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Die Lüttich-Fans wollen sich am Donnerstag vor dem Europa-League-Spiel auf dem Römer treffen.

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Eintracht-Fans: Gäste mit offenen Armen empfangen

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Statt in den sozialen Medien zu Provokationen aufzurufen, sollten die Lüttich-Fans mit offenen Armen empfangen werden. So  wie die Eintracht-Fans in vielen anderen Städten zuvor. Ein Kommentar.

Frankfurt - Am Donnerstagabend steht für Eintracht Frankfurt das wichtige Europa-League-Spiel gegen Standard Lüttich an. Neben den über 40.000 Eintracht-Fans werden auch rund 2.600 belgische Anhänger in Frankfurt erwartet. Die Lüttich-Ultras haben bereits vor einigen Tagen ihren Treffpunkt für den Spieltag angekündigt: den Frankfurter Römer. Ab 13 Uhr wollen sie sich auf dem geschichtsträchtigen Platz einfinden und dann von dort aus gegen 17 Uhr gemeinsam in den Stadtwald spazieren, um ihre Mannschaft im Waldstadion anfeuern zu können.

Wenige Tage nach der Ankündigung der belgischen Ultras kursiert ein Post in den sozialen Medien, der die Eintracht-Fans dazu aufruft "den Spieß" einfach umzudrehen und sich bereits ab spätestens 12 Uhr auf dem Römer zu treffen. Der Grund: "Allein die Vorstellung, das 2000 Belgier unseren Römer besetzen sollte jeden von uns die Kotze hoch kommen lassen", heißt es in dem geschmacklosen Post.

Eintracht Frankfurt: Fans werden mit offenen Armen empfangen 

Die Frankfurter sind in der Vergangenheit nach Bordeaux, Mailand, Lissabon oder London gereist, haben in Vaduz gesungen und in Tallinn gefeiert. Überall wurden sie mit offenen Armen empfangen, überall zeigten die Anwohner Gastfreundschaft. Es sind genau diese friedlichen Fußball-Feste, für die die Eintracht-Anhänger in ganz Europa zurecht gefeiert werden. Der Urheber dieses Posts scheint das offenbar zu vergessen – vielleicht weiß er es einfach auch nicht.

Jedenfalls ist dieser Aufruf einfach geschmacklos und ein Gros der Frankfurter Fans dürfte das genau so sehen. Vor allem nach den Erlebnissen in Rom im vergangenen Dezember, wo die SGE-Fans eben nicht mit offenen Armen empfangen wurden. Der Aufschrei war groß, vor allem, nachdem die Stadt den angestrebten Fanmarsch untersagt hatte. Die Situation eskalierte, es kam zu unschönen Szenen. Aber auf diese Stufe sollte sich kein Eintracht-Fan hinab lassen.

Frankfurt steht für Weltoffenheit – Eintracht-Fans im Waldstadion stimmgewaltig präsentieren 

Es steht außer Frage, dass einige gewaltbereite Anhänger von Standard nach Frankfurt kommen, um zu provozieren. Diese Art Fans gibt es wohl im Umfeld jeden Klubs. Doch die Eintracht-Fans, die dem Aufruf in den sozialen Medien folgen wollen, um gegen die Gäste "anzutreten" oder sie "bekämpfen" zu wollen, denen sei gesagt: ein Großteil der Lüttich-Fans kommt für ein friedliches Fest nach Frankfurt. Frankfurt steht für Weltoffenheit, den Anhängern aus Lüttich sollte die gleiche Gastfreundschaft entgegen gebracht werden, wie sie den Eintracht-Anhängern in vielen anderen Städten in der Vergangenheit zuteil wurde.

Im Waldstadion können und werden die Frankfurter dann am Abend wieder stimmgewaltig zeigen, warum sie die besseren Fans und Herr im eigenen Haus sind. Gewalt und Provokationen ist ein Zeichen der Schwäche, nicht der Stärke. Egal ob in Frankfurt oder sonst wo. Und ganz egal von wem.

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