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Bald wieder im Eintracht-Dress? Ante Rebic.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Das neue Leben der Büffel - Ante Rebic in Frankfurt

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Das Trio Infernale ist nicht glücklich – vielleicht kehrt zumindest Ante Rebic zurück.

Er hat lange warten müssen, zweieinhalb Monate sogar, diese bösartige Torflaute nagte an ihm, dem großen Zielspieler Sebastien Haller, er zweifelte und grübelte, zwischendurch landete er sogar auf der Ersatzbank bei seinem Klub West Ham United. Am Samstag dann beendete der 25-Jährige seine persönliche Durststrecke und auch die seines Arbeitgebers, im wegweisenden Abstiegskrimi beim FC Southampton mit Trainer Ralph Hasenhüttl schloss der frühere Eintracht-Torjäger einen sehenswerten Angriff mit einem Linksschuss aus elf, zwölf Metern ab, der Ball hoppelte irgendwie am Pfosten vorbei hinein ins Netz. 1:0, gleichbedeutend mit dem Endstand, die Erlösung. Es war ein extrem wichtiger Sieg, erst der zweite aus den letzten elf Partien, für Haller war es das fünfte Saisontor und das erste seit Anfang Oktober beim 1:2 gegen Crystal Palace. Das ist für einen Stürmer eine verdammt lange Zeit.

Eintracht Frankfurt verfolgt den Weg von Haller, Jovic und Rebic

In Frankfurt verfolgen sie den Werdegang jedes ihrer Ex-Büffel genau, und natürlich ist niemandem verborgen geblieben, dass alle drei Topangreifer in ihrer neuen Umgebung noch nicht oder gar nicht zünden. Für Sebastien Haller läuft es noch am besten, auch wenn sicher nicht nach Wunsch. Der Mittelstürmer hat zuletzt nicht mehr die Leistung abrufen können, die er selbst von sich und auch der Verein von ihm erwarten kann. Zudem hat auch die ganze Mannschaft keine gute Phase, in der Premier League steckt West Ham im Abstiegskampf. Doch für Haller ging es ja bei seinem Wechsel auf die Insel auch darum, sich ins Schaufenster für größere englische Vereine zu stellen. Ob er dafür das Format hat, bleibt abzuwarten.

Luka Jovic auf dem Abstellgleis

Für Luka Jovic, den talentiertesten der drei weitergezogenen Stürmer, läuft es noch sehr viel schlechter, der junge Serbe durfte bei Real Madrid vor acht Tagen in der Champions League gegen den FC Brügge (3:1) ran, stand in der Startelf – und wurde dann doch nach 77 Minuten ausgewechselt, ohne einen eigenen Torerfolg verbuchen zu können. Für den bald 22-Jährigen ein weiteres Frusterlebnis. Er hat die Erwartungen bei weitem nicht erfüllen können, in der Liga erst ein einziges Törchen erzielt. Trainer Zinedine Zidane nimmt ihn dennoch in Schutz. „Ich glaube, er fühlt sich nicht verloren, wie viele behaupten. Ich finde, er hat ein gutes Spiel gegen Brügge gemacht.“

Jovic sei ein Akteur, der „sehr, sehr viel“ spielen müsse, doch diese Chance eröffnet ihm Zidane nur selten. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. „Er muss weiter arbeiten und jedes Mal, wenn er eine Chance dazu bekommt, Leistung zeigen. Wir werden sehen, ob es eine Partie gibt, in der er wieder spielen kann“, sagte Zidane. Das kann wohl dauern, am Sonntagabend beim Auswärtsspiel in Valencia saß er wieder nur auf der Bank, wurde in der Schlussphase eingewechselt. Immerhin gelang Karim Benzema in der letzten Sekunde noch der 1:1-Ausgleich, Jovic war daran nicht beteiligt.

Dem Stürmer werden immer wieder Wechselabsichten nachgesagt, zuletzt wurde er mit dem AC Mailand in Verbindung gebracht – genauso wie der, dies am Rande, ein wenig in die Jahre gekommene, aber keineswegs bescheidener gewordene Altstar Zlatan Ibrahimovic.

Ante Rebic außen vor

Dort, beim AC Milan, fristet der dritte Büffel, Ante Rebic, ein wirklich trauriges Dasein. Der kroatische Nationalspieler ist bei den Lombarden außen vor, bekommt kein Bein auf den Boden. Auch am zurückliegenden Wochenende kam der 26-Jährige nicht zum Zug, beim 0:0 gegen Sassuolo saß er zum dritten Mal hintereinander draußen und wurde nicht mal eingewechselt.

Eine höchst deprimierende Situation für den bulligen Außenstürmer, der auf keinen Fall die Europameisterschaft im Sommer verpassen will, seinen Platz durch seinen Status quo aber in Gefahr sieht. Völlig zu Recht. Nationalcoach Zlatko Dalic hatte ihm schon zu einem Wechsel geraten – das ginge nur, wenn Rebic zurück nach Frankfurt kommen würde, denn es ist nicht gestattet, dass ein Akteur in einem Spieljahr für drei verschiedene Vereine spielt. Für die Eintracht hatte er ja vor seinem Wechsel in allen drei Wettbewerben mitgewirkt.

Filip Kostic postet Bild mit Ante Rebic im Kreis der Mannschaft

Der Angreifer ist in höchstem Maße frustriert, kürzlich postete er ein Foto, das ihn aus glücklichen Frankfurter Tagen mit seinem Kumpel Mijat Gacinovic zeigte. „Mijat, bleib, wo Du bist“, schrieb er dazu. Am Montag dann stellte sein Kumpel Filip Kostic ein Foto ins Netz, das Rebic inmitten der aktuellen Eintracht-Spieler bei einem Mannschaftsabend in Frankfurt zeigt. Rebic sitzt in der Mitte und strahlt übers ganze Gesicht.

Da passen ja fast schon die jüngsten Meldungen aus Italien, wonach der Mann aus Imotski seine Berateragentur damit beauftragt hat, Kontakt zur Eintracht-Spitze aufzunehmen, um die Möglichkeiten einer Rückkehr auszuloten. Rebic kam ja im Tausch mit André Silva nach Mailand, ist aber bis 2021 nur ausgeliehen, eine bindende Kaufverpflichtung gibt es nicht.

Eintracht Frankfurt prüft Rückholaktion

In Frankfurt beobachten sie den Werdegang des Draufgängers mit einiger Sorge. Was Wunder, Rebics Marktwert sinkt stetig und wird peu à peu quasi vernichtet. Das kann der Eintracht nicht gefallen. Forciert der Klub also eine Rückkehr des Pokalhelden?

Besonders heiß ist die Spur nicht, aber es ist keineswegs so, dass die Eintracht, wie jüngst kolportiert, diese Option nicht prüfen würde. Denn der Verein hat logischerweise kein Interesse daran, dass der Wert des Spielers verbrannt wird, er ist ja, wenn man so will, Kapital des Klubs. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Rebic im Sommer 2021 mit André Silva „verrechnet“ wird, der Kaufpreis des Portugiesen wurde auf etwa 22 Millionen Euro taxiert – wenn Silva in Frankfurt so weiterspielt wie bisher, wird aber auch dieser Preis sehr bald ganz erheblich in den Keller rauschen. Beim 24-Jährigen glauben die Verantwortlichen aber weiterhin an das schlummernde Potenzial, nur keiner weiß, wie es gehoben werden kann. Eine vertrackte Situation.

Eine aktuelle Rückholaktion des Ante Rebic würde nur unter bestimmten, gewiss nicht einfachen Umständen überhaupt Sinn machen und klappen. Der eigenwillige Spieler müsste zum einen unbedingt zurück wollen und sich entsprechend demütig zeigen, weil er verbrannte Erde hinterlassen hat, als er Hals über Kopf seinen Abgang aus Frankfurt vorantrieb. Rebic ist aber eigentlich anders gestrickt, reumütig zurückzukommen, gar als Gescheiterter, das ist für ihn eine schwer vorstellbare Option.

Ante Rebic könnte sportlich helfen

Zum anderen müsste die Mannschaft den gefallenen Star wieder aufnehmen, das scheint kein großes Problem. Und Trainer Adi Hütter müsste seine Bereitschaft für eine erneute Zusammenarbeit bekunden, das ist schwierig. Der Österreicher war von den Mätzchen und der Unberechenbarkeit des launigen Akteurs zunehmend genervt.

Zweifelsohne würde der Kroate sportlich aber extrem weiterhelfen, er ist der Spielertyp, der der Eintracht fehlt, der Tempo, Dynamik und Draufgängertum vereint, der unberechenbar ist. „Ante“, sagte Sebastian Rode kürzlich, „ist sauschnell und kann sich im Eins-gegen-Eins durchsetzen, da konnte man den Ball einfach nach vorne jagen. Diesen Spielertypen haben wir nicht, das ist schon ein Unterschied.“

Vielleicht bleibt Rebic aber wo er ist und versauert in Italien auf der Bank. Dann wäre das Thema aber nicht erledigt, es würde nur in den Sommer verschoben. Immerhin: Rebic könnte dann, mit Zustimmung der Eintracht, zu einem ganz anderen Verein wechseln.

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