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Bietet jedem die Stirn: Kristijan Jakic. Foto: Imago images
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Bietet jedem die Stirn: Kristijan Jakic.

SGE

Eintracht Frankfurt: Nur ein Neuzugang überzeugt auf ganzer Linie

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Neuzugang Kristijan Jakic hat sich überraschend schnell im defensiven Mittelfeld zurecht gefunden: „Läuft phänomenal“, findet er.

Frankfurt - Es sind turbulente und bewegte Wochen für Kristijan Jakic, den Draufgänger und Dampfhammerspieler der Frankfurter Eintracht. Erst sein Wechsel ins Ausland, nach Deutschland in die Bundesliga, zum ersten Mal in seinem Leben auf sich alleine gestellt, neue Umgebung, neue Sprache, neue Kultur. Dann die prompte Eroberung eines Stammplatzes im neuen Team sowie die schnelle Erfüllung seines Kindheitstraums, die Nominierung für die kroatische Nationalmannschaft. Potzblitz.

Nicht mal sechs Wochen ist es her, als der defensive Mittelfeldmann sein Debüt feierte beim 3:0-Erfolg auf Zypern und hinterher ein bemerkenswertes TV-Interview gab – mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen. Und nun, als Krönung, auch noch die Qualifikation für die WM in Katar durch einen 1:0-Erfolg in Split gegen Russland, den Jakic nahe seines Heimatortes Imotski zwar auf der Bank verfolgte, aber, hey, allein dabei zu sein im elitären Kreis des Vizeweltmeisters ist eine riesengroße Ehre für ihn. „Für mich läuft es phänomenal“, sagt er. „Ich bin super-zufrieden.“

Es könnte sich in der Tat schlechter anlassen für den Mann aus den dalmatinischen Bergen, all die Hoffnungen und Wünsche, die ihn bei seinem Wechsel von Dinamo Zagreb nach Frankfurt begleiteten, sind eingetreten oder sogar übertroffen worden.

Eintracht Frankfurt: Jakic eine Verstärkung

Jakic, 24 Jahre jung, kommt in Frankfurt an mit seiner Spielweise, er ist einer, der nie den Fuß zurückzieht, der in die Zweikämpfe fliegt, als gebe es kein Morgen. Gerade wegen seiner aggressiven Spielweise hat sich der robuste Bursche in der Bundesliga schnell zurechtgefunden: Die Intensität, die vielen Zweikämpfe und die Härte im Spiel sind wie gemacht für Jakic, Anpassungsschwierigkeiten hatte er daher kaum – ganz anders als Zugänge wie Jesper Lindström, Jens Petter Hauge oder Sam Lammers, die andere Spielertypen sind, noch spürbar fremdeln und sich mit den Anforderungen der Liga erst arrangieren müssen.

Nun ist es nicht so, dass Jakic gar kein Lehrgeld bezahlen müsste und die Liga im Sturm erobert hätte. Der Zerstörer gewinnt viele Bälle durch sein resolutes Einsteigen – schenkt aber auch viele prompt wieder her. Er muss lernen, sich schneller vom Ball zu trennen, verpasst oft den richtigen Zeitpunkt fürs Abspiel. Auch deshalb wird er häufig in harte, teils auch schmerzhafte Zweikämpfe verwickelt.

„Man kann in der Bundesliga nicht mit vier, fünf Ballkontakten durchs Mittelfeld spazieren“, rügte Oliver Glasner einmal. Der lernwillige Akteur ist sich dessen bewusst und gelobt Besserung. „Das ist ein Prozess der Anpassung“, befindet er. „Ich weiß, dass ich noch nicht bei 100 Prozent bin.“ Fußballlehrer Glasner charakterisierte den Abräumer unlängst ganz treffend, als er anmerkte, dass der Spieler am liebsten überall gleichzeitig wäre, vorne, hinten, in der Mitte. „Aber seine Kernaufgabe bleibt auf der Strecke.“

Eintracht Frankfurt: „Sind meine Instinkte“

Jakic, die wilde Hummel, lächelt die sanfte Schelte weg, zumal sie im Kern nur Ausdruck seines immensen Bemühens ist. „Das sind meine Instinkte im Spiel“, betont er, „manchmal hat das auch Vorteile.“ Insgesamt aber, fügte er artig an, „werde ich versuchen, meine Position zu halten.“

Jakic müsste zweifelsohne mehr Ruhe in sein Spiel bringen, mehr Struktur und Linie – ohne aber von seiner großen Stärke, dem Ungezügelten, einzubüßen. Grundsätzlich ist der Trainer mit seinem Neuling aber sehr zufrieden, lobt auch die Stabilität im Zusammenspiel mit Djibril Sow, den Schweizer Marathonmann.

Sows Formkurve zeigte zuletzt merklich nach unten, was Glasner aufgrund dessen kurzer Vorbereitungszeit und den vielen Einsätzen nicht wundert. Der Nationalspieler, in der Länderauswahl zumeist nur zweite Wahl, stand in allen 16 Pflichtspielen in der Startelf, hat die meisten Minuten (1386) aller Feldspieler auf dem Buckel. Irgendwann hängt man halt mal durch, zumal der 24-Jährige ein sensibler Profi ist, der großen Druck nicht so gut aushält.

Vielleicht wird daher auch Kapitän Sebastian Rode mal wieder eine Chance bekommen, wenn er wieder komplett fit und gesundet ist. Nur Altmeister Makoto Hasebe sieht Oliver Glasner eher in der Abwehrzentrale. Wird ja auch in genau zwei Monaten schon 38, der alte Hase. (Ingo Dustewitz)

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