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Schweinsteiger als Nachfolger unwahrscheinlich

Eintracht Frankfurt: Fall Bobic wird zur Hängepartie – Sportvorstand verhandelt selbst

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Das Taktieren in der Causa Fredi Bobic läuft. Auf der Suche nach einem Nachfolger bleibt Eintracht Frankfurt (noch) gelassen.

  • Fredi Bobic möchte Eintracht Frankfurt im Sommer gerne verlassen.
  • Als Ziel des Sportvorstands gilt Hertha BSC Berlin.
  • Die Eintracht verweigert Bobic bisher die Freigabe. Eine Ausstiegsklausel besitzt er nicht.

In der Bundesligapause hat Fredi Bobic seinen Blickwinkel gewechselt. Nicht mehr von hoch droben im Hotel am Main auf die Frankfurter Skyline schauend, sondern ins Grüne Berlins. Im Westen der Kapitale, in Dahlem, ist Familie Bobic zu Hause und dorthin hat sich der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt wie so oft in Zeiten von Länderspielen für ein paar Tage zurückgezogen. Und natürlich fragte sich der Boulevard prompt und provokant, ob er, also Bobic, in diesem Zuge auch die Hertha-Geschäftsstelle aufsuchen werde.

Übermittelt ist ein Kurztrip in den Olympiapark nicht, freilich aber besteht Kontakt zwischen dem abstiegsbedrohten Berliner Bundesligisten und ihrem voraussichtlich nächsten Manager. Seit der Entlassung von Geschäftsführer Michael Preetz im Januar ist Fredi Bobic der Wunschkandidat der Hertha – was auf Gegenliebe beruht. Aber: Seit dem Bobic-Beben, das Anfang März vom Sportvorstand mit einem unrühmlichen TV-Auftritt ausgelöst wurde und eine Woche später den Eintracht-Aufsichtsrat als Punktsieger zurückließ, ist – zumindest öffentlich – wenig passiert.

Auf Abstand, nicht nur Corona wegen: Aufsichtsratchef Holzer (li.) und Sportvorstand Bobic.

Eintracht Frankfurt: Bobic-Poker ist längst eröffnet

Die Erwartungen der Eintracht-Bosse, ein Bobic-Interessent (Hertha BSC) würde zeitnah auf sie zukommen, um mit Aufsichtsratschef Philip Holzer über die Höhe einer Ablöse zu verhandeln, sind bisher nicht eingetreten. Stattdessen tritt Fredi Bobic selbst als Verhandlungsführer auf, diese Option hatte er im Protokoll der Aufsichtsratsitzung bewusst festhalten lassen.

Da der Vertrag von Fredi Bobic bekanntlich keine Ausstiegsklausel enthält, ist das Taktieren längst in vollem Gange, oder – treffender formuliert – im Stillstand. Noch will keine Partei nennenswert auf die andere zukommen. Je mehr Zeit verstreicht, desto dringender müssen Entscheidungen fallen, da könnte sich die Kompromissbereitschaft auf der einen wie anderen Seite erhöhen – so zumindest die Hoffnungen, natürlich auf beiden Seiten. Eine allemal verzwickte Gemengelage.

Eintracht Frankfurt will für Fredi Bobic fünf Millionen

Die Eintracht will an einem Bobic-Abgang rund fünf Millionen Euro verdienen, Fredi Bobic selbst (und die Hertha im Hintergrund) strebt dagegen eine wesentlich kleinere Summe an, zwei Millionen vielleicht. Das sind deutliche Unterschiede. Obwohl die aktuelle Bundesligapause also prädestiniert dafür scheint, eine Einigung zu erzielen, ist ein Ende der Hängepartie momentan nicht absehbar, wenngleich sich das täglich ändern kann.

„Zimbo“ verlängert

Torwarttrainer Jan Zimmermann hat seinen Vertrag bei der Eintracht vorzeitig verlängert. Der frühere Profi, der vor etwas mehr als einem Jahr Moppes Petz ablöste, unterschrieb einen Kontrakt bis Ende Juni 2024. „Jan ist immer auf der Suche nach neuen Ideen und blickt über den Tellerrand seiner Materie hinaus“, fand der scheidenden Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic in einer Vereinsmitteilung lobende Worte: „Seine moderne Trainingsgestaltung trägt maßgeblich zur kontinuierlichen Leistungssteigerung unseres Torwartteams bei.“ Gerade die Zusammenarbeit zwischen „Zimbo“, wie der 35-Jährige nur gerufen wird, und dem deutschen Nationalkeeper Kevin Trapp gilt als exzellent. dani

Die Eintracht jedenfalls hat sich, logisch, längst einen Überblick über mögliche Nachfolger verschafft. Nach der Absage von Wunschkandidat Christoph Spycher (Young Boys Bern) haben die Hessen diverse Profile ausgearbeitet, wie sie sich ihren künftigen Manager vorstellen könnten. Da wäre zum Beispiel ein erfahrener Mann, „Fredi Bobic reloaded“ quasi, einer, der die Bundesliga bereits länger kennt, der schon einiges mitgemacht hat, über Kontakte verfügt, womöglich aber auch das eine oder andere Mal bei Klubs gescheitert ist. Jörg Schmadtke, Rouven Schröder, und, und, und.

Nachfolger von Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt: Schweinsteiger? Arabi? Ruhnert?

Oder ein Typ wie Bastian Schweinsteiger, der eher über den Dingen schwebt, der zwar noch keine Managerfähigkeiten vorweisen kann, der bedingt durch Vita und Aura aber wohl recht rasch den nötigen Respekt erlangen würde – freilich die unwahrscheinlichste Option.

Oder einen Mann der zweiten Reihe, genannt seien Leute wie Sebastian Kehl (der allerdings in Dortmund bald aufsteigen wird), Simon Rolfes (Sportdirektor Bayer Leverkusen) und Markus Krösche (Sportdirektor RB Leipzig), die im Hintergrund starker Führungspersönlichkeiten (Kehl – Zorc; Rolfes – Völler; Krösche – Mintzlaff) ihre Expertise längst bewiesen haben und nun womöglich selbst den nächsten Schritt zum Big Boss eines Vereins wagen wollen.

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic zieht es offenbar zur Berliner Hertha.

Mehrere Managerprofile also, und noch mehr Kandidaten, von denen zuletzt neben Jonas Boldt (Hamburger SV, Oliver Ruhnert (Union Berlin) und Krösche auch der Bielefelder Geschäftsführer Samir Arabi häufig in der Berichterstattung aufgetaucht ist. „Meine Gedanken gehören aktuell ganz klar nur dem DSC Arminia“, zitiert das „Westfalen-Blatt‘ den Macher der Ostwestfalen, was natürlich einen künftigen Fokus auf einen anderen Arbeitgeber nicht ausschließt.

Eintracht Frankfurt auf der Suche nach dem Nachfolger von Fredi Bobic: Wer ist Mister X?

Arabi zieht seit nunmehr zehn Jahren in Bielefeld die Strippen und hat den Klub von einem verschuldeten Dritt- zu einem Erstligisten geformt. Ob der 42-Jährige dagegen über ein ausreichend großes Netzwerk verfügt und ob die Eintracht bereit ist, eine knappe halbe Million Euro an Ablöse für ihn zu zahlen, sei mal dahingestellt.

Arabi, Ruhnert, Krösche, Boldt, Mister X – entschieden ist bei Eintracht Frankfurt noch nichts. Schon mal gar nicht in der Causa Fredi Bobic. (Daniel Schmitt)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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