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Luka Jovic bejubelt mit seinen Teamkollegen und den Fans im Stadion sein Tor zum Ausgleich.

Bitteres Halbfinal-Aus

Eintracht Frankfurt: Nur nicht grämen

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Eintracht Frankfurt scheitert im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea. Doch die Eintracht kann auf das Erreichte stolz sein. Ein Kommentar.

Endstation London. Der wilde Ritt der Eintracht quer durch Europa ist vorüber, im Halbfinale in der englischen Hauptstadt ist die Reise gestern Abend beendet worden. Der FC Chelsea war nicht mal eine Nummer zu groß für den deutschen Bundesligisten, der alles Menschenmögliche versucht und eine großartige, überragende Leistung abgerufen hat. Aber am Ende hat es nach einem aufopferungsvollen Kampf nicht gelangt. Der Traum vom Finale, der Traum von Baku ist an der Stamford Bridge geplatzt. Doch Eintracht Frankfurt sollte sich nicht grämen, kann auf das Erreichte stolz sein. Es bleibt dabei: Diese Mannschaft mit ihrer Mentalität und ihrem Willen ist eine ganz außergewöhnliche.

Wer hätte denn im letztjährigen Sommer ernsthaft gedacht, dass der 120 Jahre alte Traditionsverein vom Main einen wahren Triumphzug über den alten Kontinent antreten würde? Wer hätte gedacht, dass er alle sechs Gruppenspiele gewinnen würde? Das ist noch nie einer deutschen Mannschaft zuvor gelungen. Wer hätte gedacht, dass das Stopschild erst nach 14 Partien und nach einem Elfmeterschießen in Sicht kommen würde? 14 Partien, die die Eintracht mit Leidenschaft, Seriosität und großer Begeisterung bestritten hat.

Eintracht Frankfurt hat ein Ausrufezeichen gesetzt und sich mit dieser Europapokalsaison zurück auf die internationale Fußballlandkarte gehievt. Der Klub hat sich von seiner besten Seite präsentiert und viel Aufmerksamkeit erhalten. Verdientermaßen. 

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Die eindrucksvolle Gesamtperformance geht auch auf das Konto der Fans, die mit ihrer Reiselust auswärts alle Bestmarken pulverisierten und im eigenen Stadion die Spiele zu wahren Erlebnissen machten – durch ihre imposanten Choreographien und die bombastische Stimmung während der Partien. Selbst die ausgebufften Profis des FC Chelsea waren nach dem Hinspiel vor acht Tagen baff und völlig von den Socken, in welchen Hexenkessel sie da geraten waren.

Allein die unverbesserlichen Chaoten, die in Rom und Mailand zündelten sowie Leuchtspuren abschossen, trübten das strahlende Gesamtbild.

Eintracht hat Lust auf mehr

Die Eintracht macht Lust auf mehr, und die Eintracht hat Lust auf mehr. Diese internationale Saison soll keine Eintagsfliege bleiben, der Klub stellt sich gerade auf, um dauerhaft um die internationalen Plätze mitspielen zu können. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind deutlich verbessert worden, allein in der Europa League setzten die Hessen weit mehr als 30 Millionen Euro um, der Umsatz in der neuen Runde wird im besten Fall bei fast 170 Millionen Euro liegen, der Lizenzspieleretat geht in Richtung 60 Millionen Euro, es könnte zudem ein Sommer der Rekordinvestitionen werden. Das sind allesamt Parameter, die wichtig sind, um ein sukzessives Wachstum anzuschieben.

Die Eintracht wird alles daran setzen, schon in der neuen Spielzeit wieder international vertreten zu sein. Dazu müssen die Frankfurter jetzt noch einmal alle Kräfte mobilisieren und zumindest das Heimspiel am Sonntag gegen Mainz 05 gewinnen. Dann haben sie ganz gute Chancen, einen europäischen Startplatz zu ergattern. Das wird, nach 48 Pflichtpartien und strapaziösen Monaten, kein Selbstläufer, ganz im Gegenteil. Die Spieler sind platt, körperlich und geistig. Aber das Ende ist nun endlich nahe, und auch wenn die große Krönung mit dem Finale in Baku ausblieb, so ist ein Happy End allemal noch möglich.

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