuliert hat. Glasner ließ die Instagram-Unverschämtheit ins Leere laufen: „Das ist einer der Gründe, warum ich nicht auf Social Media bin“, sagte er: „Für mich ist wichtig, was mir jemand ins Gesicht sagt und was ich anderen ins Gesicht sage.“ Das Thema sei erledigt.

Dagegen wird Mittelfeldakteur Amin Younes wegen unüberbrückbarer Differenzen nicht mehr für die Eintracht spielen (die FR berichtete). „Das ist eine komplizierte Situation für beide Seiten“, sagte Glasner. „Das war kein einfacher Schritt, aber ein notwendiger.“ Younes bleibt freigestellt. Gute Aussichten auf ein Bundesligadebüt haben hingegen die beiden Neuzugänge Sam Lammers und Kristijan Jakic. „Sie haben einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht und sind absolute Kandidaten für die Startelf“, sagte der Coach über den Stürmer und den defensiven Mittelfeldmann.

Nach dem Saisonstart mit drei sieglosen Partien hofft der neue Cheftrainer endlich auf ein Erfolgserlebnis. „Ein Sieg ist sehr wichtig für das Selbstvertrauen. Das würde vieles einfacher machen.“ Aber Siege seien halt grundsätzlich immer wichtig. Auch zum Auftakt in der Europa League am kommenden Donnerstag mit dem Heimspiel gegen Fenerbahce Istanbul wünscht sich der Österreicher einen Sieg, drei Tage später geht es in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg, dem Ex-Klub von Glasner. „In Wolfsburg war ich zwei Jahre, deshalb wäre mir ein Sieg persönlich sehr wichtig“, meinte er grinsend.

Eintracht Frankfurt: Konzentration auf Stuttgart

Trotz der drei Spiele in einer Woche wolle sich Glasner nur auf die Begegnung gegen die Stuttgarter konzentrieren und die Personalplanung nur darauf abstimmen. „An Fenerbahce denke ich noch nicht. Und ich werde nicht rotieren, nur um zu rotieren. Ich rotiere, wenn ich der Meinung bin, dass ein anderer Spieler bessere Leistung zeigen kann“, erklärte er.

Das Bundesligaspiel gegen die Schwaben, die als Tabellen-13. einen Platz vor den Hessen stehen, sieht der Coach „als eine Herausforderung“ an. „Stuttgart ist eine spannende Mannschaft mit vielen jungen Spielern und viel Tempo“, sagte Glasner. „Sie sind robust in der Defensive, schnell auf den Flügeln und haben viel Kreativität.“ Ein Dreier wäre für Eintracht Frankfurt nach dem Stotterstart schon von einer gewissen Bedeutung, auch um halbwegs in Ruhe weiterarbeiten zu können.

Trainer Glasner will ja die Mannschaft weiter umbauen, manches hakt beim Neuaufbau noch, was bei einem Umbruch und angesichts ungewisser persönlicher Pläne einiger Profis kurz vor Transferschluss nicht ungewöhnlich war. Nun sei klar, dass keiner mehr wechseln könne, diese Ungewissheit hätte bei dem einen oder anderen dazu geführt, vielleicht nicht ganz bei der Sache zu sein. Daichi Kamada zum Beispiel sei so ein Kandidat gewesen, das hatte der Japaner am Donnerstag nach seiner Rückkehr auch zugegeben. Ihm schwirrten ein paar Angebote durch den Kopf, die sich am Ende alle zerschlugen, weil „das Richtige für mich nicht dabei war“, wie Kamada sagte. Nun habe er den Kopf frei. „Daichi“, sagte Glasner anerkennend, „hat eine Spielintelligenz, wie ich sie selten gesehen habe“. Und am Donnerstag habe er, nach der Rückkehr von der halben Weltreise, „überragend trainiert“.

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