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Eintracht: Die Punktlandung von Jesper Lindström

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Von: Ingo Durstewitz

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Rechtzeitig fit: Jesper Lindström.
Rechtzeitig fit: Jesper Lindström. © dpa

Der zuletzt unpässliche Jesper Lindström ist fit fürs Finale, Tuta verlängert seinen Vertrag und Glasner freut sich auf den Mittwochabend.


Aus gegebenem Anlass, der nachgerade Jahrhundertspiel (mal wieder) heißt, hat sich die Mannschaft der Frankfurter Eintracht vor dem großen Finale am Mittwochabend (21 Uhr/RTL) in Sevilla gegen die Glasgow Rangers in einem emotionalen Statement an ihre Fans gewandt. Pünktlich zur Landung im Herzen Andalusiens am frühen Nachmittag veröffentlichte die Medienabteilung der Hessen einen Offenen Brief im Namen des Teams, der natürlich nicht aus der Feder der Spieler selbst stammt, aber ihre volle Zustimmung gefunden hat. „Wir sind uns der großen Chance für den Klub und für uns alle bewusst“, heißt es da. „Gegen einen großen Klub und eine starke Mannschaft gilt es, alles zu geben, um erstmals seit 42 Jahren den Pokal wieder nach Frankfurt zu holen.“ 

Und natürlich bekamen die reiselustigen Anhänger:innen für ihren in der Tat bemerkenswerten Support in dieser Europa-League-Spielzeit eine Menge Honig um den Mund gepinselt. „Wir wissen, dass unser größter Trumpf hinter uns stehen wird. Eure Unterstützung hat uns bis ins Finale getragen. Wir spüren Eure Energie! Und wir holen uns das, was wir alle gemeinsam verdient haben.“ Feierliche, pathetische Worte, die aber vielleicht sogar angemessen sind vor einem Endspiel, das für die Eintracht und ihren Gegner aus Glasgow (letzter internationaler Titel vor 50 Jahren) von überragender Bedeutung ist. Es ist angerichtet im Glutofen Sevilla. „Beide stehen absolut verdient im Finale“, sagte Eintracht-Trainer Oliver Glasner auf der Pressekonferenz am Dienstagabend. „Ganz Europa kann sich auf dieses Finale freuen.“ Der Fußballlehrer, ein ausgewiesener Spanien-Freund, ist mit einem guten Gefühl in den Süden gereist und „mit großem Stolz auf meine Spieler“. 

Am Dienstag schon wimmelte die schöne Stadt von Fußballfans aller Couleur, die Bars und Restaurants waren voll, hier ein Bierchen, dort ein Selfie – und überall ganz viele rote Gesichter. Was Wunder, in der Sonne kletterten die Temperaturen um die Mittagszeit auf 42 Grad. Man muss auch nicht besonders viel Fantasie aufbringen, um schnell zu erkennen, dass die Schotten tatsächlich in der Überzahl nach Spanien gereist sind. Friedlich blieb es bei diesem Riesenansturm auf beiden Seiten dennoch, umso besser. 

„Wir saugen diese Stimmung von unserem Hotel auf“, berichtet Kapitän Sebastian Rode, der schon seit Wochen diesen Enthusiasmus spürt, beim Einkaufen, an der Zapfsäule, im Restaurant. „Alle drücken uns die Daumen. Da bekommst du jedes Mal Gänsehaut. Wir sind alle heiß aufs Spiel.“ 

Die Eintracht wird die 13. und letzte Partie auf internationaler Wiese mit maximaler Entschlossenheit angehen – und mit ihrer besten Besetzung. Beim Abschlusstraining, das am Vormittag in Frankfurt abgehalten wurde, mischte der seit Wochen unpässliche Jesper Lindström putzmunter mit, er stand auch im Training in der potenziellen Startelf. 

Der dänische Offensive hatte sich im Halbfinalhinspiel bei West Ham Ende April am Oberschenkel verletzt. Die medizinische Abteilung setzt seitdem alle Hebel in Bewegung, um den 22-Jährigen rechtzeitig fürs Finale fit zu bekommen. Es scheint, eine Punktlandung geworden zu sein. „Jesper geht es sehr gut, er hat keine Probleme“, urteilt Glasner. Für die Eintracht ist sein Einsatz von großer Bedeutung, weil er extrem schnell ist und durch seine Frechheit immer mal wieder neue, gefährliche Situationen heraufbeschwören kann. Zudem konnte Ersatzmann Jens Petter Hauge nicht wirklich überzeugen. 

Glasner schätzt den Kontrahenten aus Glasgow als gefährlich ein, als Mischung aus den beiden vorherigen Gegnern, FC Barcelona und West Ham United. „Der holländische Einschlag ist unverkennbar, genauso wie die britische Mentalität.“ 

Am Tag vor dem Finale flatterte noch eine gute Nachricht von Verteidiger Tuta rein. Der Brasilianer hat seinen Vertrag bis 2026 verlängert. „Ein tolles Zeichen“, so Glasner. „Er hat sich zum absoluten Stammspieler entwickelt.“ Tuta wird natürlich am Mittwoch in der Startelf stehen, zentral in der Abwehr. Gibt unwichtigere Posten in so einem Spiel.

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