Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Architekt des Erfolges: Sportvorstand Fredi Bobic.
+
Architekt des Erfolges: Sportvorstand Fredi Bobic.

SGE

Kommentar zu Eintracht Frankfurt: Klug die Gunst der Stunde genutzt

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
    schließen

Clevere Personalentscheidungen und eine vernünftige strategische Ausrichtung sind das A und O des Erfolgs bei Eintracht Frankfurt. Ein Kommentar.

Es gehört natürlich zu den kuriosen Schmankerln rund um die hollywoodeske Inszenierung der Luka-Jovic-Gala in Frankfurt, dass diese mit zwei Auftakttoren so spektakulär verlaufene Rückkehr auch einem Mann zu verdanken ist, der gar nicht mehr im Klub ist: Bas Dost. Denn wäre der niederländische Schlaks nicht an Heiligabend sehr überraschend zum FC Brügge gewechselt, was selbst den eigenen Trainer Adi Hütter zunächst auf dem falschen Fuß erwischte, Luka Jovic wäre nie und nimmer nach Frankfurt zurückgekommen. Weil ja überhaupt keine Notwendigkeit bestanden hatte, nach einem neuen Angreifer Ausschau zu halten. Manchmal muss man halt auch zu seinem Glück gezwungen werden, der 23 Jahre Serbe mit dem Weltklasse-Potenzial ist Eintracht Frankfurt praktisch in den Schoß gefallen, oder?

Eintracht Frankfurt nutzt die Gunst der Stunde

Das wäre zu kurz gesprungen. Denn ohne gewisse, bereits bestehende Drähte nach Madrid wäre dieser Coup wohl nicht machbar gewesen. Diese jetzt glühenden Drähte hat die Sportliche Leitung, durch Vorstand Fredi Bobic, aber auch durch Ricardo Moar, der den spanischen Markt für die Hessen im Blick hat, gepflegt und gehegt, seit langem gibt es Seilschaften, Jesus Vallejo oder Omar Mascarell, die einst in Frankfurt spielten, kommen aus dem Kader der Königlichen. Diese Beziehungen sind mit Geld kaum aufzuwerten, jetzt hat Eintracht Frankfurt die Gunst der Stunde genutzt, vermutlich zum Vorteil aller drei Parteien.

Kluge Personalentscheidungen und eine vernünftige strategische Ausrichtung sind das A und O des Erfolgs in Frankfurt, dazu Kontinuität, große Ruhe und Solidität. Das war nicht immer so, aber die Aufwärtsentwicklung der Eintracht hält seit einigen Jahren an, sukzessive ist der Klub umgebaut und tauglich gemacht worden für allerlei Fährnisse, lediglich die Pandemie hat den Schwung etwas ausgebremst. Gerade in der Frage des spielenden Personals haben die Hessen in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht, auch weil sie, finanziell zunächst nicht auf Rosen gebettet, gezwungenermaßen in Nischen suchen und Phantasie aufbringen mussten, etwa Spieler wie Jovic, Rebic, Haller, Wolf, Ndicka, auch Silva oder zuletzt Younes zu entdecken und loszueisen. Das waren allesamt Volltreffer auf dem Transfermarkt.

Eintracht Frankfurt sind keine groben Fehler unterlaufen

Zu dem besonderen Händchen gesellte sich eine Philosophie, eine Idee davon, was man spielen will, wie man aufgestellt sein möchte, der Aufbau einer eigenen und stilprägenden Identität. Das alles ist Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren bestens gelungen. Grobe Fehler sind nicht unterlaufen, ohne grobe Fehler lassen sich durchaus Hänger im Mittelfeld der Tabelle verkraften. Das war, um ein anderes Beispiel zu nennen, ebenfalls bei Borussia Mönchengladbach der Fall, das eine noch steilere Entwicklung genommen hat, vom Überstehen der Relegation 2011 bis zur Teilnahme an der Champions League, auch da führten Kontinuität im operativen Geschäft, schlaue Entscheidungen und eine einheitliche Linie zum dauerhaften Aufschwung.

Böse Managementfehler andererseits schlagen schnell dauerhaft durch, wie etwa die Beispiele Hamburg SV, Hannover 96 oder aktuell Schalke 04 zeigen. Schalke, mittlerweile Inbegriff des blutleeren Chaos’, feierte vor zweieinhalb Jahren noch die Vizemeisterschaft. Und wäre jetzt schon gottfroh über das Erreichen der Relegationsspiele.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare