Der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer hatte das Eintracht-Spiel ausgelesen. oto Reuters
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Der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer hatte das Eintracht-Spiel ausgelesen.  

Niederlage gegen Mainz

Eintracht: Mainz mit taktischer Meisterleistung beim Sieg in Frankfurt

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Mainz 05 entschlüsselt die Eintracht und zieht ihr mit einer mutigen Ausrichtung den Zahn.

  • Eintracht Frankfurt unterliegt Mainz 05
  • Mainz der SGE in allen Belangen überlegen
  • Eintracht Frankfurt platt und ausgelaugt

Frankfurt - Das größte Lob, und es war gewiss kein vergiftetes, kam vom Trainer des Gegners. Eintracht-Coach Adi Hütter hob nach dem 2:0-Auswärtscoup des FSV Mainz 05 gleich mehrfach hervor, wie stark die Rheinhessen aufgetreten seien, unerbittlich und furchtlos in den Zweikämpfen. „Die Mainzer waren physisch viel agiler und aggressiver“, urteilte der 50-Jährige: „Sie haben mit aller Härte und viel Qualität verteidigt.“ Absolut zutreffend.

Eintracht Frankfurt: Mainz war überlegen

Die Nullfünfer waren der Eintracht in vielen Bereichen klar überlegen, in puncto Einstellung und Bereitschaft weit voraus, sie waren gierig auf den Dreier und spielten den reiferen und schnelleren Fußball. Das Ganze war eingebettet und vielleicht erst möglich geworden durch eine taktische Meisterleistung. Klar haben die Mainzer bockstark verteidigt, die Frankfurter Offensive bis auf Filip Kostic aus dem Spiel genommen – doch die Abwehrarbeit fing ganz vorne an.

Trainer Achim Beierlorzer hatte das Eintracht-Spiel ausgelesen und eine mutige Ausrichtung gewählt, entschied sich dazu, die durch die vielen Partien ausgelaugten Hessen tief in deren Hälfte unter Druck zu setzen. Die drei Stürmer Levin Öztunali, Jean-Philippe Mateta und Taiwo Awoniyi sowie Robin Quaison auf der Zehn liefen die Frankfurter konsequent und in hohem Tempo an. „Wir wollten einen kontrollierten Spielaufbau schwer ermöglichen“, fasste Beierlorzer zusammen. „Das ist uns gelungen, wir haben ihnen keine Luft zum Atmen gelassen.“

Eintracht Frankfurt: Nichts funktionierte gegen Mainz

Dahinter baute er mit Danny Latza und Leandro Martins auf zwei laufstarke Spieler, um die bekannten „Läufe der Frankfurter aus dem Mittelfeld“ zu unterbinden. Auch das funktionierte. Hinzu kam, dass die Mainzer „den absoluten Willen, die Entschlossenheit und Mentalität“ auf den Platz brachten, um der Eintracht den Schneid abzukaufen.

Für den FSV war der Erfolg, den Moussa Niakhaté (43.) und Pierre Kunde (77.) sicherstellten, nicht überlebenswichtig, aber von großer Bedeutung. Mit ähnlichen Vorstellungen wie dieser werden die Nullfünfer am Ende über dem Strich stehen, das Potenzial schlummert zweifelsohne in diesem zuweilen so heterogenen Team – die Leistung vom Samstag sollte aber der Maßstab sein.

Von Ingo Durstewitz

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