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Luka Jovic von Eintracht Frankfurt.
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Luka Jovic von Eintracht Frankfurt.

SGE

Eintracht Frankfurt: Knipser Luka Jovic wichtig in neuer Rolle

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Stürmer Luka Jovic kommt jetzt aus der zweiten Reihe und sollte für Eintracht Frankfurt ganz wichtig werden.

Frankfurt - Ein Hauch von San Siro wehte durch die menschenleere Dortmunder Arena in jener 87. Minute, als Luka Jovic zu einem langgezogenen Sprint ansetzte. Jovic ist keiner, der wieselflink auf den ersten Metern unterwegs wäre, aber auf Strecke entwickelt der kräftig gebaute Serbe eine ungeahnte Geschwindigkeit, mit jedem Schritt wird er schneller. Und dann prallen von dem Muskelpaket auch Verteidiger einfach ab, wie am vergangenen Samstag der BVB-Stopper Manuel Akanji. Oder, ein paar Nummern größer, auch ein Stefan de Vrij, damals Mitte März vor zwei Jahren im Mailänder Fußballtempel. Auch da schüttelte Jovic den Inter-Verteidiger einfach ab wie die berühmte lästige Fliege und lupfte Eintracht Frankfurt ins Viertelfinale der Europa League.

In Dortmund wiederum brachte eine ganz ähnliche Energieleistung den Siegtreffer durch Sturmpartner André Silva. Da war er wieder, der alte Luka Jovic, einer für die ganz besonderen Momente, der Unterschiedsspieler, einer, der sich in Zweikämpfen gnadenlos behauptet und durchsetzt.

Eintracht Frankfurt: Am Abschluss fehlt es

Bisher hat der 23 Jahre alte Angreifer, Mitte Januar von Real Madrid für kleines Geld ausgeliehen, die Erwartungen in Frankfurt nicht ganz erfüllt. Sie waren aber auch hennigerturmhoch, und Jovic war es, der mit einem Traumstart derlei hochfliegende Hoffnungen noch befeuert hat: Zwei Tore beim Debüt gegen Schalke, ein weiteres eine Woche drauf in Bielefeld. So sollte es weitergehen. Ging es aber nicht. Seitdem wartet der „Weltklassestürmer“, wie Trainer und Mentor Adi Hütter den Serben adelt, auf einen weiteren Treffer.

Nicht so leicht im Zweikampf zu stoppen: Luka Jovic (links), im Kopfballduell mit BVB-Verteidiger Manuel Akanji.

Hütter hat die zehn Spiele währende Torlosigkeit nicht besonders beeindruckt, er kennt ja die Gründe. Zum einen hatte Jovic konditionelle Defizite aufzuholen, zum anderen passte er nicht direkt in das Erfolgssystem mit einer Spitze und zwei Zehnern, zumal Silva seinerseits nach Belieben traf, da blieb dem Rückkehrer nur die Bank. Das Vertrauen in Jovic ist dessen ungeachtet ungebrochen. „Wichtig ist, dass er uns am Ende zu den Siegen schießt“, sagte Hütter.

Mittlerweile wird Jovic immer wichtiger für die Eintracht, in drei der letzten vier Spielen stand er in der Startelf. Allerdings spielt er inzwischen eine etwas andere Rolle als zu seiner ersten Frankfurter Zeit, als er der jüngste Spieler war, dem fünf Tore in einem Spiel gelangen. Jetzt agiert der zweifache Vater hinter dem Zentrumsspieler Silva, unangefochten die Nummer eins im Angriff, bei 22 Toren in 25 Saisonspielen kein Wunder. Jovic muss die weiten Wege gehen, muss Bälle halten, muss für die Mannschaft arbeiten. Silva ist der, der diese Arbeit vollendet. Oft steht Silva genau da, wo früher Jovic stand. Jovic kann auch diesen Part übernehmen, zudem ist er imstande, mit klugen Pässen die Mitspieler in Szene zu setzen. Und er nimmt diese neue Rolle auch an.

Trainer Hütter war nach dem Dortmund-Spiel sehr angetan von dem 23-Jährigen, der sich so gar nicht in Madrid zurecht gefunden hatte. „Sehr imponiert“ habe dem Fußballlehrer, „wie er Bälle festgemacht“ habe. „Bei vielen guten Aktionen hatte er seine Beine im Spiel.“ Pikanterweise, gab der Coach zu Protokoll, fehle ihm etwas, was früher seine absolute Stärke gewesen war: „Der letzte Abschluss“. Auch in Dortmund zielte der „intelligente Spieler“ (Hütter) nur einmal aufs Tor.

Spannend bleibt, wie Hütter seine Offensive am Samstag im Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Wolfsburg besetzt. Dass alle vier Kreativen, Silva, Jovic sowie Daichi Kamada und Amin Younes, dessen Blessur auskuriert sein sollte, in der Startelf stehen werden, ist nicht wahrscheinlich. Auf Teufel-komm-raus muss Eintracht Frankfurt nicht attackieren. Zwei Stürmer oder zwei Zehner - das ist die Gretchenfrage, die Adi Hütter bis zum Samstag entschieden haben muss.

Eintracht Frankfurt: Tolle Quote von André Silva

Sieben Spiele noch bis zum Halali, sieben Spiele noch, in denen sich die Hessen keinen Einbruch erlauben sollten. Danach sieht es momentan nicht aus, sieben Spiele zudem, in denen Luka Jovic zünden kann. Wie es dann mit ihm weitergeht, ob er zu Real Madrid zurückkehren muss, ein weiteres Jahr ausgeliehen oder gar von der Eintracht verpflichtet wird, ist offen und hängt auch davon ab, ob André Silva für viel Geld den Verein verlassen wird. 70 Millionen Euro hat Real für Jovic hingeblättert - vor dem Virus.

Sicher ist aber: Einen verlässlichen Knipser braucht Eintracht Frankfurt in der kommenden Saison allemal, ganz besonders, wenn es tatsächlich mit der Champions League klappen sollte, einer, der für 15 bis 20 Tore gut ist. „Den braucht man auch, um große Ziele zu erreichen“, hat Adi Hütter kürzlich erst betont. Ob André Silva im nächsten Jahr erneut derart zielgenau unterwegs ist? Momentan jedenfalls ist seine Quote außergewöhnlich gut, in seinen bisherigen 50 Bundesligaspielen hat er 34 Tore erzielt, in allen Wettbewerben zusammen gar 39. Das zu toppen, dürfte schwer werden - mit oder ohne Luka Jovic.

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