+
Mit neuer Frisur auf altem Platz: Jonathan de Guzman kam erstmals nach langer Pause zum Einsatz.

SGE

Eintracht Frankfurt: Johnny de Guzman braucht den langen Atem

  • schließen

Johnny de Guzman hat es bei Eintracht Frankfurt nicht leicht. Er muss sich zurückkämpfen. 

Frankfurt - Der erste Pass nach bald zweimonatiger Absenz war prompt ein Fehlpass. Machte aber nichts, war im Mittelfeld und fiel nicht weiter ins Gewicht. Aber Jonathan de Guzman war ja ohnehin froh darüber, überhaupt in die Verlegenheit zu kommen, einen Fehlpass spielen zu dürfen. Knapp acht Wochen war der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt ausgefallen, hatte nicht oder kaum mit der Mannschaft trainieren können. „Muskuläre Probleme“, hieß es nur geheimnisvoll, was der Niederländer, geboren in Toronto, im ganz Speziellen daran gehindert hatte, gegen den Ball zu treten, war nicht bekannt gegeben worden.

Knappe 20 Minuten hatte der mittlerweile 32-Jährige im Testkick letzte Woche gegen den Zweitligisten SV Sandhausen spielen dürfen. Große Sprünge hat der Mann nicht gemacht, er hat sich eingereiht, aber mehr war nach der langen Verletzungspause auch nicht zu erwarten gewesen. Immerhin hat de Guzman die fußballlose Zeit genutzt, sich eine neue Frisur zuzulegen. Und ein erster Anfang ist gemacht.

Natürlich weiß Johnny de Guzman, dass es für ihn aktuell schwer wird, seinen Platz im Mittelfeld zurückzuerobern. Selbst im vergangenen Jahr, als er noch zum Stammpersonal zählte, 28 Partien in der Bundesliga bestritt, drei Tore erzielte, dazu kamen neun Begegnungen in der Europa League, war der polyglotte Achter nicht unumstritten. Zu unstet waren seine Leistungen, zu wenig konnte er dem Spiel der Hessen seinen Stempel aufdrücken. Gute Momente wechselten zu schnell mit weniger guten.

Eintracht Frankfurt ist im Mittelfeld gut besetzt

Und in dieser Saison ist gerade im Mittelfeld die Konkurrenz enorm groß, in Djibril Sow, Daichi Kamada und Dominik Kohr wurden drei Mittelfeldspieler neu verpflichtet, das Gedränge ist inzwischen groß. Trainer Adi Hütter baut derzeit mehr auf Gelson Fernandes (der am Samstag gegen Wolfsburg wegen seiner Gelb-Roten Karte fehlen wird), Sow und Sebastian Rode, in einer offensiveren Ausrichtung zudem auf Kamada. Auch Kohr steht noch vor ihm. De Guzman, auch Lucas Torro, defensiv unterwegs, werden einen langen Atem benötigen.

In dieser Saison hat Jonathan de Guzman, dessen Vater von den Philippinen stammt und seine Mutter aus Jamaika, in der Liga gerade mal 13 Minuten gespielt, im zweiten Saisonspiel wurde er gegen Leipzig eingewechselt, konnte die 1:2-Niederlage aber auch nicht mehr verhindern. International durfte er in den Qualifikationsspielen zweimal gegen den FC Vaduz ran, im Heimspiel gegen die Lichtensteiner markierte er sogar das 1:0-Endergebnis. Für den aktuellen Europa-League-Wettbewerb ist der frühere 14-malige niederländische Nationalspieler nicht mal gemeldet.

Johnny de Guzman: Seine Stimme hat Gewicht

Seit Sommer 2017 spielt de Guzman bei der Eintracht, er hatte sich relativ schnell eine starke Position kraft seiner Persönlichkeit erkämpft. Sein Wort hatte Gewicht innerhalb der Kabine. Etwa in der Halbzeitpause des Europa-League-Heimspiels gegen Lazio Rom. Da zeigten die von RTL Nitro produzierten und ausgestrahlten TV-Bilder der Eintracht-Doku „Countdown für Europa“, dass nicht etwa Trainer Hütter die ersten Worte an seine Schützlinge richtete, sondern de Guzman in Englisch eindringlich auf seinen Kollegen einwirkte, den 2:1-Vorsprung in Überzahl ja nicht leichtfertig aus der Hand zu geben und das Spiel weiter fokussiert anzugehen.

An Erfahrung fehlt es dem Mann ohnehin nicht. In seiner Karriere spielte er neben seinem Heimatklub Feyenoord auch beim RCD Mallorca, FC Villareal, Swansea City, SSC Neapel und Chievo Verona. In seinem ersten Jahr bei der Eintracht kam er auf 16 Partien, er stand im DFB-Halbfinale gegen Schalke und im glorreichen Endspiel in Berlin gegen Bayern München in der Startformation.

Er kam seinerzeit auch deshalb nur auf 16 Spiele, weil ihn eine schwere Verletzung aus der Bahn geworfen hatte: In einem Freundschaftsspiel zog er sich bei einem Sturz eine Schultereckgelenksprengung zu. Der Gegner damals - der SV Sandhausen. So schließt sich ein Kreis.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare