Bas Dost soll bei Eintracht Frankfurt wieder für Tore sorgen.
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Bas Dost soll bei Eintracht Frankfurt wieder für Tore sorgen.

Sturm-Problem bei der SGE

Auf wen setzt Hütter bei der Eintracht? Drei Stürmer kämpfen um zwei Plätze

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Seit dem Abgang der Büffelherde gleicht der Sturm bei Eintracht Frankfurt einer Baustelle. Angreifer sind zur Genüge vorhanden, doch wer soll die Tore schießen?

  • Sechs Stürmer stehen Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt aktuell zur Verfügung
  • Dennoch stellt sich die Frage, wer bei der SGE für die Tore sorgen wird
  • Drei Angreifer kämpfen bei der Eintracht um zwei Startelfplätze

Frankfurt - Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass die Büffelherde mit Luka Jovic, Ante Rebic und Sébastien Haller Eintracht Frankfurt gegen international klangvollere Vereinsnamen eingetauscht hat. Seither ist der Sturm der SGE, fast erwartungsgemäß, eine Baustelle. Welcher Verein kann schon Abgänge dieser Größenordnung umgehend kompensieren? Eintrachts Fredi Bobic probierte es mit klangvollen Neuzugängen wie André Silva und Bas Dost, Nachrückern wie Goncalo Paciencia und Talenten wie Dejan Joveljic. Richtig eingeschlagen ist noch keiner der Genannten, die Gründe haben unterschiedliche Ursprünge.

Jetzt, ein Jahr später, stehen Trainer Adi Hütter derzeit sechs Mittelstürmer für zwei Positionen zur Verfügung - vorausgesetzt, Hütter bleibt seinem Zwei-Mann-Sturm treu. Mit Ragnar Ache reiht sich ein Talent bei der SGE ein, dessen Vorschusslorbeeren teilweise auf den nächsten deutschen Wunderstürmer hoffen lassen. Doch wer soll letztlich die Tore für die Eintracht schießen?

Stürmer-Frage bei Eintracht Frankfurt: Dost und Silva als erste Wahl?

Da wäre zum einen natürlich Dost. Der 31-Jährige stieß im Sommer 2019 erst spät zum Team dazu, konnte also keine richtige Vorbereitung absolvieren. In diesem Jahr, so hoffen die Eintracht-Verantwortlichen, könnte Dost dank Vorbereitung endlich zum erhofften Angreifer aufsteigen, der den Hessen 20+ Tore pro Saison garantiert. Dass der Niederländer das kann, hat er sowohl bei seiner Station bei Sporting in Lissabon als auch beim VfL Wolfsburg schon unter Beweis gestellt. In der abgelaufenen Saison verpasste Dost jedoch 16 Spiele durch Verletzung und Erkrankung. Das soll sich jetzt ändern. Die Corona-Pause hat er genutzt, um seine Fitness zu stabilisieren. Und siehe da: Nach dem Re-Start kam Dost in jedem Spiel zum Einsatz.

Dost ist nicht der einzige im Sturm, der sich zum Re-Start fit präsentierte. Silva legte mit acht Treffern in zehn Spielen so richtig los und spielte sich in Hütters Startelf fest. Die anfänglichen Probleme scheint die Leihgabe vom AC Mailand abgeschüttelt zu haben. Er ist wohl der Spieler mit dem größten Potenzial auf viele Tore bei der SGE. Beim Test von Eintracht Frankfurt gegen die AS Monaco (1:1) stand Silva gemeinsam mit Dost in der Startelf - wie auch schon beim Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen den FC Basel. Ein Fingerzeig?

Paciencia fordert bei Eintracht Frankfurt seinen Platz im Sturm

Der vorerst wohl größte Konkurrent der beiden derzeit Arrivierten ist Paciencia. Der Portugiese galt im Sommer 2019 als Lückenschließer für die Büffelherde. Nach einem vielversprechenden Start in der Bundesliga mit drei Toren aus vier Spielen und spätestens nach dem 5:1-Sieg gegen den FC Bayern fiel er, wie das ganze Team, in ein Formtief. Aus diesem kam Paciencia anno 2020 jedoch nicht wieder heraus. Nach dem Re-Start war der 26-Jährige durch Blessuren zudem zum Zuschauen verdammt, ehe er gegen den SC Paderborn am 34. Spieltag zumindest für wenige Minuten wieder Pflichtspiel-Luft schnupperte.

2020/21 könnte das anders aussehen, Paciencia scheint sich viel vorgenommen zu haben. So hat er den Sommer genutzt, um mit der portugiesischen Leichtathletiklegende Francis Obikwelu an seiner Geschwindigkeit zu arbeiten. Gerade in Sachen Tempo hat die SGE im Sturm schließlich noch einiges an Luft nach oben. Mit dem Tor gegen Monaco hat der portugiesische Angreifer angedeutet, was möglich ist - und warum Silva und Dost gehörig aufpassen müssen.

Ache oder Joveljic: Wer ist der Vierte im Bunde bei Eintracht Frankfurt

Hinter den drei erfahreneren Angreifern reihen sich gleich drei Talente ein. Ache kommt als großes Versprechen von Sparta Rotterdam, Joveljic ist von seiner Leihe aus Anderlecht zurückgekehrt, Jabez Makanda komplementiert das Sechstett. Während Letzterer 2020/21 wohl kaum Bundesliga-Luft schnuppern wird, könnte Joveljic erneut verliehen werden. Der Serbe war eigentlich als Jovic-Ersatz verpflichtet worden, spielte in der Hinrunde 2019 jedoch nur eine untergeordnete Rolle, was die Eintracht zu einer Leihe gen RSC Anderlecht bewegte. Von dort kehrt er mit einer Empfehlung von einem Treffer aus fünf Spielen zurück und seinem hauseigenen Versprechen, „dass ich in Frankfurt große Spuren hinterlassen werde“. Ob das dem 21-Jährigen schon in der kommenden Spielzeit gelingt, hängt vor allem von der Vorbereitung ab.

Ähnliches gilt auch für Ache, der sich in der Corona-Pause mit Kickboxen fit gehalten hat. Sollte Hütter in der Vorbereitung gefallen, was er sieht, dürfte Ache hinter den drei erfahrenen Stürmern als Talent aufgebaut werden. Er selbst bezeichnete die Eintracht auf Nachfrage jüngst etwas salopp als „Zwischenschritt“, sein Berater Godwin Falix ist sich gar sicher, mit Ache einen zukünftigen „europäischen Starspieler“ unter Vertrag zu haben. Was schon jetzt klar ist: Mit seinem starken Kopfballspiel und seinem Tempo bringt Ache Attribute mit, die der Eintracht gut zu Gesicht stehen werden. Vorerst dürfte jedoch an Silva und Dost kein Vorbeikommen sein. Vorerst.

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