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Beim Heimspiel gegen Standard Lüttich in der Europa League zeigten die Fans von Eintracht Frankfurt wieder eine tolle Choreo.

Strafe der UEFA

Eintracht Frankfurt: Ohne Auswärts-Fans in London

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Eintracht Frankfurt wird Einspruch gegen den Fan-Ausschluss im Europa-League-Spiel gegen Arsenal London einlegen. 

Update vom Donnerstag, 14.11.2019, 11.29 Uhr: Die UEFA hat den Einspruch gegen den Fan-Ausschluss in London zurückgewiesen. Wie die Hessen mitteilten, werden auch keine Fans gegen Arsenal am Donnerstag, 28.11.2019, im Stadion live dabei sein dürfen. 

Eintracht Frankfurt legt Einspruch gegen Fan-Ausschluss in London ein

Update vom Freitag, 25.10.2019, 9.31 Uhr: Bundesligist Eintracht Frankfurt wird bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Einspruch gegen den Ausschluss seiner Fans für das Europa-League-Gruppenspiel beim FC Arsenal am 28. November in London einlegen. Das kündigte Vorstand Axel Hellmann nach dem 2:1-Heimsieg der Hessen gegen Standard Lüttich an. „Wir werden das machen, aber die entscheidende Frage wird das Timing sein. Da haben wir noch keine genaue Vorstellung“, sagte Hellmann.

Derzeit befinde man sich mit den Fangruppierungen in internen Gesprächen, um die jüngsten Vorfälle beim Gruppenspiel in Guimarães Anfang Oktober aufzuarbeiten. Dort war es erneut zu Ausschreitungen von Frankfurter Anhängern gekommen, weshalb die UEFA die in der Vorsaison verhängte Bewährung für die Hessen aufhob und einen Zuschauer-Bann für zwei internationale Auswärtsspiele verhängte.In der nächsten Gruppenpartie in zwei Wochen in Lüttich muss die Eintracht definitiv auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten.

Eintracht Frankfurt: Fan-Ausschlüsse nach Ausschreitungen in Guimaraes

Ursprüngliche Meldung vom Freitag, 18.10.2019, 10.31 Uhr: Die Anhänger von Eintracht Frankfurt haben nach dem Zuschauer-Ausschluss für zwei Europa-League-Spiele die Strafe kommentiert. „Diese Strafe trifft nun jeden von uns. Auch trotz der Tatsache, dass in den letzten zwölf internationalen Partien seit dem Mailand-Spiel lediglich auswärts in Straßburg eine überschaubare Menge Pyrotechnik gezündet wurde“, heißt es in einem Brief, der von mehreren Frankfurter Fangruppen unterzeichnet wurde.

Die Eintracht wurde für die beiden Europa-Gastspiele bei Standard Lüttich (7.11) und dem FC Arsenal (28.11.) dazu verurteilt, keine Fans mitbringen zu dürfen. Der Bundesligist kündigte an, eine Berufung prüfen zu wollen.

Eintracht Frankfurt: Strafe gegen die Fans

„Das ist zweifellos eine harte Entscheidung der UEFA. Natürlich werden wir, sobald uns die Entscheidungsgründe vorliegen, zumindest mit Blick auf das Spiel in London auch die Erfolgsaussichten einer Berufung prüfen“, so Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann in einer Reaktion auf das Urteil.  Dabei dürften die Chancen der Frankfurter allerdings extrem schlecht sein. Die Uefa ist nicht dafür bekannt, Urteile nachträglich abzumildern.

Der Kommentar zum Urteil: Alles wie immer 

Dies sei zwar grundsätzlich kein Problem, „aber die Frankfurter Fanszene wird wohl niemals eine werden, die sich einfach Sitzschalen an den Kopf werfen lässt und auf derlei Provokationen nicht reagiert“. Zur Europäischen Fußball-Union UEFA hieß es in dem Brief: „Über diesen Haufen brauchen wir eigentlich keine weiteren Worte verlieren.“

Eine kritische Auseinandersetzung mit der Randale gibt es in der Stellungnahme der aktiven Fanszene nicht. Die Gruppe weist darauf hin, dass die Aggressionen von den portugiesischen Fans ausgegangen seien und schreibt: „Die Frankfurter Fanszene wird wohl niemals eine werden, die sich einfach Sitzschalen an den Kopf werfen lässt und auf derlei Provokationen nicht reagiert.“

Der Eintracht Frankfurt Fanclubverband äußert sich auf Facebook zum Urteil: „Nicht zuletzt waren wir ja auch letzte Saison schon betroffen, ohne dass wir jahrelang auch nur eine Minute im Wettbewerb mitgespielt haben. Das Geisterspiel gegen Olympique Marseille traf auch uns Gästefans.“ 

Der Fanclubverband kritisiert eine Bestrafung der UEFA nach dem Gießkannenprinzip, die die Fans der Eintracht auch deshalb so hart träfe, weil die Eintracht einer der wenigen Vereine im Wettbewerb ist, die regelmäßig eine große Anzahl Auswärtsfahrer zu den Spielen mitbringt.

Europa-League-Spiel in London könnte zum Problem werden

Der europäische Fußballverband ahndete mit der Entscheidung die Randale beim Spiel der Eintracht bei Vitoria Guimaraes am 3. Oktober. Eintracht-Fans hatten Sitzschalen auf die Anhänger des Gegners geworfen. Begünstigt wurde die Randale, an der sich auch eine Vielzahl von Guimaraes-Fans beteiligten, durch das Fehlen eines Pufferblocks zwischen den beiden Gruppen. 

Das Problem der Eintracht: Nach Vorkommnissen in der vergangenen Europacup-Saison in Rom und Mailand stand der Verein unter Bewährung. Dass die Uefa diesmal einen Zuschauerausschluss für Auswärtsfahrer beschließen würde, war daher abzusehen. Nicht aber, dass es beide noch ausstehenden Auswärtspartien in der Gruppenphase der Europa League betreffen würde.

Vor allem die Strafe für das Spiel in London trifft viele Eintracht-Anhänger hart. Mindestens 5200 Frankfurter hätten ihre Mannschaft in die britische Hauptstadt begleitet, vermutlich hätten die Eintracht-Verantwortlichen alles daran gesetzt, noch weitere Karten für ihre Fans zu ergattern. Der Ausschluss für die Partie in Lüttich hat hingegen innerhalb der Fanszene eine andere Bedeutung. Für die Partie bei Standard hätten die Frankfurter ohnehin nur 1400 Karten bekommen. Diese wären an Anhänger gegangen, die zu jedem Spiel fahren und zum harten Kern in der Nordwestkurve zählen. Sie neigen nicht dazu, anderen Fans wegen Zuschauersperren Vorwürfe zu machen. Dass kein Frankfurter nach London fahren darf, könnte hingegen erneut zu Verwerfungen innerhalb der Anhänger führen. Schon in der vergangenen Saison war bei den Spielen in Rom und Mailand in Richtung der Ultras skandiert worden: „Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein...“

Eintracht Frankfurt: Verhältnis zwischen Ultras und Vereinsführung angespannt 

Auch für das Verhältnis zwischen den Vereinsoberen und den Ultras dürfte das Urteil nicht folgenlos bleiben. „Wir werden uns vor allem intensiv mit der Frage zu beschäftigen haben, wie wir unser aller Ziel, gemeinsam sportliche Festtage in europäischen Klubwettbewerben feiern zu dürfen, zukünftig wirksamer vor dem Fehlverhalten Weniger schützen können“, sagte Axel Hellmann. 

Was das genau heißt, blieb am Donnerstagabend offen. Fakt ist aber, dass das Verhältnis zwischen Ultras und der Vereinsführung (vor allem Vorstandschef Fredi Bobic) nach der Berufung des von vielen Fans verhassten Ex-Profi Andreas Möller zum Chef des Nachwuchsleistungszentrums ohnehin angespannt ist. 

(Von Georg Leppert und Stefan Krieger mit dpa)

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