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Dumm gelaufen: Amin Younes (re.) musste im Pokal in Leverkusen verletzt ausgewechselt werden, ein Grund für das 1:4 am 12. Januar. hübner
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Dumm gelaufen: Amin Younes (re.) musste im Pokal in Leverkusen verletzt ausgewechselt werden, ein Grund für das 1:4 am 12. Januar. hübner

SGE

Eintracht: Die Nervenspiele um die Champions League beginnen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt will den Verfolger aus Leverkusen deutlich auf Distanz halten und sich nicht unter Druck setzen lassen – der desaströsen Bilanz unterm Bayer-Kreuz zum Trotz.

Frankfurt - Die Bilanz der Frankfurter Eintracht in den Gastspielen unterm Bayer-Kreuz ist einigermaßen ernüchternd, man könnte auch sagen: desaströs und indiskutabel. Die vergangenen sechs Partien in Leverkusen gingen allesamt kläglich verloren, die Zahlen des Schreckens aus Frankfurter Sicht: 1:4, 0:4, 1:6, 1:4, 0:3, 0:3. Ergibt ein Torverhältnis von 3:24. Das sind ganz genau vier Gegentreffer im Schnitt. Halleluja.

Eintracht Frankfurt: Keine guten Erinnerungen an Leverkusen

Auch Adi Hütter persönlich hat keine guten Erinnerungen an die Auftritte im Rheinland. „Das waren bittere Tage, wir haben uns nie so präsentiert, wie es sein sollte“, klagt der Trainer. Die 1:6-Klatsche von vor zwei Jahren, die schon nach 36 Minuten Bestand hatte, bezeichnet der 51-Jährige als „schlimmste Niederlage seiner Karriere“. Spielerlaufbahn inklusive. Das kann ja heiter werden am Samstag (18.30 Uhr) in Leverkusen. Oder doch nicht? „Also, ich habe da jetzt keine große Angst“, betont der scheidende Sportvorstand Fredi Bobic. Und Hütter, noch so ein Abtrünniger, gibt sogar vor, „mit einem sehr guten Gefühl“ die kurze Dienstreise anzutreten.

Der 51-Jährige ist bekannt dafür, schwarze Serien durchbrechen zu können, unter seiner Ägide holte die Eintracht das erste Mal drei Punkte in Mainz und gewann sogar in Dortmund, wo die Ausbeute jahrelang ähnlich dürftig war wie in Leverkusen. Und nun?

Coach Hütter sieht seine Mannschaft gut gerüstet, weil sie nach der fürchterlichen Leistung in Mönchengladbach (0:4) im Dienstagsspiel gegen den FC Augsburg (2:0) eine entsprechende Reaktion gezeigt und zurück in die Spur gefunden habe. Die Leistung, keine Frage, war zwar stark ausbaufähig, aber das spielt in dieser entscheidenden Saisonphase eine eher untergeordnete Rolle. Hütter ist dennoch klar, dass „wir besser als in Gladbach und auch besser als gegen Augsburg spielen müssen – sonst werden wir nicht viel holen.“

Eintracht Frankfurt: Bayer Leverkusen steht unter Druck

Er sieht den Kontrahenten aus dem Westen „enorm unter Druck“, was nicht von der Hand zu weisen ist. Die Champions-League-Teilnahme kann sich die Bayer-Elf fast schon abschminken, bei vier ausstehenden Begegnungen rangiert sie neun Punkte hinter den Frankfurtern – schon aus diesem Grund ist sie im direkten Duell zum Siegen verdammt. Für die Eintracht geht es darum, die Leverkusener auf Distanz zu halten und die Königsklasse im Visier zu behalten.

Aus dem europäischen Geschäft sind die Hessen nicht mehr zu verdrängen, die Frage ist nur, in welchem Wettbewerb sie antreten werden. Eine Platzierung unterhalb von Platz sechs ist seit den Resultaten des vergangenen Spieltags nicht mehr möglich.

Die Eintracht kann der Werkself mit einigem Zutrauen begegnen – die Horrorbilanz hin oder her. Denn die Saison der beiden verläuft diametral zueinander. Während die Eintracht 2021 einen Aufschwung sondergleichen erlebte, brachen die Leverkusener förmlich ein: Die Frankfurter haben in diesem Jahr satte 20 Punkte mehr geholt als Bayer 04, das auf lediglich 19 Zähler in 17 Partien kommt – ungeheuerlich.

Auch der Trainerwechsel von Peter Bosz zu Hannes Wolf hat keinen durchschlagenden Erfolg gebracht, zwei Siege (gegen Schalke und Köln) stehen ein Remis und eine 0:2-Niederlage in München gegenüber, gerade bei den Bayern traten die Bayer-Profis viel zu hasenfüßig auf. Ob das an der Spielweise liegt? Die hat Frischling Wolf nämlich radikal verändert, er hat gleich mal einen Paradigmenwechsel herbeigeführt, den zügellosen Offensivfußball, ein Leverkusener Markenzeichen, eingemottet und dafür abwehrorientierte Kärrnerarbeit verordnet. „Ihr Ballbesitz ist stark runtergegangen, von 58 auf 50 Prozent“, analysiert Eintracht-Coach Hütter. „Dafür versuchen sie besser zu verteidigen.“ Über Tempo und Technik verfüge die Mannschaft aber dennoch im Überfluss.

Klar ist aber, dass die Eintracht sich nicht zu verstecken braucht, wenn sie an die Leistungen der vergangenen Wochen anknüpft. „Wir sind jetzt in einer Phase, in der man punkten muss“, urteilt Hütter, der auch den ärgsten Verfolger Borussia Dortmund „mehr unter Druck“ sieht als die Eintracht. Das vermeintlich leichteste Restprogramm sieht der Österreicher dabei jedoch nicht als entscheidenden Vorteil. Er sagt: „Das ist vielleicht auf dem Papier so, aber man weiß ja nie, was dann wirklich passiert.“

Eintracht Frankfurt: Nervenspiele bis zum Ende der Saison

Im Kern wird es darauf ankommen, dass die Mannschaft auf den letzten Metern nicht das große Flattern bekommt und in dem Nervenspiel nicht selbige verliert. Da ist mentale Stärke, Fokussierung und Stabilität gefragt. Der Gedanke, etwas verlieren und abgefangen werden zu können, sollte keinen großen Raum einnehmen.

In Leverkusen könnte der Coach mal wieder auf Amin Younes bauen, der zuletzt auffallend oft draußen saß, was Hütter mit den steten Adduktorenproblemen des Nationalspielers begründet. Der 27-Jährige sei dennoch ein „wichtiger Spieler“, genauso wie Aymen Barkok, der so ein bisschen in der Versenkung verschwunden oder, wie es der Trainer formuliert, „rausgerutscht“ ist. Nicht vergessen dürfe man auch, dass Daichi Kamada seine Sache sehr gut gemacht habe. Der Japaner ist freilich aktuell ein wenig lädiert, hat sich im häuslichen Umfeld den Finger eingequetscht. „Das ist sehr schmerzhaft. Wir müssen schauen, ob wir das in den Griff bekommen“, berichtet der Coach. Sollte aber hinhauen.

Über die Qual der Wahl ist Hütter froh. „Ich habe lieber ein Luxusproblem, als etwas zusammenstöpseln zu müssen.“ Vielleicht dürfen aber Kamada und Younes gemeinsam mal wieder auflaufen, die Idee mit den beiden Spielmachern war ja die Triebfeder für den Höhenflug – und die jüngste Leistung von Stürmer Luka Jovic taugt sehr wohl als Bewerbung für einen Platz auf der Ersatzbank.

Als sicher gilt hingegen, dass Makoto Hasebe den gelbgesperrten Sebastian Rode im Mittelfeld ersetzen wird. Erstmals probierte Hütter den 37-Jährigen beim 2:1-Sieg im Hinspiel gegen Leverkusen im Mittelfeld. Das war am 2. Januar dieses Jahres – der Beginn des Eintracht-Rauschs und des Leverkusener Katers.

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