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Harmonie bei Eintracht Frankfurt: Der Kader wächst mehr und mehr zusammen. 

Kader der SGE

Eintracht Frankfurt: Der Kader wächst mehr und mehr zusammen

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    Thomas Kilchenstein
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Das Frankfurter Mittelfeld um Djibril Sow und Sebastian Rode scheint langsam zueinander zu finden. 

Frankfurt - Als Almamy Touré, der beste Spieler der Frankfurter Eintracht beim 2:2 gegen Werder Bremen, noch von den Reportern verhört wurde, wartete sein Kollege Djibril Sow zwei Schritte dahinter. Der Mittelfeldspieler diskutierte zur zeitlichen Überbrückung fleißig mit einem Pressesprecher der Hessen über das gerade Erlebte, er schüttelte den Kopf, griff sich kurz an die Stirn. Es war zu erkennen, dass da einer nicht zufrieden war mit dem Ergebnis – und sich mächtig über den späten Ausgleichstreffer ärgerte. In dieser fast schon finalen Aktion in der Nachspielzeit der Partie habe man sich „nicht klug“ verhalten, sagte Sow, nachdem er Mitspieler Touré als Wortführer abgelöst hatte.

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Mit dem eigenen Auftritt konnte Djibril Sow dagegen an diesem Sonntagabend einverstanden sein. Der Schweizer Nationalspieler lief fast zwölf Kilometer, war 82 Mal am Ball und brachte diesen in 86 Prozent der Fälle auch zu seinen Teamkollegen. Das sind gute Werte, sogar so gute, dass sie die durchaus gewagte Mittelfeldaufstellung von Adi Hütter im Nachhinein rechtfertigen. Denn der Eintracht-Trainer hatte neben Sow für das Zentrum des Frankfurter Spiels noch die spielstarken Sebastian Rode und Daichi Kamada nominiert, stattdessen saßen die zweikampfhärteren Dominik Kohr und Gelson Fernandes 90 Minuten auf der Bank. Bisher hatte Hütter im Saisonverlauf der aktuellen Bundesligarunde erst einmal diese personelle Variante gewählt, das war in Augsburg und das war damals am vierten Spieltag vor allem gründlich schief gegangen. Bereits zur Halbzeitpause, beim Stand von 2:0 für den FCA, hatte Hütter seine Nominierung korrigiert und den enttäuschenden Sow vom Rasen geholt.

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Diesmal war das nicht nötig, denn der 22-Jährige knüpfte an seine vergangenen, ordentlichen Leistungen an. Sow machte kaum Fehler, gewann vor allem in Hälfte zwei viele entscheidende Zweikämpfe und fand dann auch häufig Mittelfeldkollege Rode mit seinen Pässen. „Es ist so wie bei einer Freundin, da muss man sich am Anfang auch erstmal richtig kennenlernen, damit es später immer besser wird“, sagte Sow. Die zarten Anfänge einer möglichen Romanze sind damit also geschafft. Zu sehr loben wollte sich der Sommerneuzugang aber lieber nicht: „Ich habe noch Luft nach oben“, sagte er, „ich muss meine Rolle in der Mannschaft noch mehr finden.“

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Eintracht Frankfurt: Rode mit starken Werten

Sebastian Rode hat diese natürlich längst inne, der 28-Jährige ist Dreh- und Angelpunkt des hessischen Spiels. Manchmal lässt er sich bis in die Dreierkette der Frankfurter nach hinten zurückfallen, macht aus ihr damit faktisch eine Viererreihe, um von dort früh seine Füße im Aufbauspiel drin zu haben. Mal bietet er sich aber auch vorne im offensiven Mittelfeldbereich an, um dort entscheidenden Anteil an den finalen Aktionen zu haben. Rode kam gegen Bremen auf 92 Ballkontakte und eine Passquote von 91 Prozent, richtig starke Werte.

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Dazu hämmerte er den Ball zum Ausgleich sehenswert und gekonnt von der Strafraumkante ins linke Eck des Bremer Kastens. Weniger glücklich im Abschluss war auch gestern wieder Daichi Kamada. Der Japaner spielte zwar nicht schlecht, aber halt auch nicht gut. Er war zweimal nah dran an seinem ersten Bundesligator (8. und 20.), bei den großen Gelegenheiten zappelte der Ball aber wieder nicht im Netz. Etwas, das jedoch nicht ganz unbedeutend im Fußballsport ist.

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