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Eintracht Frankfurt muss gegen Magdeburg Farbe bekennen

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Von: Ingo Durstewitz

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Für Eintracht Frankfurt wird’s ernst: Das Pokalspiel im Hexenkessel von Magdeburg wird eine erste Standortbestimmung.

Frankfurt/Magdeburg - Viele, die es mit der Eintracht Frankfurt halten, haben sich schon vor einigen Wochen gefragt: Wo soll denn eigentlich Daichi Kamada spielen, jetzt, da Mario Götze da ist? Nach der Vorbereitung müsste die Frage eher lauten: Wo soll denn eigentlich Mario Götze spielen, nun, da der Japaner mit einer außergewöhnlichen Frühform auftrumpft und der einstige WM-Held mit bemerkenswerter Unauffälligkeit auftritt? Trainer Oliver Glasner aber scheint nicht gewillt, Antworten zu geben, momentan sieht es so aus, als würde der Österreicher mit beiden Kreativspielern planen. Zumindest am Montag (1. August, 20.45 Uhr/ARD) beim Pflichtspielauftakt in Magdeburg, DFB-Pokal, Runde eins.

In den Trainingsspielen und auch im letzten Test beim Regionalligisten Astoria Walldorf (5:0) ließ er Götze in der linken offensiven Halbposition auflaufen und zog Kamada eine Position zurück, stellte ihn auf die sogenannte Sechser-Position an die Seite von Djibril Sow. Vordergründig ist das überraschend, doch der Raumdeuter Kamada fühlt sich offenkundig wohl in der neuen Rolle, initiiert von dort die Angriffe.

Viel Anlass zur Freude: Eintracht-Profis beim Testspielsieg in Walldorf.
Viel Anlass zur Freude: Eintracht-Profis beim Testspielsieg in Walldorf. © Imago

Eintracht Frankfurt gegen Magdeburg im Pokal: Glasner ist überzeugt

Der große Vorteil in dieser Konstellation: Er hat das Spielfeld vor sich, muss sich nicht mit dem Rücken zum Tor lösen. Für Trainer Glasner steht fest, dass der spielintelligente Techniker diese Rolle ausfüllen kann, zumal er bei eigenem Ballbesitz „genau dort spielt, wo er seine größten Stärken hat, auf der Zehn“. Gegen schnelle und wuchtige Kontrahenten könnte das Defensivverhalten des japanischen Nationalspielers ins Gewicht fallen, das hat er zwar verbessert und an Robustheit zugelegt, ist aber weit weg von den Abräumerqualitäten eines Sebastian Rode oder Kristijan Jakic. Glasner wird also wohl situationsbedingt und gegnerorientiert entscheiden.

Da die Eintracht durch die Champions League bald im Drei-Tages-Rhythmus antreten wird, will der Trainer, der am Samstag (30. Juli) als Tribünengast die 1:2-Niederlage der wiedereingeführten U21 in Alzenau ansah, seine Mannschaft häufiger mal durchwechseln – ohne signifikanten qualitativen Aderlass. Spannend, ob das gelingt. „Wegen der körperlichen und mentalen Belastung sowie dem Reisestress müssen wir eine gewisse Rotation hinbekommen“, sagte Sportvorstand Markus Krösche den vereinseigenen Medien.

Gerade bei den auf die Eintracht wartenden Herausforderungen sei ein guter Start elementar, betonte Krösche, zumal die Eintracht „im DFB-Pokal etwas Außergewöhnliches erreichen möchte“. Ein Erstrunden-Aus wie vor Jahresfrist beim Drittligisten Waldhof Mannheim verbietet sich da.

Hohe Hürde für Eintracht Frankfurt im Pokal gegen Magdaburg

Die Hürde in Magdeburg ist hoch, das Stadion voll, die Stimmung erhitzt. Davon konnte sich die Eintracht schon damals, 2016, überzeugen, als sie mit Ach und Krach in die nächste Runde einzog, dazu aber das Elfmeterschießen benötigte. Alex Meier, Szabolcs Huszti, Danny Blum und letztlich Guillermo Varela trafen vom Punkt, Omar Mascarell und Makoto Hasebe (neben Timothy Chandler der einzige Frankfurter Spieler, der noch dabei ist) verschossen, Lukas Hradecky hielt den entscheidenden Elfer.

Und am Montag? Die Eintracht wird erstmals Farbe bekennen müssen, es ist eine erste Standortbestimmung. Noch weiß niemand, wo sie steht, ob sie gleich bei der Sache ist oder die Sinne ob des Triumphs von vor 75 Tagen noch ein wenig vernebelt sind und die Nase nicht doch ein bisschen hochgetragen wird. „Wir hatten eine gute Vorbereitung“, wirft Krösche ein. „Doch das bringt nichts, wenn wir nicht auf den Punkt da sind, wenn es drauf ankommt.“ Genau so sieht es aus. (Ingo Durstewitz)

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