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Feines Füßchen, leicht angeschlagen: Omar Mascarell.
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Feines Füßchen, leicht angeschlagen: Omar Mascarell.

Partie gegen Leipzig

Eintracht Frankfurt macht sich groß

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Trainer Kovac geht die Partie gegen Leipzig mit Respekt an. Proteste mit Vuvuzelas angekündigt.

Die Aussicht auf internationale Festspiele, das Schwadronieren von Europa, neuerdings sogar von der Königsklasse, all das nimmt Niko Kovac zufolge etwas überhand. „Es wird mir ein bisschen zu viel“, sagt der Trainer der Frankfurter Eintracht. „Meine Spieler werden oft damit konfrontiert und dazu befragt, aber lassen Sie uns doch erst mal spielen, und dann sehen wir, was übrig bleibt.“ 

Es ist das alte Spielchen für die, die auf einmal weit oben stehen, dort, wo sie vorher nicht verortet wurden – weder von einem selbst noch von anderen. Es ist die Angst vor zu hohen Erwartungen, die man womöglich nicht erfüllen kann, und die Furcht davor, am Ende auf die Ohren zu bekommen, weil man es irgendwann wagte, andere Ansprüche zu formulieren. Deshalb halten sich die Verantwortlichen lieber im Vagen und verweisen auf die vorformulierten Saisonziele. Lieber im Windschatten segeln, als sich breitbeinig in den Sturm stellen. 

Das kann man generell so sehen, es ist nachvollziehbar, die Spieler auf dem Boden zu halten und ihre Sinne zu schärfen. Andererseits kann das Streben nach einem hohen Ziel auch motivierend und leistungssteigernd sein. Da braucht man Fingerspitzengefühl und eine gute Kenntnis über die Befindlichkeit eines Teams. Beides hat Kovac.

Eines ist klar: Diese Eintracht-Mannschaft hat schon jetzt die Erwartungen übertroffen. Auch in der vergangenen Saison war im Übrigen niemand sauer, weil das Team letztlich die Europa League verpasste, Kritik setzte es, weil die Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr sie selbst und Letzter im Klassement der zweiten Saisonhälfte war. Damals gab es Gründe, einer war sicherlich, dass einige Säulen verletzungshalber wegbrachen, das konnte das Ensemble irgendwann nicht mehr kompensieren. Deshalb sagt Niko Kovac jetzt auch: „Wenn wir wenige Verletzte haben, erhöht es unsere Chance, uns oben festsetzen zu können.“ Das ist korrekt.

Gut trifft es sich da, dass sich Abwehrchef David Abraham vor dem Topspiel gegen RB Leipzig am ungewohnten Montag (20.30 Uhr) wieder zurückkehrt. Schlecht ist, dass Mittelfeldstratege Omar Mascarell auszufallen droht. Der Spanier klagt über starke Schmerzen auf dem Spann, auf den er bereits im letzten Spiel gegen Köln einen Schlag bekommen hatte. „Es ist im Laufe der Woche immer etwas schlechter geworden“, sagte Kovac. „Ich hoffe noch, dass wir ihn hinbekommen, aber ich weiß nicht, ob es klappt.“ 

Vor den Leipzigern hat er Respekt, gerade das Umschaltspiel ist brandgefährlich. Die Sachsen haben zu ihrer Form zurückgefunden, erst vor wenigen Tagen auf internationalem Terrain mit 3:1 beim SSC Neapel gewonnen. Ein Ausrufezeichen. „Man gewinnt nicht einfach mal so beim Tabellenführer der italienischen Liga“, betont Kovac. 

Und doch geht er flockig an die Aufgabe heran, auf die Frage, ob er eine Absicherung im Mittelfeld einbaue, etwa Abfangjäger Gelsen Fernandes, antwortete der Trainer: „Gelson ist immer eine Alternative.“ Aber: „Wir haben uns einen ordentlichen Namen in der Liga erspielt“, sagte Kovac und legte die Betonung explizit auf „erspielt“. Die Zeiten, da man sich dem Gegner anpasse, seien passé: „Wir dürfen nicht in ihre Stärken spielen. Aber die Leipziger werden sich auch nach uns richten. Wir werden unseren Spielstil durchziehen.“ Eine gute Einstellung.

Kovac wird, wie die Eintracht auch, im mit nicht mal 45 000 Zuschauern besetzten Stadion auf eine ungewohnte Atmosphäre treffen. Als Protest gegen die Montagsspiele hatten die Frankfurter Anhänger einen Stimmungsboykott angekündigt, nun berichtete die „Bild am Sonntag“ gar, die Fans würden dafür mit 5000 Vuvuzelas Krach machen. Zudem wollen Ultras den Innenraum betreten, um Protestplakate hochzuhalten und so versuchen, eine Spielunterbrechung herbeizuführen. 

Kovac, selbst kein Freund von Montagsspielen, weiß von geplanten Aktionen. „Wir sind in Kenntnis gesetzt, dass sie friedlich etwas vorhaben“, sagte er. „Sie sehen ihre Grundrechte als Fans in Gefahr, deshalb haben sie das Recht, im Stadion zu demonstrieren.“ Er werde mit seinen Spielern darüber sprechen: „Sie sollen wissen, was auf sie zukommen kann, dann ist es leichter zu verstehen.“ 

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