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Robbery-Style: Was Eintracht Frankfurt in Magdeburg erwartet

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Von: Daniel Schmitt

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Der 1. FC Magdeburg geht seine Spiele offensiv an. Trainer Christian Titz hat dem Team eine eigene Identität gegeben.

Frankfurt - Längst wird in der Welt der Profikickerei nicht nur noch Fußball gespielt, nein, das wäre dann doch zu schnöde, diese 22 Männer oder Frauen, die einem Ball hinterherrennen und ihn ins Eckige schießen. Es gibt diesen Sport mittlerweile in gefühlt allen denkbaren Facetten, angefangenen bei den bekannten, dem Klopp-Fußball, dem Guardiola-Fußball, dem Nagelsmann-Fußball. Doch es geht auch einige Stufen tiefer, sogar zweitklassig.

Der Hamburger SV zum Beispiel spielt nicht mehr nur eine auf Kontrolle ausgelegte Variante, sondern Walter-Fußball. Oder der 1. FC Magdeburg, der Drittligameister der vergangenen Saison, der an diesem Montag (1. August, 20.45 Uhr/ARD) in der ersten DFB-Pokalrunde auf den Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt trifft: Dort wird Titz-Fußball zelebriert.

Eintracht Frankfurt in Magdeburg: Trainer Oliver Glasner warnt

Trainer Christian Titz also, der seit eineinhalb Jahren beim FCM arbeitet, hat Erfolg mit seinen Ideen. Die beinhalten vor allem eine offensive Ausrichtung seiner Mannschaft, nicht nur als Spitzenteam der dritten Liga, sondern auch nach dem Aufstieg in Liga zwei. Der Torwart Dominik Reimann soll im eigenen Ballbesitz quasi als elfter Feldspieler agieren, steht dann 30, 40 Meter vor seinem Kasten. Entsprechend macht der Boulevard aus dem Titz-Fußball auch gerne den Hurra-Fußball.

Der 51-jährige Coach fordert von seinen Spielern, keine Angst zu haben, früh zu attackieren. Beim Zweitligaauftakt gegen Aufstiegsanwärter Fortuna Düsseldorf mündete dies in einer guten Leistung und einer unglücklichen 1:2-Pleite, die Woche drauf wurde der Karlsruher SC auswärts mit 3:2 bezwungen. Magdeburg wird in der zweiten Liga eher nicht ganz vorne in der Tabelle mithalten können, erstmal geht es für den Traditionsklub, immerhin dreimaliger DDR-Meister und 1974 Europapokalsieger der Pokalsieger, um den Ligaverbleib, spektakuläre Spiele aber sind den Männern aus der Elbstadt stets zuzutrauen. „Von unserer Spielweise wollen wir möglichst viele Elemente beibehalten. Das hängt aber natürlich vom Gegner und der konkreten Situation ab“, sagt der Trainer. Wie sehr er gegen die Eintracht ins Risiko gehen wird, bleibt abzuwarten.

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Christian Titz, der einzige Abstiegscoach in der Geschichte des Hamburger SV, der dafür aber wohl am wenigsten konnte, baute gemeinsam mit dem hervorragend arbeitenden Magdeburger Sport-Geschäftsführer Otmar Schork, der zuvor bereits den SV Sandhausen mit bescheidenen Mitteln zu einer Zweitligamarke aufgepimpt hat, ein recht junges Team zusammen. Das FCM-Team ist laufstark, willig, hinten mitunter anfällig, dafür vorne immer für Überraschungen gut.

Stilprägend: Ex-HSV-Trainer Christian Titz lässt in Magdeburg bedingungslosen Angriffsfußball spielen und hat damit Erfolg. imago images
Stilprägend: Ex-HSV-Trainer Christian Titz lässt in Magdeburg bedingungslosen Angriffsfußball spielen und hat damit Erfolg. © Christian Schroedter/imago

Gerade die kleinen, wuseligen und dadurch für Verteidiger kaum greifbaren Offensiven Tatsuya Ito (1,63 Meter), bereits unter Titz beim HSV aktiv, sowie Baris Atik (1,69) bestimmen das Angriffsspiel. „Die dribbeln wie früher Robben und Ribery nach innen, suchen das Eins-gegen-eins und Abschlüsse“, warnt Eintracht-Trainer Oliver Glasner. Der Ex-Darmstädter Atik überzeugte in der vergangenen Drittligarunde ganz besonders. Seine Bilanz: 19 Tore, 22 Vorlagen. Beachtlich. (Daniel Schmitt)

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