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Eintracht Frankfurt
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Martin Hinteregger (Nummer 13) und Eintracht Frankfurt sollten ihre Form schnell wiederfinden.

SGE

Eintracht Frankfurt: Die Gründe für den miesen Start in die neue Saison

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt lässt die Leidenschaft vermissen und hat zu viele formschwache Spieler in ihren Reihen.

Frankfurt – Im VfL Wolfsburg des neuen Mentors Mark van Bommel steckt noch eine ganze Menge des alten Trainers Oliver Glasner. Das macht es für die Niedersachsen gerade nicht so einfach, gegen zehn aufrechte Neulinge aus Bochum mühten sich die „Wölfe“ zu einem buckeligen 1:0-Erfolg, zeitweise herrschten beinahe anarchische Zustände auf dem Platz, keiner wusste so richtig, was zu tun ist. Das hängt mit der auf Ballbesitz ausgerichteten Philosophie van Bommels zusammen. Die steht diametral zu dem Ansatz seines Vorgängers.

Eintracht Frankfurt: Sieben Gegentore in zwei Pflichtspielen

Unter Glasner war alles anders, nach zwei Jahren unter der Ägide des Österreichers hatte jeder Spieler jeden Laufweg verinnerlicht, ein Rädchen griff ins andere. Hinten stand der VfL kompakt, nach vorne ging es überfallartig. Die Wolfsburger waren einer der gefürchtetsten und am besten strukturierten Gegner der gesamten Liga. Bis man da wieder hinkomme, räumte Führungsspieler Maximilian Arnold nun offen ein, werde noch einige Zeit ins Land gehen.

Oliver Glasner ist trotz Champions-League-Quali weitergezogen, er leitet nun Eintracht Frankfurt an, und kurioserweise haben die Hessen ähnliche Probleme wie sie jetzt der VfL am Mittellandkanal hat: Was der neue Coach wirklich möchte, ist zwar hinterlegt und in der Theorie verstanden, aber auf dem Feld kaum ersichtlich. Dabei liegen die Ideologien des alten Trainers Adi Hütter und die des aktuellen Fußballlehrers gar nicht so weit auseinander. Was am meisten überrascht, ist, dass die Eintracht auch unter dem durchaus mal defensiv denkenden 46-Jährigen den Laden nicht dicht bekommt. Sieben Gegentore in zwei Pflichtspielen sind eine Hausnummer, das schmeckt dem Trainer überhaupt nicht.

Auch in der Offensive kommen die Hessen nicht so zum Zuge wie erhofft. Der zweite Abschnitt bei der 2:5-Klatsche in Dortmund nährt zumindest in Ansätzen die Hoffnung auf Besserung, da war mehr Zug und Zielstrebigkeit im Spiel. Die restlichen drei Durchgänge, davon zwei gegen den in der Liga äußerst erfolglosen Drittligisten Waldhof Mannheim – zum Vergessen. Das ist ein Stück weit besorgniserregend, aber kein Grund zur Panik. Dazu ist die Saison zu frisch.

Eintracht Frankfurt: Zalazar überzeugt bei Schalke 04

Der Coach wird seinen Spielern allerdings neben den spieltaktischen Feinheiten wieder mehr Gift, Feuer und Leidenschaft einimpfen und sie zu einer höheren Leistungsfähigkeit treiben müssen, denn der missglückte Auftakt in die neue Runde hängt mit einer zu laxen Einstellung und der unzureichenden Form einiger Akteure zusammen. Es gibt profane Gründe für die momentane Schieflage.

Das fängt hinten bei Abwehrchef Martin Hinteregger an, der mit zwei bedenklichen Vorstellungen aufwartete. Was ist nur mit Hinti los? Auch die Nebenleute Tuta und Stefan Ilsanker überzeugten nicht. Da wird die Sportliche Leitung ein genaues Auge darauf haben, womöglich bis zum Ende der Transferperiode Ende August noch reagieren – im Rahmen der begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Auf rechts wirkt Rückkehrer Danny da Costa seltsam schwerfällig und fehlerbehaftet – was ist eigentlich mit Erik Durm? Filip Kostic auf links ließ sich in Dortmund von Felix Passlack abkochen, der vorher als Schwachstelle ausgemacht worden war. In der Kreativzentrale ist Daichi Kamada weiterhin mit Wundertüten-Potenzial unterwegs, Aymen Barkok, auf den Glasner große Stücke hält, enttäuschte erneut auf ganzer Linie.

Im defensiven Mittelfeld war das Spiel für den 37 Jahre alten Oldie Makoto Hasebe zu schnell, von Nebenmann Djibril Sow ist Laufarbeit und Handwerk zu erwarten, aber auch Wegducken und Alibi, wenn es nicht so läuft. Im defensiven Mittelfeld sind Glasner aber die Hände gebunden, weil Kapitän Sebastian Rode arg verletzungsanfällig ist und Ajdin Hrustic zwar auf der „Sechs“ aushelfen kann, aber eigentlich offensiver denkt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, weshalb die Eintracht Rodrigo Zalazar nach Schalke abgegeben hat. Der Uruguayer war beim mageren 1:1 von S 04 gegen Aue gleich der beste Spieler seines neuen Teams.

Andererseits hätte es der dynamische, aber nicht eben schnelle und taktisch leicht konfuse Antreiber in Frankfurt schwer gehabt, weil Glasner ihn nur für bedingt bundesligatauglich hält. Schalke hat eine Kaufoption für den 22-Jährigen, die Eintracht besitzt aber ein Rückkaufsrecht – so ähnlich wie einst Real Madrid bei Omar Mascarell.

Eintracht Frankfurt: Muani in einem Jahr?

Sinnvoll wäre es, würde die Eintracht im defensiven Mittelfeld noch mal nachlegen. Da sollte es freilich kein Novize mit Entwicklungspotenzial sein, sondern eher ein bundesligaerprobter Fahrensmann.

Auch im Sturm könnte noch etwas passieren, ein großer Zielspieler wird gesucht. Vielleicht denken die Verantwortlichen da an ein einjähriges Leihgeschäft. Kein Geheimnis ist nämlich, dass der Verein für die neue Saison den einen oder anderen Angreifer im Auge hat (unter anderem Randal Kolo Muani vom FC Nantes), den er ablösefrei verpflichten könnte. In kniffligen Corona-Zeiten nicht unerheblich.

Und dann bleibt ja noch das Rätsel Amin Younes, den bockigen 28-Jährigen, der sich immer mehr zu isolieren scheint. Glasner hat ihm zu verstehen gegeben, dass er gerne auf ihn bauen würde und ihn als wichtigen Bestandteil der Gruppe sieht – wenn er sich denn voll einbringe. Nach null Minuten Spielzeit in Dortmund darf das getrost bezweifelt werden.

Younes, das ist bekannt, fordert eine deutliche Aufstockung seiner Bezüge. Die Eintracht hat sogar schon ein nachgebessertes Angebot hinterlegt, obwohl der Dribbler vor einem Jahr in vollem Bewusstsein ein von beiden Seiten ausgehandelten Arbeitspapier mit fixem Gehalt unterschrieben hat – auch für die Zeit nach dem im Sommer 2022 auslaufenden Leihvertrag hinaus. Intern sorgt sein Verhalten daher für erhebliche Irritationen.

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