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Alexander Rosen (TSG Hoffenheim)
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Auch ein Kandidat bei der Eintracht? Alexander Rosen, derzeit bei der TSG Hoffenheim.

SGE

Suche nach Bobic-Nachfolger: Eintracht Frankfurt lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Krösche? Tare? Boldt? Müsste das nicht schneller gehen? Das fragen sich viele Eintracht-Fans bei der Suche nach einem Bobic-Nachfolger. Doch Frankfurts Bosse lassen sich Zeit.

Frankfurt – Eines kann eindeutig festgehalten werden: Unter Zeitdruck lassen sich die Entscheider von Eintracht Frankfurt nicht setzen, nicht von einer regelmäßigen Berichterstattung, nicht von Fans, die wie es Peter Fischer jüngst im ZDF erzählte, ihn, den Präsidenten des Klubs, ständig mehr oder weniger charmant darauf hinweisen würden, dass doch besser gestern als heute Fakten geschaffen werden müssten. Ob er und seine Kollegen bei der Eintracht gerade im Urlaub seien, werde er dann gefragt, oder wesentlicher derber, ob sie vielleicht einfach ein wenig blöde durch die Fußballwelt gehen würden

Eintracht Frankfurt: Peter Fischer ist optimistisch und gelassen

Peter Fischer nimmt derlei Einlassungen mit gebotener Lockerheit, er nimmt sie den Leuten nicht krumm. Der fannahe 65-Jährige kennt ja das Geschäft, er weiß, dass im gemeinhin hektischen Profibetrieb eigentlich immer die Zeit drängt, zumal es in diesen Tagen an vielen Fußballstandorten der Republik drunter und drüber zu gehen scheint. Leipzig ist nicht vor Personalwechseln in Führungspositionen gefeit, nicht der FC Bayern, nicht der DFB, und natürlich auch nicht die Eintracht. Aber, so Peter Fischer: „Wir haben das verdammt gut im Griff.“

Mehr als acht Wochen ist es her, genau 57 Tage, da verkündete Fredi Bobic im TV-Studio öffentlich seinen geplanten Abschied aus Frankfurt, noch mal rund drei Wochen vorher, also bereits Mitte Februar, hat er selbiges intern kommuniziert. Was seitdem passiert ist auf der Sportvorstands-Ebene beim Tabellenvierten aus dem Hessischen: (fast) nichts. Nun gut, Bobic hat dann tatsächlich seinen Vertrag bei den Hessen aufgelöst, vor genau zwei Wochen war das, auch führte der dreiköpfige Hauptausschuss des Aufsichtsrats, Fischer, Stephen Orenstein und der Vorsitzende Philip Holzer, im Hintergrund reihenweise Gespräche, einen Bobic-Nachfolger aber konnten die Frankfurter bisher nicht verkünden.

Eintracht Frankfurt: Fokus aufs Sportliche

Zuletzt ploppten Markus Krösche (noch RB Leipzig), Alexander Rosen (TSG Hoffenheim), Igli Tare (Lazio Rom) und Jonas Boldt (Hamburger SV) als aussichtsreiche Kandidaten auf, die Eintracht hat sich mit ihnen beschäftigt, auch ausgetauscht, „aber wir setzen uns keine Zeitlimits“, so Fischer.

Doch ist das der richtige Weg? Muss der Klub nicht bald liefern? Drängt die Personalie nicht doch, ist nicht schon viel zu viel Zeit verstrichen, da aktuell ja ebenfalls kein Trainer für die kommende Saison unter Vertrag steht? Es gibt nicht wenige im Umfeld des Vereins, die genau das glauben. Und natürlich gibt es bessere Situationen, als mit zwei Lame Ducks (Bobic und Coach Adi Hütter) in die abschließenden drei Saisonspiele und das fesselnden Finale um die Champions League zu gehen, natürlich können mögliche Kaderplanungen für die kommende Saison aktuell nicht vollumfänglich vorangetrieben werden, natürlich dürfte sich der eine oder andere Spieler ein wenig mehr Klarheit wünschen. Und natürlich muss die Eintracht aufpassen, dass sie einen möglichen Wunschtrainer in diesem wilden Übungsleiterkarussell der Bundesliga nicht an einen Konkurrenten verliert. Jesse Marsch zum Beispiel, angeblich ja bei den Hessen auf dem Zettel, hat durch seinen aktuellen Arbeitgeber in Salzburg auch kurze Drähte nach Leipzig.

Eintracht Frankfurt: Fragen bei Transfers

Einerseits. Andererseits. Hat nicht gerade erst der scheidende Fredi Bobic zum wiederholten Male betont, dass der Spielermarkt ohnehin erst im Juni/Juli in Fahrt kommen wird, also weit nach der Saison, zumal ja diesmal noch eine EM ansteht, bei der sich viele Kicker in den Fokus spielen wollen. Hängt nicht bei der Eintracht ohnehin vieles davon ab, ob die Mannschaft dem Druck stand hält, ihren Minivorsprung verteidigt und tatsächlich in die Königsklasse einzieht? Oder eben nicht. Liegen nicht erst danach so richtig die Karten auf dem Tisch, mit denen der neue Sportvorstand und der Trainer arbeiten müssen? Steigt ein Großklub wirklich jetzt schon ernsthaft im Saisonendspurt zu Corona-Zeiten in Verhandlungen um – nehmen wir André Silva als Beispiel – ein? Oder doch erst nach der Saison? Alles in allem: Es finden sich für beide Ansichten diverse Argumente.

Die Eintracht jedenfalls geht – ob nun gewollt oder nicht – den Weg der Ruhe. Sie lässt sich nicht drängen. Präsident Fischer verweist darauf, dass auch Bobic einst erst im Juni die Arbeit in der Mainmetropole aufgenommen habe, wenige Tage vorher, am 25. Mai 2016, wurde seine Anstellung damals öffentlich bekannt gemacht. Und Timothy Chandler, den Frankfurter Bub, der schon so viel erlebt hat bei den Hessen, lässt das Bohei sowieso kalt: „Für uns spielt das keine Rolle. Wir wollen die Saison positiv gestalten und beschäftigen uns erst danach mit dem neuen Trainer. Dann werden im Sommer ja sowieso wieder genug Namen gehandelt“, sagte der Flügelspieler am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz. Außerdem, so glaubt Chandler, „wissen die da oben schon, was sie machen.“ Hoffentlich. (Daniel Schmitt)

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