Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ilsanker und Hasebe
+
Ilsanker (l.) und Hasebe (r.) im Zweikampf mit dem Stuttgarter Coulibaly. (Archivfoto)

SGE

Eintracht Frankfurt mit Luxusproblem: Wohin jetzt mit Hasebe?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
    schließen

Eintracht-Führungskraft Stefan Ilsanker überragt und an seiner Seite wächst Jungspund Tuta über sich hinaus. Und doch haben die Hessen ein Luxusproblem.

Frankfurt – Es gibt ganz sicher keinen einzigen aktuellen Eintracht-Spieler, den Trainer Adi Hütter derart vehement und fast schon bis aufs Blut verteidigt hat wie seinen Landsmann Stefan Ilsanker. Das hat Gründe. In Hütters Augen wird der 31-Jährige zu häufig und ungerechtfertigt gescholten, er sei in Frankfurt eine Art Reizfigur, sagte der Coach schon im Spätherbst des vergangenen Jahres. Natürlich spiele er auch mal den einen oder anderen Fehlpass, aber grundsätzlich sei er ein positiver Bursche mit Leaderqualitäten, „der eine Mannschaft mit seinen Emotionen mitreißen kann.“ Auch nach dem Husarenstück in Dortmund (2:1) hob Hütter den kantigen Defensivspezialisten explizit positiv hervor, jedoch nicht ohne zu erwähnen, dass er „immer wieder stark kritisiert wird“. Was freilich nicht stimmt. Schon seit einiger Zeit wird der österreichische Nationalspieler sogar ausgesprochen häufig und ausgiebig gelobt. In den letzten beiden Auswärtspartien in Leipzig und Dortmund attestierte etwa die FR ihm überragende Leistungen. „Hut ab, Ilse!“

Eintracht Frankfurt: Ilsanker vertritt Hinteregger

Wenn Hütter jedwede Kritik an Ilsanker pauschal abtut, so greift das zu kurz und geht an der Sache vorbei. Denn gerade im ersten Saisondrittel zeigte der Abräumer, der sehr wohl ein im Team anerkannter und mit Führungsaufgaben betrauter Profi ist, Darbietungen, die höchsten Ansprüchen nicht genügten – allerdings wurde er da noch im defensiven Mittelfeld aufgeboten. Dort fiel seine fehlende Kombinationsgabe schwer ins Gewicht, er fabrizierte Ballverluste, kam häufiger mal zu spät. Die Kritik an Ilsanker war berechtigt, genauso wie es nun die Belobigungen sind.

Alles im Griff – Stefan Ilsanker: Hier im Duell mit Erling Haaland. (Archivfoto)

Mittlerweile setzt Hütter den kantigen Kerl aus Salzburg im Deckungsverbund ein, zweimal sogar in Vertretung von Martin Hinteregger als Abwehrchef; das kommt Ilsanker zugute, da kann er seine Zweikampf- und Kopfballstärke, seine Furchtlosigkeit sowie seinen eisernen Verteidigungswillen in die Waagschale werfen. Prompt zerschellten an ihm die Leipziger Angreifer, prompt meldete er selbst den zuletzt zum Wunderstürmer hochgejazzten Erling Haaland ab. „Er hat noch mal ein Schäufelchen draufgelegt“, betonte Hütter. Der Umschmeichelte blieb ganz bescheiden: „Ich springe gern für Hinti ein, wenn er nicht kann. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen kann und wir Spiele gewinnen.“

Mit seiner resoluten Spielweise und der lauten Organisation gibt er den Nebenmännern Halt, sie können sich an ihm orientieren – nicht ganz unbedeutend, wenn diese erst 21 Jahre jung sind.

Dass Evan Ndicka als linkes Glied der Kette Bundesliga kann, hat er schon lange nachgewiesen. Dass aber Partner Tuta auf rechts derart schnell in die Fußstapfen des nach Argentinien abgewanderten Kapitäns David Abraham treten würde, war nicht zu erwarten. Der Brasilianer hat in Dortmund sein bestes Spiel im Eintracht-Dress gemacht, war giftig, präsent und auch prima im Aufbauspiel. Tuta hat sich schneller in seine neue Rolle eingefunden als gedacht. Selbst die Sportliche Leitung war sich nicht sicher, ob er schon die Befähigung mitbringt, konstant auf diesem hohen Level zu agieren. Der Südamerikaner hat sich freigeschwommen.

Eintracht Frankfurt: Hinteregger weiter fraglich

Und so ist den Verantwortlichen selbst dann nicht mehr bange, sollte Martin Hinteregger auch für das nächste Topspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg weiterhin unpässlich sein. Der Heilungsverlauf der Oberschenkelzerrung ist am Dienstag per MRT-Untersuchung noch einmal überprüft worden, das Training hat der 28-Jährige noch nicht wieder aufgenommen. Sportdirektor Bruno Hübner hat die Hoffnung auf ein samstägliches Comeback nicht gänzlich aufgegeben, besonders wahrscheinlich ist es aber nicht. „Unser Trainer wird nichts riskieren.“ Amin Younes, der am Dienstag nicht auf dem Platz stand, sollte bis zum Wolfsburg-Spiel aber fit sein.

Da sich die Abwehr also quasi von alleine aufstellt, und Ilsanker als zentraler Rammbock im Bollwerk sehr gut auf den ebenfalls hünenhaften Wolfsburger Torjäger Wout Weghorst passt, wird nur noch die Frage sein, wie Trainer Hütter das Mittelfeld besetzt.

Sebastian Rode hat in Dortmund als Ersatzkapitän seine beste Saisonleistung auf den Rasen geworfen, der 30-Jährige nähert sich rechtzeitig zum Schlussspurt seiner Topform. Rode hat beim BVB mit der bekannten unermüdlichen Arbeit gegen den Ball geglänzt, aber darüber hinaus stets kluge und hochwertige Offensivaktionen eingestreut. Das war eine reife, hochkarätige Vorstellung. Rode, vor Wochen noch Wackelkandidat und häufiger auf der Bank, hat seinen Platz wieder sicher – aber wer malocht an seiner Seite?

Djibril Sow hat die besten Karten. Der Schweizer spielte zwar in Dortmund nicht mehr ganz so unbekümmert nach vorne, streute mal wieder den einen oder anderen Querpass zu viel ein, aber nach wochenlangen starken Leistungen hat er Vertrauen und einen Vorschuss verdient.

Das könnte also darin gipfeln, dass Makoto Hasebe nach seiner Gelbsperre noch einmal draußen sitzen wird, wenngleich der Japaner spielerisch und strategisch klar der beste Fußballer ist. Ein kleines Luxusproblem. Doch ein starkes Kollektiv bringt eben auch ein paar Härtefälle mit sich. Der weise Altmeister, 37, könnte sich damit arrangieren. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare