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Offensiv-Verstärkung aus Norwegen: Jan Petter Hauge (re.) mit Eintracht-Sportdirektor Markus Krösche.
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Offensiv-Verstärkung aus Norwegen: Jan Petter Hauge (re.) mit Eintracht-Sportdirektor Markus Krösche.

SGE

Eintracht Frankfurt: Warum ein Stoßstürmer wichtig wäre

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt holt entwicklungsfähige Spieler, das ist gut. Doch für die Herausforderungen der Gegenwart scheint der Kader noch nicht ausreichend gerüstet, wie nicht nur das Pokal-Aus zeigte.

Es war eine Aussage, die aufhorchen ließ, die eingebettet war in das blamable Aus im DFB-Pokal und daher nicht ganz reinpasste in die triste Stimmung rund um die in Mannheim krachend gescheiterten Frankfurter Eintracht. Markus Krösche, der Sportvorstand des Fußballbundesligisten, sagte noch auf der Tribüne im Carl-Benz-Stadion: „Wir stellen die Qualität des Kaders nicht in Frage. Im Großen und Ganzen sind wir auf einem guten Weg.“ Krösche merkte an diesem Sonntagabend auch etliche kritische Dinge die Leistung seiner Fußballer betreffend an, am Ende aber blieb haften: Auf einem guten Weg, Qualität nicht in Frage gestellt. Und das nach einem 0:2 beim Drittligisten. Hat da etwa jemand die Zeichen der Zeit nicht erkannt?

Diese Suggestivfrage mit „Ja“ zu beantworten, wäre indes falsch. Für die Erklärung will aber ausgeholt werden. Denn die Ausgangslage für Sportchef Krösche war und ist keine ganz einfache. Na klar, da sind die positiven Dinge, die Qualifikation für die Europa League zum Beispiel, auch der gewachsene Kader, der eine Rekordsaison hinter sich hat, die gestiegenen Marktwerte der Profis, auch die mit meist langfristigen Verträgen an den Klub gebundenen Leistungsträger. Einerseits.

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche will „kreativ“ sein

Andererseits ist da auch die kaum planbare Fanrückkehr in die Stadien, die damit verbundenen begrenzten finanziellen Mittel. Auch ein Kader, in dem Ex-Vorstand Fredi Bobic seinem Nachfolger den einen oder anderen Bankdrücker mit lukrativem Vertrag hinterließ. Dazu ein Transfermarkt, auf dem sich bisher fast nur Verkäufer tummeln. Und schließlich ein Klub, der sich bei der Kaderzusammenstellung eine leichte Kursänderung erwartet, wieder weiter weg vom Erwartbaren, von den Dominik Kohrs oder Stefan Ilsankers dieser Welt, dafür näher ran ans Fantasievolle. „Wir müssen kreativ sein“, lautete Krösches Credo von Beginn an, das ihm in den stundenlangen Gesprächen mit der Vereinsspitze mit auf den Weg gegeben wurde. Krösche wusste natürlich, worauf er sich in Frankfurt einlässt und arbeitet seitdem seine Ideen ab.

Bisher, das bleibt festzuhalten, hat er es geschafft, das Personal der Vorsaison weitestgehend in Frankfurt zu halten - mit Ausnahme des Topstürmers André Silva, auf dessen Verbleib es bei ehrlicher Betrachtung aber ohnehin (fast) keine Chance gab. Den Deal wickelte der Sportchef bereits früh in der Transferphase ab, hat seitdem Planungssicherheit. Ansonsten sind alle Leistungsträger – Stand 11. August - noch da: Filip Kostic, Daichi Kamada, Evan Ndicka, Martin Hinteregger, neuerdings auch Buchautor.

Eintracht Frankfurt: Jens Petter Hauge „das nächste Puzzleteil“

Dazu erfüllten Krösche und der zum Direktor Profifußball heraufgestufte Ben Manga die ihn sie gesetzten Erwartungen, das Team mit kreativen, verhältnismäßig günstigen Lösungen in der Breite zu stärken und zusätzlich im besten Fall den Kaderwert mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern auf Sicht zu steigern. „Transfererlöse sind und bleiben ein wesentlicher Teil unserer Einnahme-Säule“, betonte Aufsichtsratschef Philip Holzer nicht umsonst im Interview mit dieser Zeitung.

Als „Dortmunder Weg“, wenngleich einige Preiskategorien darunter, betitelte die FR vor kurzem jene Ideen von Krösche, talentierte Spieler wie Jesper Lindström, Fabio Blanco oder nun Jens Petter Hauge in die Stadt am Main zu lotsen. Die norwegische Offensivkraft wird vorerst für eine Saison vom AC Milan ausgeliehen, zudem sicherte sich die Eintracht eine Kaufoption in Höhe von sieben Millionen Euro. Hauge trainierte am Dienstagvormittag das erste Mal mit den neuen Kollegen.

„Mit Jens Petter Hauge fügen wir unserem Kader das nächste wichtige Puzzleteil hinzu“, so Krösche: „Unser Ziel ist es, den Kader so auszurichten, dass wir noch mehr Variabilität haben und weniger berechenbar sind.“ Hauge verfüge über eine starkes Eins-gegen-eins-Spiel und strahle aus allen offensiven Positionen Torgefahr aus. „Er ist ein junger, entwicklungsfähiger Spieler, der bereits seine ersten Schritte bei einem absoluten Topklub gemacht hat.“ Hauge selbst „kann es kaum erwarten, ab sofort das Eintracht-Trikot zu tragen.“ Am Donnerstag wird er auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

Eintracht Frankfurt: Neue Saison, alte Probleme

Lindström, Blanco, Hauge, auch Rafael Borré - es sind keine total spektakulären Transfers, dafür welche mit Fantasie. All das sind also nachvollziehbare Gründe, auf denen Krösches Aussagen von Mannheim basieren.

Aber, und jetzt wird’s nicht ganz unwichtig: Neben dem wieder vermehrt auf die Zukunft ausgerichteten Eintracht-Weg gibt es eben auch die Aktualität, die nicht außer Acht gelassen werden sollte. Und da hat das Spiel beim SV Waldhof gezeigt, dass der Kader längst noch nicht ideal austariert ist, dass es hinten weiterhin wacklig ist, dass vorne zu viele Vorbereiter und zu wenige Abschlussspieler vorhanden sind, dass auf den Flügeln immer noch ein krasses Ungleichgewicht herrscht.

Um diese Schwachstellen auszumerzen, bleiben der Eintracht noch 21 Tage. Bis zum 31. August muss dem Team auf einigen Positionen, vor allem im Sturmzentrum noch Personal zugeführt werden, das mehr oder weniger auf Anhieb funktioniert und nicht wie manch anderer Profi im Kader noch einige Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre zur Bundesligareife benötigt.

Eintracht Frankfurt: Gianluca Scamacca wird gehandelt

Für die Besetzung des Stürmerpostens tauchen seit einiger Zeit immer mal wieder Kandidaten auf. Randal Kolo Muani (FC Nantes) war der erste, später folgte Carlos Vinicius (Benfica Lissabon), aktuell soll Gianluca Scamacca (US Sassuolo) das Interesse der Hessen geweckt haben. Der 22-Jährige ist 1,95 Meter groß und würde damit ins gesuchte Profil passen. Der Römer, der bisher erst drei Pflichtspiele für seinem Stammverein aus der Emilia-Romagna absolvierte und ansonsten an etliche Klubs verliehen war (Cremonsese, PEC Zwolle, Ascoli Calcio, Genua CFC), überzeugte vergangene Saison. Zu den acht Toren in 26 Ligaeinsätzen gesellte sich vor allem einige Fleißarbeit fürs Team.

So wird bis zum Ende des Monats weiterhin Geduld gefragt sein beim Blick auf den Frankfurter Kader. Aber das kennt das Eintracht-Umfeld ja bereits aus Zeiten des liebend gerne erst auf den letzten Drücker einkaufenden Fredi Bobic.

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