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Kann ja nicht jedes Duell gewinnen: Luka Jovic (vorne), hier gegen den Stuttgarter Ozon Kabak.

Luka Jovic

Heftiges Werben um Luka Jovic

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Eintracht-Stürmer Luka Jovic ist heiß begehrt, aber was passiert im Sommer wirklich mit dem 21-Jährigen?

Neues von Luka Jovic? Aber hallo, also: Jüngsten Meldungen aus Spanien zufolge will der große FC Barcelona den wohl begehrtesten Fußballer auf diesem Planeten auf einmal nicht mehr kaufen, weil dem spanischen Renommierklub eine Ablösesumme von mehr als 60 Millionen Euro zu hoch erscheint. Sapperlot, dann eben nicht, geht der Eintracht-Stürmer halt nach Mailand oder Madrid, Hauptsache England. Vielleicht bleibt er aber auch hier, also in Deutschland, und zieht weiter runter in den Süden zu den Bayern. Oder auch nicht.

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Die Gerüchte und Spekulationen rund um den 21-Jährigen nehmen ja, bar jeder Ironie, schon längere Zeit völlig groteske Formen an. Es vergeht fürwahr kaum ein Tag, an dem nicht irgendwer irgendetwas erfahren haben will und in die Weiten des Netzes hinausbläst. Interesse an Jovic sollen, kein Spaß, Manchester City, Manchester United, der FC Arsenal und der FC Chelsea haben, also im Grunde halb England. Die besten Karten soll da angeblich gar der sechsfache Meister Chelsea London haben – weshalb, erschließt sich einem weder auf den ersten noch den zweiten Blick. Die „Blues“, auf die die Eintracht im Halbfinale der Europa League treffen könnte, liegen derzeit auf Rang sechs in England. Klingt nicht so sexy.

Luka Jovic soll eine zentrale Rolle in den Planungen Reals spielen

Interessanter ist da die Meldung der für gewöhnlich bestens informierten „Marca“, der Sporttageszeitung aus Madrid, die täglich mehr als 2,5 Millionen Menschen lesen und die damit die Zeitung mit der größten Reichweite der Iberischen Halbinsel ist. Das Blatt hat sehr gute Verbindungen und eine große Nähe zu Rekordmeister Real Madrid. Die „Marca“ und andere Medien wollen nun erfahren haben (und belegten das auch mit Bildmaterial), dass sich Real-Generaldirektor Jose Angel Sanchez in Madrid mit Fali Ramadani getroffen hat. Das ist der Berater von Luka Jovic, ein umtriebiger, bestens vernetzter Strippenzieher, dem ein Ruf wie Donnerhall vorauseilt. In dem Treffen soll es um einen möglichen Wechsel Jovics gegangen sein, es ist kein Geheimnis, dass Real im kommenden Sommer nach der völlig verkorksten Saison eine Transferoffensive plant, die sich gewaschen hat. Jovic soll da eine zentrale Rolle spielen und als Nachfolger von Karim Benzema aufgebaut werden. Der serbische Nationalspieler soll in Madrid rund acht Millionen Euro verdienen können, das ist natürlich ein Haufen Geld und auch mehr als er in Frankfurt einheimsen könnte – gemessen an Superstarverträgen aber auch wieder nicht so viel. Vertrackte Geschichte.

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Klar ist, dass Agent Ramadani seinen Schützling auf dem Markt positioniert und auslotet, wer wie viel bezahlen würde, aber auch taxiert, wo Jovic die besten Einsatzchancen hätte. Denn der Stürmer selbst hat schon sehr deutlich gemacht, dass er keinesfalls irgendwo auf der Bank versauern möchte. Dort sitzt er ja meistens in der serbischen Eliteauswahl – und keiner weiß, warum. Die Eintracht-Verantwortlichen können sehr gut mit Ramadani, neben Jovic vertritt er auch die aktuellen Frankfurter Profis Filip Kostic, Ante Rebic undMijat Gacinovic. Das muss für die Verhandlungen kein Nachteil sein.

Eintracht Frankfurt ist skeptisch

Die Eintracht hat jedenfalls noch kein offizielles Angebot vorliegen, was nichts zu bedeuten hat, erst einmal müssen die Interessenten ja die Berateragentur und den Spieler selbst kontaktieren und austarieren, ob überhaupt eine Übereinkunft zu erzielen ist. Die Frankfurter Verantwortlichen gehen intern davon aus, dass es eng werden wird, den Rohdiamanten, der gar nicht mehr so dolle geschliffen werden muss, zu halten. Die genannten Vereine gehören allesamt zur Crème de la Crème des Weltfußballs, da können die Sinne schon mal ein wenig verrückt spielen.

Dabei ist Jovic ein bescheidener junger Mann, klar im Kopf, ohne Flausen und Allüren. Er fühlt sich in Frankfurt ungemein wohl, gerade mit seiner „Balkan-Gang“, wie sie sich selbst nennen, die Kumpels Kostic, Rebic, Gacinovic und Branimir Hrgota.

Jovic kann sich genauso gut vorstellen, noch ein Jahr in Frankfurt zu spielen, zumal dann, wenn am Ende wirklich der große Wurf gelingen und die Champions-League-Qualifikation herausspringen würde. Für viele Sportler ist es auch heutzutage noch wichtig, das überraschend Erreichte gemeinsam auszuleben.

Eintracht rechnet mit 60 - 80 Millionen Euro Ablöse

Die Eintracht ist zurzeit in keiner unangenehmen Position, Jovic ruft seine Leistung beständig ab, die vielen Gerüchte tangieren ihn ganz offensichtlich nicht. Das wiederum führt dazu, dass die Mannschaft weiterhin auf einer Erfolgswelle surft und ihre Bahnen durch die Bundesliga und Europa zieht. Und: Ein Wettbieten um den Angreifer, den die Eintracht ja erst noch für rund sieben Millionen Euro beim Viertelfinalgegner Benfica Lissabon auslösen muss, kann dem Bundesligisten ja auch nur recht sein.

Klar ist, und da gibt es auch kein vertun, für die oft kolportierten 60 Millionen Euro würde die Eintracht ihren Torjäger keinesfalls ziehen lassen – für diese Summe hätte sie ihn schon im Winter veräußern können, was sie aber entschieden ablehnte. Ein Spieler wie Luka Jovic mit diesen Anlagen und in diesem Alter ist gut 80 Millionen Euro wert, man braucht nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wie verlässlich der Serbe bei einem europäischen Topteam einnetzen würde. Und so astronomisch die Summe auch klingen mag, so sollte man sie doch in Relation sehen: Bayern München etwa hat für Lucas Hernandez jetzt 80 Millionen Euro hingeblättert, der Starspieler von Atletico Madrid ist aber kein Stürmer, sondern Linksverteidiger.

Die Eintracht geht davon aus, dass sie einen ihrer drei Stürmer verlieren wird, Jovic erscheint am wahrscheinlichsten. Aber sie ist gerüstet, und clever sowieso: Es besteht ja auch die Möglichkeit, den Spieler zu verkaufen, ihn aber im Gegenzug mit einer gehörigen Gehaltsaufbesserung auf gut sechs Millionen Euro noch ein Jahr in Frankfurt zu parken – könnte eine dieser berühmten Win-Win-Situationen werden.

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