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Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt

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Folgen der Corona-Krise: Kurzarbeit bei Eintracht Frankfurt und Mainz 05

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Die Nullfünfer sparen nach eigenen Angaben zehn Millionen Euro ein. Bei Eintracht-Mitarbeitern gab es Irritationen wegen der Informationspolitik des Klubs.

Frankfurt - Die Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt und Mainz 05 haben am 1. April Kurzarbeit in ihren Unternehmen eingeführt. Teile der Mitarbeiterschaft werden somit nun zum Teil durch die Bundesagentur für Arbeit bezahlt. Wie die Frankfurter Rundschau erfuhr, stocken beide Klubs den Anteil der Arbeitsagentur von 60 Prozent oder 67 Prozent (für Mitarbeiter mit Kindern) auf 80 beziehungsweise 90 Prozent auf.

Eintracht Frankfurt: Irritationen bei Mitarbeitern

Die Nullfünfer gaben am Mittwoch bekannt, dass sie mit verschiedenen Maßnahmen bis zu zehn Millionen Euro einsparen wollen. „Spieler, Trainer, sportliche und kaufmännische Führungsebenen verzichten zudem auf die Auszahlung eines Gehaltsanteils in den Monaten April bis Juni, ehrenamtliche Aufsichtsratsmitglieder auf ihre Aufwandsentschädigungen“, hieß es. Nach FR-Informationen wurden die festangestellten Mitarbeiter, von denen rund 75 Prozent in Kurzarbeit gehen, bei einer Skype-Konferenz umfassend in Kenntnis gesetzt. Die Akzeptanz sei hoch gewesen, weil auch Profis und Führungskräfte auf Gehaltsanteile verzichten. Bei der Eintracht ist es bei Mitarbeitern zu Irritationen gekommen, weil bislang weder intern noch öffentlich über Einsparungspotenzial bei Profis und Vorständen informiert worden sei. Nach FR-Informationen sollen aber auch die Frankfurter Spieler spürbaren Verzicht üben.

Eintracht Frankfurt: Positive Signale von Spielerseite

Die Eintracht hat sich in ihrer aktiven Informationspolitik bei dem Thema bislang zurückgehalten. Sportvorstand Fredi Bobic hatte lediglich mitgeteilt, es habe „positive Signale“ von Spielerseite gegeben, er könne „mit Sicherheit sagen, dass jeder seinen Solidaritätsbeitrag leisten wird“,

Die Mainzer bekundeten, die Sparmaßnahmen seien „auf Basis großer Solidarität“ und „zur Vermeidung von Liquiditätsengpässen“ erfolgt. „Um für potenzielle Einnahmeausfälle der laufenden Saison gewappnet zu sein, müssen wir den Verein komplett auf links krempeln“, sagte Vorstandschef Stefan Hofmann. „Die Einschnitte sind ein echter Stresstest für uns, aber die Maßnahmen helfen dem Verein enorm.“

Um die Einsparpotenziale zu identifizieren, haben die Mainzer unterschiedliche Szenarien angenommen, wie sich die Situation weiterentwickeln könne. „In jedem dieser Szenarien haben wir dann in allen Bereichen für die laufende Saison Einsparpotenziale identifiziert. Diese können sich auf über 10 Millionen Euro summieren“, sagte der kaufmännische Vorstand Jan Lehmann und ergänzte: „Wir haben festgestellt, dass der Sinn von Kurzarbeit auf unsere Verwaltung genau zutrifft: Durch die Unterbrechung des Spielbetriebs kann so der vorübergehende Wegfall von Arbeitsaufkommen für unsere Mitarbeiter aufgefangen werden.“

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