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Der FC Salzburg.

Eintracht-Gegner in der Europa League

FC Salzburg: Die Ruhestörer

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FC Salzburg, der Europa-League-Gegner von Eintracht Frankfurt, bringt viel Tempo und Wucht auf den Platz.

Das größte Lob für den Verlierer kam von Jürgen Klopp. „Überragend“ sei es gewesen, wie der FC Salzburg „auf uns eingestellt war“, sagte der Trainer des FC Liverpool. Trotzdem hat es für den österreichischen Abonnementsmeister (13 Titel), seit 2005 vom Brausekonzern Red Bull großzügigst alimentiert, nicht zum Überwintern in der Königsklasse gereicht. Immerhin hatten sie es dieses Mal in die Gruppenphase geschafft; zuvor war der 113 Millionen Euro wertvolle Klub, von 2014 bis 2015 von Adi Hütter trainiert, lächerlich kläglich und oft in der Qualifikation gescheitert, elf Mal in Folge, abgeschmettert von so prominenten Klubs wie FC Düdelingen, Hapoel oder Rijeka.

Eintracht-Gegner FC Salzburg hat sich entwickelt

Doch der bislang noch ungeschlagene Tabellenführer in Österreich hat sich längst zu einem Schwergewicht im europäischen Fußball entwickelt. Der Salzburger Erfolg, die international als FC firmieren müssen, weil die Uefa Sponsorenbezeichnungen im Vereinsnamen verbietet, beruht auf der besonderen Stärke in Umschaltmomenten, mit denen sie große Torgefahr ausstrahlen. Die Österreicher setzen den Gegner hoch in deren eigener Hälfte unter massiven Druck, lassen ihm keine Ruhe, attackieren extrem früh. Auch in Ballbesitz entwickeln sie mit ihrer Risikobereitschaft im Kombinationsspiel eine erstaunliche Dynamik und Wucht. Dazu gehen sie ein enorm hohes Tempo.

Eintracht Frankfurts Martin Hinteregger spielte in Salzburg

Salzburg agiert auch unter dem neuen Trainer, dem US-Amerikaner Jesse Marsche - Vorgänger Marco Rose ging ja bekanntlich zu Borussia Mönchengladbach - bevorzugt in einem 4-2-2-2- oder 4-3-1-2-System, gnadenlos offensiv. „Die Entwicklung der Mannschaft ist ein Wahnsinn“, lobte der 46 Jahre alte Coach unlängst sein Team, das in der Alpenrepublik mittlerweile als „Mentalitätsmonster“ bekannt geworden ist. Im Hinspiel in Liverpool etwa holte Salzburg binnen kurzem gar einen 0:3-Rückstand auf, um am Ende unglücklich 3:4 zu verlieren.

Das Prunkstück der Mannschaft, für die Martin Hinteregger zwischen 2010 und 2015 143 Spiele bestritt, ist der Sturm mit dem von Borussia Dortmund und RB Leipzig umworbenen Talent Erling Haaland (16 Tore in 18 Ligaspielen) und dem Sambier Patson Daka (14). Dabei gehört es zur unter anderem von Ralf Rangnick entwickelten Philosophie der Salzburger, vornehmlich auf junge, unverbrauchte Spieler zu setzen - eine Philosophie, die etwa Adi Hütter 2015 nicht mehr mitgehen wollte. Bei allem Angriffswirbel ist Salzburg defensiv nicht unverwundbar – im entscheidenden Gruppenspiel gegen die Reds gestatteten die Österreicher den Briten 21 Torschüsse.

Eng wird es im Stadion: Weil die Salzburger Arena 29.520 Plätze fasst, gehen nach derzeitigem Stand nur 1.476 Karten an Fans von Eintracht Frankfurt.

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