Luka Jovic küsst nach dem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid das Wappen seines neuen Vereins. Doch die Spanier haben sich mit dem Transfer des Spielers verzockt.
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Luka Jovic küsst nach dem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid das Wappen seines neuen Vereins. Doch die Spanier haben sich mit dem Transfer des Spielers verzockt.

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Luka Jovic: Warum sich Real Madrid beim Deal mit Eintracht Frankfurt verzockt hat

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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Luka Jovic wechselt im Sommer 2019 zu Real Madrid. Ein Jahr später stehen die Zeichen wieder auf Abschied. Die Königlichen und der Stürmer haben sich verzockt.

Frankfurt - Luka Jovic war das große Talent bei Eintracht Frankfurt, wurde von Fans und Medien gefeiert, schoss in der Saison 2018/2019 in 48 Spielen 27 Tore für die SGE. Er war ein Macher, der maßgeblich am Erfolg der Hessen beteiligt war. Schon früh wurde deshalb spekuliert, dass der damals 21 Jahre alte Stürmer die Eintracht nach der Saison verlassen würde. Im Sommer dann verdichteten sich die Gerüchte, Real Madrid würde sich die Dienste des jungen Stürmers sichern – und 60 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt überweisen.

Luka Jovic wird bei Real Madrid zum Bankdrücker

Kurz darauf wurden die Verträge unterschrieben und Luka Jovic bei einem großen Pressespektakel in Madrid vorgestellt. Er küsste das Logo der Königlichen auf seinem Trikot, posierte mit Ball, Madrids Präsident Florentino Pérez fand viele lobende Worte für den heute 22-Jährigen. Es schien wie ein Märchen, vor allem für Jovic, der ein solches Angebot natürlich nicht ausschlagen konnte. So eine Chance kommt wohl nur ein Mal im Leben.

Doch der Fall kam schnell und der Aufprall war hart. Unter Trainer Zinédine Zidane mutierte der in Frankfurt gefeierte Jovic schnell zum Bankdrücker, kam an Spielern wie Karim Benzema nicht vorbei. Schlagzeilen gab es trotzdem. Leider keine über sportliche Erfolge sondern fast ausschließlich negative über Eskapaden abseits des Platzes. Seine Reise von Madrid nach Belgrad zu Beginn der Corona-Krise löste gar eine kleine Staatskrise in Serbien aus, in der sich auch die Premierministerin Ana Brnabic zu Wort meldete.

Liste der Probleme bei Luka Jovic wird immer länger – Real Madrid denkt über Verkauf nach

Seitdem wird die Liste der Probleme um Luka Jovic immer länger. Zur Zeit befindet sich der Stürmer laut Medienberichten in Quarantäne, weil ein Freund positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Ausgerechnet jetzt! Denn erst am vergangenen Wochenende hatte er sein Comeback nach einer überstandenen Knöchelfraktur gefeiert.

Doch damit noch nicht genug. Offenbar will Real Madrid Luka Jovic im Sommer schon wieder an einen anderen Verein verkaufen. Ein herber Rückschlag für den jungen Stürmer – aber auch für Real Madrid. Haben sich sowohl Jovic als auch die Königlichen mit dem Transfer verzockt?

Real Madrid und Luka Jovic haben sich verzockt

Die Antwort kann nur „Ja" lauten. Dass sich Real Madrid die Dienste des großen Stürmer-Talents sichern wollte, ist nicht einmal das Problem. Der Fehler war das Vorgehen nach der Verpflichtung. Real Madrid hätte klar sein müssen, dass Luka Jovic in seinem ersten Jahr nicht an Weltstars wie Benzema oder Eden Hazard vorbeikommen würde. Eine Leihe wäre in seinem Fall also das einzig richtige gewesen.

Berühmte Beispiele gibt es genug. So sicherte sich beispielsweise der FC Bayern München zur Saison 2017/2018 die Dienste von Serge Gnabry, lieh ihn aber für eine Saison an die TSG Hoffenheim aus, um ihm mehr Spielpraxis zu ermöglichen. Ein ähnlicher Deal mit Eintracht Frankfurt oder einem anderen Verein wäre für den 22 Jahre alten Stürmer und Real Madrid so wichtig gewesen. Denn Luka Jovic hätte die Zeit zum Reifen gebraucht. Wie ein guter Wein eben.

Findet sich ein passendes Angebot im Sommer, muss Luka Jovic den Schritt gehen. Sonst könnte er als ewiges Talent in die Annalen eingehen, der nie zum Weltstar wurde. Fußballerisch hätte er eigentlich das Zeug dazu. (Von Melanie Gottschalk)

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