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Die Macht vom Main steht vor einer schweren Woche.

Eintracht Frankfurt

Knifflige Woche

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Eintracht Frankfurt muss nacheinander gegen Borussia Mönchengladbach und Schachtjor Donezk bestehen.

Durchpusten ist nicht, es geht weiter Schlag auf Schlag. Ein Topteam nach dem anderen gilt es für Eintracht Frankfurt zu bespielen: Erst Dortmund, dann Leipzig und Donezk, jetzt Mönchengladbach und wieder Donezk. Ein Hammerprogramm. Und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die kommenden beiden Partien für Eintracht Frankfurt von einiger Bedeutung sind.

Am Sonntag geht es gegen Gladbach darum, in der Bundesliga den Anschluss nach oben zu halten, was angesichts des auf Rang drei parkenden Gegners schwer genug werden dürfte, zudem: In dieser Saison hat es Eintracht Frankfurt noch nicht geschafft, gegen einen der Top Vier zu gewinnen. Von hinten aber schiebt die Konkurrenz unnachgiebig, der Vorsprung auf Rang zehn (Werder Bremen) beträgt nur drei Punkte. Eine Schwächeperiode wird sich die Eintracht kaum leisten können, ohne an Boden zu verlieren.

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Und am Donnerstag geht es dann im Rückspiel gegen die mit vielen Brasilianer aufgepimpten Ukrainer aus Donezk, das wird nicht minder anspruchsvoll. Welche Klassemannschaft das ist, war im Hinspiel in Charkiw beim 2:2 eindrucksvoll zu beobachten, als sie der Eintracht in 80-minütiger Unterzahl alles abverlangte und zweimal einen Rückstand wettmachte. Donezk, auch das war deutlich zu spüren, nimmt diesen Wettbewerb sehr ernst, genauso wie es die Eintracht vorlebt. Das ist noch mal eine andere Nummer, als gegen doch etwas satt wirkende Ensembles aus Marseille oder Rom anzutreten. Die folgenden 180 Minuten können den weiteren Saisonverlauf nachhaltig beeinflussen, es steht eine knifflige Woche an, die Aufschluss darüber geben könnte, wohin die Reise gehen wird. Die Eintracht glaubt, gerüstet zu sein. Aber ist sie es auch?

Irgendwie scheinen die Hessen in der Rückserie noch nicht so richtig zueinander gefunden zu haben, das Team ist irgendwie schwer zu greifen, man weiß nicht so recht, woran man ist, man wird nicht so wirklich schlau aus dem bisher Dargebotenen. Klar hat die Eintracht kein Spiel nach der Winterpause verloren, sie hat aber nur eines, gleich zu Beginn gegen Freiburg, gewonnen. Sie hat zwar selten so richtig schlecht gespielt, aber außer gegen Dortmund auch nicht so richtig gut.

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Die Spieler sind zurzeit nicht auf dem Level, um ihre Bestform über einen längeren Zeitraum abrufen zu können, zumindest nicht im Kollektiv, mal hängt der eine etwas mehr durch, dafür ragt ein anderer mal heraus. Andererseits reicht das, um gegen fürwahr kräftige Opponenten nicht den Kürzeren zu ziehen. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal, ein Zeichen von gestiegenem Niveau. Denn eines muss man in der Gesamtbetrachtung berücksichtigen: Das Auftaktprogramm mit allerlei Schwergewichten ist knüppelhart und hat es in sich. Es ist kein Zufall, dass der furiose Zwischenspurt der Eintracht im alten Jahr mit dem Sieg über Hannover begann.

Zu den Niedersachsen reisen die Frankfurter in acht Tagen. Dann sind 180 wegweisende Minuten vorüber. Gerade das Rückspiel gegen Donezk ist ein eminent wichtiges, denn Europa steht für die Eintracht auf einem Sockel. Ein Ausscheiden wäre ein Stimmungskiller, nicht nur für die Fans, sondern auch für die Mannschaft, die die internationalen Auftritte genießt und zelebriert. Das Gute: Sie hat es selbst in der Hand.

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