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Erster Volltreffer: Der Schuss von Filip Kostic landet im Tor, zählt aber nicht – Abseits. Später lässt der Serbe quasi eine Kopie folgen. Foto: afp
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Erster Volltreffer: Der Schuss von Filip Kostic landet im Tor, zählt aber nicht – Abseits. Später lässt der Serbe quasi eine Kopie folgen.

SGE-Remis gegen Stuttgart

Heile Welt bei Eintracht Frankfurt – oder nicht? Hertha bestätigt Interesse an Bobic

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Der Wirbel um Fredi Bobic tangiert die Spieler von Eintracht Frankfurt nicht – über ein Remis gegen den VfB Stuttgart kommt die Hessen dennoch nicht hinaus.

  • Eintracht Frankfurt spielt nur Remis gegen den VfB Stuttgart.
  • Der Wirbel um Fredi Bobic hat keinen Einfluss auf die Spieler der SGE.
  • Hertha BSC bestätigt das Interesse an Fredi Bobic.

Frankfurt - In der Nachbetrachtung war es wieder einmal der für klare Einordnungen bekannte Martin Hinteregger, der das Erlebte gleichermaßen nüchtern wie treffend analysierte. „Wenn Eintracht Frankfurt mal zwei Spiele hintereinander nicht gewinnt“, hob der Abwehrchef also nach dem 1:1 (0:0) gegen den VfB Stuttgart an, „dann ist das kein Drama.“ Viel lieber nahm der 28-Jährige das große Ganze ins Visier. Aktuell sei die Eintracht noch immer Vierter und klimpere im Konzert der Großen mit, „wer hätte das vor zehn Spieltagen gedacht?“, fragte er in seiner Draufsicht rhetorisch. Er nehme bestimmte Schwingungen in der Stadt wahr, ganz Frankfurt fiebere mit der Eintracht, das große Ziel sei „zum Greifen“ nahe, sagte „Hinti“ und galoppierte davon: „Hey, ist das nicht geil?“

So schnell also wird aus einem schnöden Remis gegen einen Bundesligafrischling, das man oberflächlich betrachtet als Stimmungskiller deuten könnte, ein Stimmungsaufheller. Alles halb so wild, alles tutti im Stadtwald, zumal die Eintracht ja sogar noch jeweils einen Punkt auf die hinter ihr liegende Dortmunder Borussia und den vor ihr rangierenden Wolfsburgern gut gemacht hat.

Eintracht Frankfurt: Trainer Hütter ist „nicht unzufrieden“

„Ich bin nicht so unzufrieden“, sagte Trainer Adi Hütter. Nach einer Niederlage wie jener in Bremen sei es „nicht so einfach“, sofort zurückzuschlagen. „Man muss auch mal einen Punkt mitnehmen.“ Heile Welt in Frankfurt. Oder doch nicht?

Natürlich haben die Hessen aus den vergangenen beiden Spielen nur einen Punkt geholt, das ist gemessen an den gestiegenen Ansprüchen und den Gegnern, Bremen sowie Stuttgart, sicher zu wenig, und es fällt auf, dass die spielerische Leichtigkeit irgendwie verflogen ist. Die zweite Hälfte in Bremen und der erste Abschnitt gegen den VfB waren doch sehr zäh und mühsam, die Fehlpassquote lag deutlich höher als in den Partien zuvor.

Eintracht Frankfurt: Steigerung in Hälfte zwei

Das liegt nicht nur an der Systemumstellung auf zwei Spitzen. Es hängt auch mit den Kontrahenten zusammen, denn sowohl Werder als auch Stuttgart entpuppten sich als widerstandsfähige und robuste Opponenten, die vielbeinig verteidigten und noch dazu über schnelle Leute schnelle Gegenangriffe initiieren können. Das schmeckt der Eintracht nicht. „Mittlerweile habe ich das Gefühl, die Mannschaften stellen sich immer tiefer rein gegen uns. Das macht es nicht einfacher“, urteilte Torwart Kevin Trapp.

Das Unentschieden gegen einen guten VfB Stuttgart geht in Ordnung, die Schwaben haben „mit uns auf Augenhöhe gespielt“, wie der auf dem Absprung befindliche Sportvorstand Fredi Bobic festhielt. Trotzdem war die Eintracht dem Sieg näher, sie hätte ihn aufgrund einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang auch verdient gehabt. Doch der Konjunktiv wird, wie immer, keine zusätzlichen Punkte bringen.

Eintracht Frankfurt: Kostic trifft zweimal

Und so hilft kein Lamentieren darüber, dass Luka Jovics Ferse nach 55 Minuten ein paar Millimeter ins Abseits ragte und somit Filip Kostics Flachschuss ins lange Ecke vom Videoschiri kassiert wurde. Es wäre die Führung gewesen, so lief die Eintracht alsbald einem Rückstand hinterher, weil Martin Hinteregger eine Hereingabe des VfB-Sturmriesen Sasa Kalajdzic mit der Hand ins eigene Tor abfälschte (68.). Dumm gelaufen.

Es war eine der wenigen Chancen der Gäste aus Bad Cannstatt, die eigentlich zu den offensivstärksten Teams der Liga zählen, sich aber in Frankfurt bewusst für den defensiveren Ansatz entschieden, wie ihr Trainer Pellegrino Matarazzo einräumte: „Wir waren bereit, tiefer zu stehen und kompakt zu verteidigen.“ Merke: Die Eintracht wird nicht mehr unterschätzt oder als Zufallsgast im Spitzenzirkel angesehen, sie wird als Spitzenmannschaft wahrgenommen und behandelt, in der Vorab-Analyse des Gegners seziert und öfter entschlüsselt. Damit muss man klar kommen als Topteam.

Aus dem ragt Filip Kostic heraus, der Linksfuß, der der Eintracht mit dem satten Linksschuss zum Ausgleich (69.) – eine Kopie des zuvor aberkannten Treffers – wenigstens einen Zähler rettete. „Das Tor hat er Weltklasse gemacht“, lobte selbst der Stuttgarter Coach Matarazzo.

Eintracht Frankfurt: Bobic spricht vom „Super-Gradmesser“

Wo aber steht die Eintracht nach diesem Remis? Ein Rückschlag war der Auftritt nicht, auch wenn die Frankfurter dieses Spiel vor drei, vier Wochen wahrscheinlich noch 2:1 gewonnen hätten. Und doch wirkt die Mannschaft stabil, nicht so, als würde sie, das große Ziel vor Augen, zweifeln, zittern oder einbrechen. Die Königsklasse wird dennoch schwer zu erreichen sein, weil jetzt die dicken Brocken kommen. Schon am Sonntag muss die Eintracht nach Leipzig. „Das ist ein Super-Gradmesser“, sagte Fredi Bobic. Die Sachsen sind gut drauf, die letzten sechs Ligaspiele haben sie allesamt gewonnen. „Wir spielen gerne gegen RB“, sagt der Sportvorstand dennoch.

Eintracht Frankfurt: Hertha BSC bestätigt Interesse an Fredi Bobic

Festzuhalten gilt: Der von Bobic verursachte Wirbel in der Woche vor dem VfB-Spiel hat die Mannschaft kalt gelassen. „Wir haben unseren Job so zu machen, dass wir uns das Thema vom Hals halten“, sagte Hütter und reagierte genervt auf entsprechende, aber völlig legitime Fragen. „Das ist eine andere Ebene, das hat mit uns wenig zu tun.“ So sieht es auch Goalie Trapp: „Fredi steht nicht auf dem Platz. Der Trainer ist derselbe, die Mannschaft bleibt zusammen. Wir sollten das Thema Fredi nicht zu hoch hängen.“

Wird wohl nur bis Mittwoch klappen, dann treffen die Eintracht-Aufsichtsräte mit Bobic zusammen, um über dessen angekündigten Abschied und auch seinen avisierten Wechsel zu Hertha BSC zu sprechen. Dass die Berliner großes Interesse haben, bestätigte am Sonntag erstmals ein Hertha-Funktionär öffentlich. „Er wird diskutiert, das ist nicht von der Hand zu weisen“, sagte Aufsichtsrat Jens Lehmann bei Sky 90.

Aufgrund Bobics Vertrag bis 2023 sowie der zu erwartenden Ablöseforderung der Eintracht sei eine Einigung aber gewiss nicht leicht zu erzielen. „Wenn er sagt, er geht, dann wollen die dafür eine Menge Geld sehen“, sagte Lehmann, der die kolportierte Ablöse in Höhe von fünf Millionen Euro bestätigte. Die Summe sei „in dieser Größenordnung“ anzusiedeln. Lehmann schränkte aber ein: „Es kostet viel Geld. Da muss man gucken, ob es sich wirklich lohnt. Das kann ich alleine nicht beurteilen.“

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