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Vereint: Die Frankfurter Torschützen Sebastien Haller (li.) und Ante Rebic.

Klassenbuch: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Die Noten der Spieler in der Einzelkritik

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Eintracht Frankfurt holt einen Punkt bei Werder Bremen. Die Noten der Spieler im Klassenbuch.

Gut dabei

Kevin Trapp: Der Tormann im lilafarbenen Outfit stand in seinem 100. Spiel für die Eintracht wie der Fels in der Brandung. Packte sicher zu, stand stets richtig. Spielentscheidend seine Prachtparade beim Heber von Max Kruse, wischte die Kugel mit einer Hand über die Latte (57.). Starker Auftritt. Von seinen Vorderleuten zuweilen im Stich gelassen. Punktete hinterher mit deutlichen Worten.

Ganz okay

Ante Rebic: Zweites Rückrundenspiel, zweites Weltklassetor. Diesmal schickte er Niklas Moisander mit seinem Trick auf den Rasen, dann hob er die Kugel kunstvoll mit links ins Tor (35.). Seine Dynamik hätte die Eintracht noch viel mehr nutzen müssen, hatte die wenigsten Ballkontakte (28). Einige überflüssige Szenen, in denen er abwinkte. 

Sebastien Haller: Zweites Rückrundenspiel, zweites Tor. Verwandelte den Handelfmeter gewohnt lässig (68.). Vergab zuvor eine große Kopfballchance (18.). Hatte immer einen Bremer im Genick. Gewann trotzdem 70 Prozent seiner Zweikämpfe. Hatte ganz zum Schluss den 3:2-Siegtreffer auf dem Fuß. Litt – wie Rebic – unter mangelnder Unterstützung.

Marco Russ: Stabilisierte ab der 67. Minute die Abwehr. Resolut und rustikal. Von der ersten Minute an bei der Sache. Großartig seine Grätsche gegen den frei zum Schuss gekommenen Maximilian Eggestein in der Nachspielzeit.

So lala

Makoto Hasebe: Er war um Ordnung bemüht, nur gelang das dem Japaner erstaunlicherweise zu selten. Er spielte die meisten angekommenen Pässe (46), leistete sich aber auch elf fehlerhafte Zuspiele, das kennt man nicht von ihm. Dennoch kein richtiger Schwachpunkt. 

Filip Kostic: Positiv: Der Serbe schrubbte die meisten Kilometer (11,86). Negativ: Obwohl wieder extrem hoch postiert, dosierte er seine Flügelläufe, kam selten richtig durch. Zwar am 1:1 beteiligt, aber ansonsten offensiv mit zu wenig Wirkung. Das geht viel besser.

Sebastian Rode: Hatte die undankbarste Rolle. Rannte im defensiven Mittelfeld von Pontius zu Pilatus, sah sich immer einer Überzahl Bremer gegenüber, kam oft nicht an den Ball. So viele Löcher konnte er allein gar nicht stopfen, von Nebenmann de Guzman im Stich gelassen. War erwartet viel unterwegs (knapp elf Kilometer). Seine 64 Ballkontakte entfalteten nicht die große Wirkung. Zwölf Fehlpässe – zu viel.

Mijat Gacinovic: Seine Hereinnahme brachte ein bisschen frischen Wind. Legte los, kurbelte mit an, und spielte hanebüchene Fehlpässe. Sagte selbst, dass er es gemerkt habe, erst ein paar Tage trainiert zu haben. Wird bald auf mehr Spielanteile kommen.

Schwächelnd

Luka Jovic: Nicht seine Partie, Deutete mit einem Seitfallzieher sein Können an (9.) – dabei sollte es allerdings bleiben. Hinter den Spitzen ist nicht seine Position, verlor vor dem 1:2 im Mittelfeld den Ball. War ziemlich aus dem Spiel genommen.

Jonathan de Guzman: Im Zentrum nicht richtig präsent, nur 43 Mal am Ball – auf dieser Position viel zu selten. Konnte dem Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken, defensiv mit Schwächen, brachte einmal Rode schwer in die Bredouille. Muss sich steigern. Zu Recht ausgewechselt. 

Danny da Costa: Der Rechtsverteidiger suchte in Bremen erst seine Gegenspieler, dann seine Form. Über seine Seite griff Werder in der ersten Halbzeit an. Wirkt überspielt. Bezeichnend, wie er gegen Maximilian Eggestein beim 0:1 nur als Statist agierte. Verdaddelte vor dem 1:2 den Ball. 

David Abraham: Der Kapitän ist noch nicht wieder der Alte. Ließ sich beim 0:1 viel zu leicht verladen. Gedanklich und körperlich nicht auf der Höhe. Gewann nur acht seiner Zweikämpfe, streute dazu noch ein Dutzend, teils schlimme Fehlpässe ein. Insgesamt ungewohnt fahrig. Nach 67 Minuten angeschlagen erlöst.

Simon Falette: Sehr überraschend statt Evan Ndicka in die Startelf beordert. Warum, erschloss sich in den 90 Minuten nicht. Nicht griffig, hatte große Mühe mit seinen flinken Gegenspielern. Kam vor dem 1:2 gegen den nicht übermäßig schnellen Martin Harnik nicht an den Ball.

Zu spät gekommen 

Marc Stendera (87.)

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