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In der vergangenen Saison machte Stürmer Goncalo Paciencia seine wichtigsten Tore mit dem Kopf.

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Goncalo Paciencia: Der Mann für die besonderen Momente bei Eintracht Frankfurt

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In der vergangenen Saison kam Goncalo Paciencia nicht über die Rolle des Auswechselspielers hinaus. Trotzdem schoss er als Joker ein paar wirklich wichtige Tore. 

Frankfurt - Man kann nicht sagen, dass Goncalo Paciencia bis zu jenem 2. März dieses Jahres besonders tiefe Spuren bei Eintracht Frankfurt hinterlassen hätte: Ein Tor hatte er bis dahin erzielt, ausgerechnet das einzige beim blamablen Pokal-Aus in der ersten Runde gegen Ulm (1:2), dann riss der Meniskus, vier Monate Pause. Der Mann, anfangs noch mit Alex-Meier-Zopf, schien keine Rolle zu spielen bei Eintracht Frankfurt. Ehe der Portugiese zum Helden avancierte, hatte er genau sechs Minuten Bundesligaluft schnuppern dürfen - bis zu jenem 24. Spieltag.

Der Stürmer kam, mal wieder, nur als Joker in die Partie, ab der 80. Minute durfte er mittun, 2:1 lag da die TSG Hoffenheim vorn, die Frankfurter 1:0-Führung hatten Joelinton und Befodil gedreht. Allerdings waren die Kraichgauer zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt, Kasim Adams war vom Platz gestellt worden (65.) und die hessische Aufholjagd konnte beginnen. In der 89. Minute schaffte Sebastien Haller den Ausgleich zum 2:2, und weil die Hoffenheimer zuvor sehr ausgiebig auf Zeit gespielt hatten, hatte es eine siebenminütige Nachspielzeit gegeben - selbst TSG-Trainer Julian Nagelsmann empfand dies als angebracht.

Goncalo Paciencia: Der Joker schießt die Frankfurter Eintracht gegen Hoffenheim zum Sieg

Schließlich flog, von Haller getreten, eine letzte Flanke in den Hoffenheimer Strafraum, „zur zweiten Stange“, wie Eintracht Trainer Adi Hütter sagte, und da stand Paciencia goldrichtig und tat, was ein Stürmer, was ein Joker tun musste: Er köpfte die Kugel ins Tor. Sekunden später war die Partie beendet, die Eintracht hatte ein Spiel gewonnen, das schon verloren schien.

„Auf meiner Stirn stand, ich werde das Tor machen“, sagte der 25 Jahre alte Paciencia. Es war erst sein fünfter Ballkontakt. Das Kopfballspiel gehört zu den herausragenden Stärken des kantigen, 1,84 Meter großen Angreifers. Tore mit dem Fuß hat er eher selten erzielt, von seinen bisher sieben Treffern im Eintracht-Dress lediglich einen - per Elfmeter gegen Flora Tallinn - aber sechs mit dem Kopf.

Goncalo Paciencia, der Mann für die besonderen Momente bei Eintracht Frankfurt

In der vergangenen Runde kam Paciencia über die Rolle des Auswechselspielers nicht hinaus, sein Problem hatte drei Namen: Haller, Jovic, Rebic, die vor ihm standen. Doch Paciencia blieb dran, als Mann für die besonderen Momente machte er sich einen Namen, als einer, der kommt, wenn nur noch die Brechstange hilft. Eine Woche nach dem Last-Minute-Tor gegen Hoffenheim traf er in Düsseldorf - mit dem Schädel. 

Es war nahezu eine perfekte Kopie des Treffers gegen Hoffenheim. Ein paar Wochen später sollte der Mann aus Porto in seinem Heimatland wieder entscheidend mit dem Kopf zur Stelle sein. Im Viertelfinale der Europa League erzielte er den wichtigen zweiten Treffer beim 2:4 gegen Benfica Lissabon. Aber das ist eine andere Geschichte.

Von Thomas Kilchenstein

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