Kevin Trapp, Torwart von Eintracht Frankfurt
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Kevin Trapp, Torwart von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt

Kevin Trapp: „Habe nicht die Absicht, zu wechseln“

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Der Torwart bekennt sich klar zu Eintracht Frankfurt, will in Basel die Sensation schaffen und erwartet viel, viel mehr von sich.

  • Kevin Trapp bekennt sich zu Eintracht Frankfurt
  • Nichts dran an den Wechselgerüchten
  • Trapp geht optimistisch ins Basel-Spiel

Frankfurt - Seinen Urlaub hat Kevin Trapp auf Mykonos verbracht, er hat abzuschalten versucht, und doch wurde er da auch einigermaßen überrascht von Meldungen, wonach die Frankfurter Eintracht einen möglichen Verkauf ihres Stammtorhüters trotz Vertrags bis 2024 nicht ausschließen mochte. Immerhin sprang ihm Sportvorstand Fredi Bobic zur Seite, auch Trainer Adi Hütter machte rasch klar, mit wem er für die neue Saison im Tor plant: mit Trapp. Im Grunde allerdings fand der 30 Jahre alte Nationaltorwart das Thema wenig interessant, er hatte sich längst klar positioniert. Der gebürtige Saarländer, der in der vergangenen Runde in 22 Spielen 38 Gegentore kassierte und viermal zu Null spielte, sprach am Freitag nach dem Vormittagstraining ganz konkret über ...

Eintracht Frankfurt: Trapp dementiert Wechselgedanken

... die Meldungen, wonach er den Klub verlassen soll: Gelesen habe ich wenig im Urlaub, aber natürlich habe ich die Schlagzeilen mitgekriegt, das ließ sich ja nicht vermeiden. Freilich: Das Thema war für mich gar nicht so groß wie für die Medien. Ich war relativ entspannt. Denn: Ich habe nie über einen Transfer nachgedacht. Ich habe meinen Fünfjahresvertrag nicht ohne Grund unterschrieben.

... über die Aussage des früheren Aufsichtsratschefs Wolfgang Steubing, Eintracht Frankfurt könne einen Verkauf von Trapp (und Filip Kostic) nie ausschließen: Zuerst: Wenn es darum geht, dem Verein durch eine hohe Ablösesumme zu helfen und ich bin derjenige, dann macht mich das stolz. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass keiner unverkäuflich ist. Außerdem ist ja nie gesagt worden, dass mich der Verein auf alle Fälle verkaufen will. Dieses Jahr haben wir eine sehr spezielle Situation, jeder weiß es. Letztes Jahr hatten wir keine Corona-Krise, und der Verein hat trotzdem seine komplette Sturmreihe verkauft. Für einen Verein wie die Eintracht ist es doch normal, dass ein Spieler bei anderen Klubs in den Fokus gerät, wenn er Leistung bringt. Für mich gilt klar: Meine Absicht ist, nicht zu wechseln. Ich kann natürlich auch nicht in die Zukunft blicken, keiner kann das, aber noch einmal: Ich habe nicht die Absicht, zu wechseln.

... ein Angebot eines anderen Klubs: Nicht, dass ich wüsste.

... seine angebliche Suche nach einem neuen Verein: Das hat mich auch verwirrt. Wie gesagt: Ich plane hier meine Zukunft. Ich habe damals gesagt, dass sich der Verein entwickelt und wir noch sehr viel bewegen können.

Eintracht Frankfurt: Trapp zufrieden mit Trainingsauftakt

... den Trainingsauftakt nach vierwöchiger Pause: Die ersten Tage nach dem Urlaub waren ungewohnt. Trotzdem hatte ich nicht den Eindruck, dass wir per Sie mit dem Ball sind, sondern weiter per Du. Es sieht alles sehr gut, sehr konzentriert aus. Alle sehen sehr erholt aus, die Pause nach der langen Saison hat gutgetan.

... das heutige Testspiel gegen AS Monaco: Das ist ein gutes Freundschaftsspiel. Wir haben danach noch eine Woche intensiver Vorbereitung auf das Basel-Spiel.

... die Chancen, ein 0:3 gegen den FC Basel in der Europa League noch aufzuholen: Wir nehmen das Spiel in Basel sehr ernst. Alle sind sehr gut vorbereitet. Klar, das Ergebnis ist eindeutig, 0:3 verloren, obwohl wir ein gutes Spiel gemacht haben damals. Das wird keine einfache Aufgabe. Aber: Wenn jemand die Sensation packen kann, dann sind es wir. Das haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen, außerdem haben wir in der Rückrunde vor allen in den Auswärtsspielen stark gespielt.

... bislang ausgebliebene Verstärkungen: Wir stehen sehr gut da, selbst wenn keine Transfers mehr getätigt würden, hätten wir eine sehr, sehr gute Mannschaft. Die Mannschaft steht ja noch vom letzten Jahr, deshalb freue ich mich auch auf diese Saison.

... ein mögliches Weiterkommen in der Europa League und eine etwaige Teilnahme an der Champions League: Ich kenne niemanden, der sich beschweren würde, wenn wir in die Champions League kämen. Ich nehme das gerne. Es wäre ja schon eine Sensation, wenn wir das Basel-Spiel drehen könnten. In die Analyse des Gegners sind wir noch nicht gegangen, das kommt noch. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die internationalen Spiele.

... zu einem möglichen weiteren Gehaltsverzicht wegen fehlenden Zuschauereinnahmen: Neue Gespräche darüber gab es bislang nicht. Als das Thema erstmals aufkam, im März, April haben sich alle bereit erklärt zu helfen, damit keiner seinen Job im Verein verliert. Der Austausch mit der sportlichen Führung war immer sehr offen und ehrlich. Das wird auch so bleiben, denke ich.

Eintracht Frankfurt: Trapp will noch mehr Verantwortung übernehmen

... seine mehr denn je gefragten Führungsqualitäten: Wir haben Spieler verloren, die Führungsqualitäten hatten. Deshalb haben die Älteren unter uns, Hasebe, Abraham, Dost, Rode oder ich noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Wir haben aber ein sehr, sehr gutes Gerüst von Spielern, die das auch können und viel Erfahrung mitbringen. Und ich glaube nicht, dass durch die Abgänge die Qualität in der Mannschaft darunter leiden müsste was Führung angeht.

... seinen Torwartkollegen Frederick Rönnow: Freddy ist ein sehr, sehr guter Torwart, der natürlich auch spielen will, keine Frage. Aber ich weiß nicht, wie seine Zukunftsplanung aussieht.

... seine persönliche Bilanz der abgelaufenen Saison: Das war keine einfache Saison, auch für mich nicht. Wir hatten bis zum Bayern-Spiel eine sehr gute Hinrunde gespielt, dann in sieben Spielen nur einen Punkt geholt, was wahrlich nicht unser Anspruch war. Nach der Winterpause sind wir auch gut gestartet, dann kam wieder eine Delle. Insgesamt haben wir eine sehr gute Rückrunde gespielt, mit fünf Siegen aus den sieben Spielen. Für mich persönlich war es auch eine schwierige Saisonwech. Nach sechs Spielen habe ich mir eine ziemlich schwere Schulterverletzung zugezogen, da rechnete man mit einer Pause von vier, fünf Monaten. Ich bin dann nach drei Monaten ins Tor zurückgekommen, habe mich relativ schnell eingefunden. Dann kam Corona und wieder eine Pause. Man kam als Spieler sehr schwer in einen Rhythmus rein. Im großen und ganzen war es eine ordentliche Saison. Jeder weiß, dass mein Anspruch extrem hoch ist, dass ich eine extrem hohe Erwartung an mich selbst habe. Es war eine Saison, die okay war. Aber ich weiß, dass ich noch viel, viel mehr kann. AUFGEZEICHNET: THOMAS KILCHENSTEIN

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