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Blickt voller Stolz auf die Eintracht: Präsident Peter Fischer.

Eintracht Frankfurt Mitgliederversammlung

„Eintracht ist ein Verkaufsschlager“

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Präsident Peter Fischer schwelgt auf der Mitgliederversammlung in Erinnerungen an den Pokalsieg - und nimmt ein bisschen Druck von Trainer Adi Hütter.

Das gute Stück durfte nicht fehlen, natürlich nicht, da thronte er, der DFB-Pokal, der in den vergangenen Monaten eine unendlich lange Reise quer durch Hessen hinter sich gebracht hat und am 1. Februar wieder in den DFB-Schoß zurückkehren wird, doch Peter Fischer kann sich noch immer nicht satt sehen am glänzenden Pott. „Sehr angenehm, ihn hier neben mir stehen zu haben“, sagte der Frankfurter Vereinspräsident am Montagabend während der Jahreshauptversammlung, „das ist immer noch ein cooles Gefühl.“

Der Pokalsieg vom Mai überstrahlte die Versammlung im Riederwald, also dort, wo das Herz der Eintracht schlägt, und der Triumph gegen die Bayern wirkt bis heute nach. „Dieser historische Sieg hat den Weg in die Geschichtsbücher gefunden“, rief Fischer, der den Triumphlauf von Mijat Gacinovic auf großer Bühne noch mal vor dem geistigen Auge Revue passieren ließ. „Ich bin mir sicher, dass ganz Frankfurt und die ganze Region mit ihm mitgelaufen ist.“

Der Tag in Berlin und der grandiose Empfang anderntags in Frankfurt seien für immer unvergessen. Durch das Aus in Runde eins in Ulm ist eine Titelverteidigung nicht mehr möglich. Fischer nahm es locker: „Jedes Jahr im Mai nach Berlin ist ja langweilig“, sagte er und fügte hintersinnig lächelnd an: „Aber es gibt ja andere Reisen, die man im Mai machen kann.“ Dann steigt in Baku das Finale der Europa League.

AG-Vorstand Axel Hellmann erinnerte nochmals an den Autokorso nach dem Pokalsieg, „das war mein persönliches Highlight“, der 47-Jährige rückte auch erstmals mit den wahren Zahlen raus: 180 000 Menschen waren in der Stadt unterwegs.

Adi Hütter wird gefeiert

Der Pokalsieg ist ein Wachstumstreiber, in puncto Image und Wirtschaftskraft. „Das Geschäftsjahr 17/18 ist das außergewöhnlichste, aufregendste und geilste überhaupt gewesen“, betonte Fischer, der als Präsident das 18. Mal zu den Mitglieder sprach, dieses Mal waren 523 in die Wolfgang-Steubing-Halle gekommen.

Das ist nur ein Bruchteil der Menschen, die sich an den Verein gebunden haben. „Unser Wachstum ist ungebrochen und unglaublich“, führte Fischer aus. In nur vier Jahren hat die Eintracht ihre Mitgliederzahl mehr als verdoppelt, zählte der Klub 2015 noch 30.000, so sind es im Januar dieses Jahres 67.500. Innerhalb eines Jahres hat die Eintracht 17.500 neue Mitglieder für sich gewinnen können. „Das ist eine einmalige Entwicklung, kein Verein in der Bundesliga ist stärker gewachsen als Eintracht Frankfurt“, befand der 62-Jährige und kalauerte: „Oberbürgermeister wird in der Stadt nur noch, wenn er die Stimmen von Eintracht Frankfurt erhält.“ In den kommenden Wochen werde der Klub den VfB Stuttgart auf diesem Sektor überholen, liegt dann auf Rang fünf in der Bundesliga. Das Fernziel ist klar umrissen: „Wir haben das Potenzial, um die magische Mauer von 100.000 Mitgliedern zu überspringen.“

Fischer begrüßte zudem den neuen Trainer Adi Hütter sehr herzlich, dem Österreicher wurde ein überwältigender Empfang bereitet. „Wir versuchen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen“, bekundete Hütter. „Ich denke, wir sind ganz gut unterwegs. Ich hoffe, dass wir die großen Ziele, die wir intern haben, realisieren können.“

Peter Fischer versuchte sodann, den Druck von Coach Hütter zu nehmen, der sich so ein bisschen über die gewaltig gestiegene Erwartungshaltung wunderte. „Hier sind keine Verrückten, die von der Champions League oder dem Meistertitel sprechen.“ Klar sei man stolz auf das bisher Erreichte, „wir ziehen durch Europa, wir spielen tollen Fußball“, sagte Fischer, „aber wir wissen, wo wir herkommen und durch wie viele Täler dieser Verein gegangen ist.“

Mittlerweile steht die Eintracht so gut da wie nie zuvor in ihrer Geschichte. „Es war ein Jahr mit wahnsinnig vielen Rekorden“, sagte Hellmann. Für Fischer auch der Ausdruck einer „herausragenden Arbeit“ des AG-Vorstandes um Fredi Bobic, Axel Hellmann und Oliver Frankenbach. „Ihr habt die Eintracht zu einem Verkaufsschlager gemacht.“

Den eingetragene Verein drücken hingegen nach wie vor Verbindlichkeiten, im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 13 Millionen Euro, davon neun Millionen bei Kreditinstitute. Der Klub hat aber auch zwölf Millionen Euro eingenommen, 1,6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Der Verein hat aber auch 1,4 Millionen mehr ausgegeben, davon 540.000 Euro an Personalkosten.

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