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Nicht gut drauf gegen die Eintracht: René Adler.
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Nicht gut drauf gegen die Eintracht: René Adler.

DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt hat leichtes Spiel mit Mainz

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Mainz 05 schenkt der Eintracht drei Tore und damit den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Die Pechvögel des Abends: René Adler und Alexander Hack.

Nachdem der überraschend leichte Triumph  gegen völlig überforderte Mainzer eingetütet und die Eintracht locker und leicht mit 3:0 (1:0) ins DFB-Pokalhalbfinale spaziert war, hallte natürlich der Evergreen durch die Frankfurter Arena im Stadtwald. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, schallte es aus zehntausenden Kehlen. Frankfurter Glückseligkeit nur drei Tage nach der ernüchternden Schlappe in Augsburg. Die Eintracht arbeitet an einer Neuauflage des Vorjahres, als sie sich erst im Finale Borussia Dortmund geschlagen geben musste, aber den Festtag in der Kapitale zu einem einzigartigen Erlebnis werden ließ. Und in diesem Jahr? „Wir arbeiten alle daran, uns diesen Traum noch einmal zu erfüllen“, sagte Torschütze Omar Mascarell. „Wir haben Blut geleckt.“

Während die Eintracht ausgelassen und frenetisch feierte, wurden die Mainzer Spieler auf der anderen Seite gnadenlos ausgepfiffen und beschimpft. So ist der Fußball.

Trotz des großen Jubels war die Stimmung im Lager der Eintracht aber nicht himmelhochjauchzend, was auch an der einseitigen Angelegenheit gelegen haben dürfte. Die Mainzer waren die schlechteste Mannschaft, die sich in dieser Saison in Frankfurt vorstellte. „Sie waren mit uns nicht auf Augenhöhe“, urteilte Sportdirektor Bruno Hübner, ehe er etwas technokratisch nachschob: „Wir werden das Ziel Berlin weiterverfolgen.“ Vorstand Axel Hellmann war da schon etwas begeisterter: „Dass wir wieder im Halbfinale stehen, ist phantastisch.“

Fredi Bobic: „Wir waren das klar bessere Team“

Auch Sportvorstand Fredi Bobic freute sich: „Wir waren das klar bessere Team.“ Mit der Leistung seiner Mannschaft war er freilich nicht immer einverstanden. „Spielerisch war es nicht so berauschend“, sagte er, schob dann aber treffend nach: „Das ist Jammern auf hohem Niveau.“ Die Hessen streichen durch den abermaligen Einzug ins Semifinale eine garantierte Summe von 2,55 Millionen Euro ein. In der vergangenen Pokalsaison machten sie insgesamt einen Gewinn von etwa sieben Millionen Euro. Trainer Niko Kovac bilanzierte: „Meine Mannschaft hat nach dem Spiel in Augsburg eine Reaktion gezeigt. Das war nicht sehr gut, aber es war gut. Darauf kann man aufbauen.“ Am Samstag schon geht es in der Bundesliga weiter, dann kommt das Schlusslicht 1.FC Köln nach Frankfurt.

Kovac warf die Rotationsmaschine dann doch in einem Maß an, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war. Vier neue Spieler beorderte er im Vergleich zur 0:3-Niederlage vom Sonntag in Augsburg in die erste Elf, natürlich kehrte Ante Rebic zurück. Doch dass der Fußballlehrer auch Jetro Willems (für Timothy Chandler), Marco Russ (für Simon Falette) und Danny da Costa für die Startformation nominierte, war eine Überraschung. Mijat Gacinovic, in Augsburg noch in der Stammelf und durch reichlich ungezügelte Wut nach seiner Auswechslung auffällig geworden, verbannte Kovac sogleich auf die Tribüne. Beim Abschlusstraining, so die offizielle Erklärung, habe sich der Serbe bei einem Pressschlag am Knöchel verletzt.

Bei den Gästen aus Mainz, in der Liga knietief im Abstiegssumpf verhaftet, kehrte Stammtorhüter René Adler nach langer Verletzungspause (Sehnenriss im Oberschenkel samt OP) in den Kasten zurück. Das war so eigentlich noch nicht geplant, war aber nötig geworden, weil Robin Zentner, der Adler seither solide vertreten hatte, mit einer Augapfelprellung kurzfristig passen musste. Für den Spielverlauf eine nicht unerhebliche Personalie, denn sehr viel unglücklicher hätte Adlers Comeback kaum laufen können. Nach 17 Spielminuten unterlief dem früheren Nationaltorhüter nämlich ein kapitaler Bock, als er am eigenen Fünfmeterraum zu lange damit zögerte, den Ball wegzuschlagen – und ihn sogleich verstolperte. Der Frankfurter Powerriegel Ante Rebic setzte bedingungslos nach, die Kugel hoppelte zu Marius Wolf, der wiederum erneut Rebic bediente, der locker einschoss. 1:0. Die wichtige Führung für die Platzherren. Dabei freilich war Wolf auf seine lädierte Schulter gefallen, Mitte der zweiten Halbzeit musste er ausgewechselt werden. Wie schwer die Blessur ist, soll heute eine Kernspintomographie ergeben.

Die Eintracht gab auch in der Folge den Ton an, war die reifere, spielerisch bessere Mannschaft, der FSV hingegen enttäuschte auf ganzer Linie, hatte keine einzige echte Torchance. Es war eine beinahe schon desolate Leistung, die die Rheinhessen da zeigten, und dann auch noch in einem Pokalviertelfinale und gegen den ewigen Rivalen aus der Nachbarstadt. Sicher kein Mutmacher im Abstiegskampf – eher das genaue Gegenteil. Die trübe Vorstellung hat zumindest in Nuancen auch daran gelegen haben könnte, dass Leistungsträger Jean-Philippe Gbamin ebenfalls ausfiel – mit einer Schnittwunde an der Hand, die er sich bei einer offenkundig unglücklichen Aktion privater Natur zugezogen hatte.

Die Eintracht erhöhte nach der Pause den Druck noch einmal, setzte die Vorgabe von Sportdirektor Bruno Hübner um, der in der Halbzeit gefordert hatte, schnell das 2:0 nachzulegen, um nur nicht mehr in die Bredouille zu geraten. Sebastien Haller hat genau zugehört, der Mittelstürmer nahm auf dem Weg zur Vorentscheidung aber die gütige Mithilfe des Mainzer Verteidigers Alexander Hack an, der Hallers Abspiel höchst unglücklich und an dem verdutzten Adler ins eigene Tor spitzelte (53.). „Es waren kuriose Tore“, resümierte Fredi Bobic.

Der Widerstand der Nullfünfer war endgültig gebrochen, keine zehn Minuten später war der Deckel drauf auf dem Spiel. Wieder war es der arme Mainzer Hack, der den Ball vertändelte – Omar Mascarell vollendete gekonnt per Lupfer. Es war das erste Pflichtspieltor des Spaniers für die Eintracht, die das Spiel lässig nach Hause fuhr. Für die Mainzer rundete Danny Latza das trostlose Bild mit einer Roten Karte nach Foul an Marco Fabian ab (82.). „Das war ein Rückschlag“, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz. Die Stimmung in Mainz könnte nun kippen.

Die Eintracht steht zum zweiten Mal nacheinander im Pokal-Halbfinale. Am Sonntag wird der Gegner zugelost, die Frankfurter hoffen natürlich auf ein Heimspiel – und auf keinen Fall auf Bayern München.

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