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Eintracht Frankfurt: Hinteregger oder Tuta – Wer ersetzt Makoto Hasebe?

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Von: Ingo Durstewitz

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Voll erwischt. Torwart Trapp trifft Hasebe mit dem Knie an der Brust.Foto: Imago images
Voll erwischt. Torwart Trapp trifft Hasebe mit dem Knie an der Brust.Foto: Imago images © imago images/Sven Simon

Eintracht Frankfurt muss in den nächsten Partien auf Defensivchef Makoto Hasebe verzichten. Wie kann die SGE den schmerzlichen Ausfall des Japaners kompensieren?

Frankfurt – Eintracht-Trainer Oliver Glasner hat sich in diesem noch jungen Jahr schon zweimal den Luxus erlaubt, ein Bundesligaspiel ohne den unverwüstlichen Makoto Hasebe beginnen zu lassen. Das war keine allzu gute Idee, prompt gingen beiden Partien verloren, beide zu Hause, 2:3 trotz guter Leistung und 2:0-Führung gegen Borussia Dortmund, 0:2 nach trübem Auftritt gegen Arminia Bielefeld.

Nun wäre es sicher zu einfach, die Niederlagen singulär mit dieser Kausalität zu begründen, aber klar ist, dass Eintracht Frankfurt besser spielt und auch erfolgreicher, wenn der mittlerweile 38 Jahre alte Spielleiter auf dem Platz steht und nicht auf der Bank sitzt.

Eintracht Frankfurt: Hasebe nach Trapp-Zusammenstoß erstmal verletzt

Dummerweise wird der Routinier in den nächsten Begegnungen erst einmal nicht mehr mitwirken können, nachdem Torwart Kevin Trapp ihn am Samstag beim 3:2-Sieg in Stuttgart mit seinem linken Knie bretthart an der rechten Brusthälfte traf und der Japaner eine nicht näher definierte, aber äußerst schmerzhafte Verletzung davontrug. Hasebe ist erst einmal raus, auch wenn die Verantwortlichen die zarte Hoffnung haben, dass die Ausfallzeit nur drei bis vier und nicht sechs Wochen betragen könnte. Das wird auch davon abhängig sein, wie schnell die Schmerzen in einen tolerierbaren Bereich driften. Im Spiel könnte ein Brustpanzer die empfindliche Stelle schützen.

Sportvorstand Markus Krösche ist genauso wie sein Trainer keiner, der in Wehklagen ausbrechen würde, Ausfälle bedingt durch Krankheiten oder Blessuren gehören halt dazu. In diesem Jahr musste die Eintracht schon mehrfach auf Leistungsträger verzichten: Mal fehlte Djibril Sow, mal Kevin Trapp oder Daichi Kamada, Filip Kostic war schon zweimal unpässlich.

Makoto Hasebe: Japaner mit starker Statistik bei der SGE

Dass es nun aber den Defensivorganisator getroffen hat, empfindet Sportchef Krösche schon als lästige Geschichte: „Das ist ein herber Rückschlag. Hase ist ein wichtiger Spieler, das sieht man alleine schon daran, wie viele Punkte wir mit ihm geholt haben.“ In der Europa League, als Beispiel, stand der moderne Libero fünfmal in der Startelf, die Bilanz: drei Siege, zwei Unentschieden.

Und auch in der Bundesliga ist der seit Herbst einsetzende Aufschwung der Eintracht eng mit dem Namen Makoto Hasebe verbunden. „Mit seiner Ruhe gibt er auch den jungen Wilden neben ihm die nötige Ruhe“, betont Krösche. Gemeint sind Evan Ndicka und Tuta, beide 22 Jahre jung, aber schon ganz schön abgezockt für ihr Alter.

Eintracht: Wer kann Hasebe ersetzen?

Gerade der Brasilianer Tuta hat eine enorme und in dieser Form nicht erwartbare Entwicklung genommen. Auch in Stuttgart gehörte der Mann aus Sao Paulo zu den besten Akteuren. Nicht ausgeschlossen scheint sogar, dass er von rechts in die Mitte rückt und Hasebes Part übernimmt. Schon beim Testspiel in Mainz vor zehn Tagen verteidige er zentral und machte seine Sache „sehr gut“, wie Markus Krösche findet.

Der Sportvorstand könnte sich vorstellen, dass der Südamerikaner mittelfristig auf dieser Position heimisch wird. „Er bringt viele Fähigkeiten mit“, sagt Krösche. „Eine gute Technik, ein gutes Auge und die nötige Spielintelligenz.“ Tuta ist zudem ein guter Aufbauspieler, hält den Ball gerne flach und vermeidet nach Möglichkeit lange Schläge. Eine gepflegte Spieleröffnung ist der Sportführung wichtig.

Hinteregger statt Hasebe: Ist der formschwache Österreicher eine Option?

Hasebes logischer Vertreter wäre natürlich Martin Hinteregger, der kernige Österreicher, der schon häufig in diese Rolle schlüpfte und dem Japaner auch in dieser Saison öfter vorgezogen wurde. Das erschloss sich nicht jedem, denn der 29-Jährige hat in dieser Runde schwer mit sich selbst zu kämpfen. Seinen Rhythmus hat der Nationalspieler nie finden können, was auch an einer zerklüfteten Vorbereitung und einer nervigen Schulterverletzung liegt. Zuletzt begleiteten ihn Probleme am Schambein. Schöpferischer Tiefpunkt war die Vorstellung gegen Arminia Bielefeld, als er komplett neben sich stand, die Gegentore mitverschuldete und zur Halbzeit ausgetauscht wurde. Hinteregger wirkte lethargisch und bedenklich unfit.

Anschließend entschuldigte er sich öffentlichkeitswirksam über Instagram: „Ich weiß, dass einige von euch im Moment enttäuscht sind von meiner sportlichen Leistung. Ganz ehrlich: bin ich auch.“ Als Gründe führte er die Schwierigkeiten am Sprunggelenk und der Schulter im vergangenen Jahr an, und auch „meinen Kopf, der die falschen Entscheidungen trifft“. Und natürlich die fehlenden Fans im Stadion, ohne die „der Hinti halt nur der halbe Hinti ist“. Und ein halber Hinti ist für die Bundesliga offenbar nicht stark genug. Obwohl der wuchtige Kärtner ja generell eine imposante Erscheinung ist und in Topform zu den Spitzenverteidigern der Liga zählt.

Eintracht Frankfurt: Das muss sich bei Hinteregger ändern

Hinteregger müsste sein Spiel auf jeden Fall modifizieren und wieder vermehrt dazu übergehen, ein vernünftiges Aufbauspiel mit flachen Pässen durchs Mittelfeld zu betreiben. Die hat er in seinem Repertoire, doch bediente er sich zuletzt eher der langen Bälle. Sportboss Krösche macht sich keine Sorgen um den etwas anderen Profi. „Er war jetzt in einer Phase, die nicht so optimal war. Das weiß er selbst“, sagt der Manager. „Aber er bekommt von uns jede Unterstützung, die er braucht. Er ist erfahren genug, um da rauszukommen. Wir wissen, was wir an ihm haben.“ (Ingo Durstewitz)

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