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Eintracht-Coach Adi Hütter hat noch viel Arbeit vor sich.

Supercup-Pleite

Eintracht Frankfurt muss sich verstärken

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Die Supercup-Watschn von den Bayern war schmerzhaft. Nun muss die Sportliche Leitung der Eintracht dringend Konsequenzen aus der 0:5-Niederlage ziehen. Unser Kommentar.

Wenn die 0:5-Abreibung im Supercup etwas Gutes gehabt hat für Eintracht Frankfurt, dann dies: Der Pokalsieger ist - Stand jetzt - nicht gewappnet für die bald beginnende Bundesligasaison. Das hat diese Partie auf schmerzhafte Weise sehr deutlich gemacht, in dieser Verfassung sind die Hessen nicht wettbewerbsfähig. Vielleicht war es der berühmte Wachmacher zur rechten Zeit. Nun muss die gerade mit sehr langfristigen Verträgen ausgestattete Sportliche Leitung die Konsequenzen aus dieser Watschn ziehen. Dringend.

Und sie wird nicht umhin kommen, ihr Personal zu verstärken. Denn sicher ist: Derzeit ist Eintracht Frankfurt nach den Abgängen der vier Leistungsträger Hradecky, Boateng, Wolf, Mascarell qualitativ deutlich schwächer besetzt als im vergangenen Jahr. Diese aufgerissenen Lücken sind bei weitem nicht gestopft. Die acht Neuen, die verpflichtet wurden, eher Perspektivspieler denn Verstärkungen, bringen die Mannschaft nicht voran.

Dass im Supercup nur zwei von ihnen überhaupt für gut genug befunden wurden, von Anfang an zu spielen, sagt eine Menge über die Qualität der anderen. Sie müssten sich an Tempo und Spielweise gewöhnen, räumt Trainer Adi Hütter ein. Der Mann weiß aber auch, dass es genau dies nicht gibt in der Bundesliga: Zeit. Mag sein, dass Chefplaner Ben Manga und Sportvorstand Fredi Bobic mehr in den Neuverpflichtungen sehen als andere. 

Bei Eintracht Frankfurt schrillen die Alarmglocken

Nur: Aktuell hilft das nicht weiter. Die Eintracht muss sich verstärken, um nicht - siehe den 1. FC Köln im vergangenen Jahr - gewaltigen Schiffbruch zu erleiden. Immerhin steht der Klub vor immensen sportlichen Herausforderungen; neben dem Kerngeschäft Bundesliga und DFB-Pokal wollen die Hessen ja auch in der Europa League eine gute Rolle spielen. Schon mit einer guten, intakten Mannschaft ist ein Tanz auf drei Hochzeiten ein Risiko. Fahrlässig ist es, dieses Risiko mit einer nicht funktionierenden zu wagen. Bei allem Bemühen, den Klub auf eine andere Ebene zu hieven. Stichwort: Internationalisierung - das Wichtigste ist immer noch auf dem Platz: Und da stimmt es momentan gar nicht.

Eintracht Frankfurt hat in diesem Jahr einen Investitionsrahmen für neue Spieler von etwa 30 Millionen Euro, so viel wie noch nie in der Geschichte des Klubs. Derzeit ist mehr Masse als Klasse dazugeholt worden. Das ist im höchsten Maße gefährlich, die Alarmglocken schrillen laut im Stadtwald. Zu überhören jedenfalls sind sie nicht. 

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