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Könnte überraschend eine Rolle spielen: Timothy Chandler. Foto: Hübner
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Könnte überraschend eine Rolle spielen: Timothy Chandler.

SGE

Eintracht gegen Union Berlin: Erstes Endspiel um die Königsklasse

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt ist nach einer klitzekleinen Durststrecke im Heimspiel gegen Union Berlin fast schon zum Sieg verdammt und hofft auf einen eigentlich Unersetzbaren.

  • Eintracht Frankfurt trifft in der Bundesliga auf Union Berlin.
  • Adi Hütter hofft noch auf Einsatzfähigkeit von Abwehrchef Martin Hinteregger.
  • Partie gegen Union Berlin wird für SGE zu erstem Endspiel um Europa.

Frankfurt - Der Frankfurter Trainer Adi Hütter mag die absolute Lieblingsfloskel aller im Fußballgeschäft Tätigen eigentlich nicht, immer von „Spiel zu Spiel zu denken“, er findet das im Kern grotesk. Aber jetzt, da sich Eintracht Frankfurt auf der Zielgerade befindet und praktisch jedes Wochenende in der Liga ein richtungsweisendes Spiel wartet, ja sogar „ein Monat der Wahrheit“ droht mit Spielen gegen alle Spitzenteams bis auf die Bayern, da greift der Fußballlehrer dann doch gerne darauf zurück. „Wir müssen jedes Spiel so ernst nehmen, dass wir schlussendlich international dabei sein können.“ Im Grunde müssten die Hessen alle Spiele bis Mitte Mai „mehr oder weniger“ als Endspiele einschätzen. „Wir wollen ja was Außergewöhnliches schaffen“, betont der Coach frank und frei, verschämtes Verstecken hinter den eigenen Ansprüchen gibt es bei ihm bekanntlich nicht, „die Champions League zu erreichen, wäre grandios“, aber natürlich wäre auch die Europa League gut. In Stein gemeißelt ist: „Wir wollen international dabei sein.“

Eintracht Frankfurt: Österreicher bleiben hier

Nach lediglich zwei Punkten aus drei Spielen sind die Frankfurter vor dem Heimspiel gegen die kecken Berliner aus Köpenick fast schon zum Siegen verdammt, wenn sie oben im Konzert der Großen weiter musizieren wollen. Ein Spaziergang wird das nicht, und das hat Gründe. Union Berlin hat sich in der Liga erstaunlich schnell etabliert, zählt zu den „sehr, sehr unangenehmen“ Mannschaften, die Unioner stehen taktisch diszipliniert, sind laufstark und können kicken, zumal der unzähmbare Max Kruse wieder an Bord ist. Die Berliner haben mit Bayer Leverkusen von allen Bundesligaklubs in der Anfangsviertelstunde am häufigsten (neun Mal) getroffen, sie haben noch nie ein Gegentor nach einem Konter gefangen und sind in der Luft enorm stark, elf Kopfballtreffer zeichnet das Team der langen Kerls aus. Und die „Eisernen“ sind seit fünf Spielen (zwei Siege, drei Remis) ungeschlagen. „Das wird ein Abnutzungskampf“, vermutet der Frankfurter Cheftrainer. Mit Schrecken erinnert er sich noch an das Hinspiel in Berlin und an die „fürchterlichen ersten 15 Minuten“, in denen die Eintracht höher als mit 0:2 ins Hintertreffen hätte geraten können. Die Comebackfähigkeiten der Frankfurter sind freilich ebenfalls hinlänglich bekannt, 3:3 endete die rassige Partie.

Derweil steht Trainer Adi Hütter noch vor einer Reihe von ungelösten Fragen. Die entscheidende ist: Wird Abwehrchef Martin Hinteregger rechtzeitig fit bis zum Anpfiff. „Es wird ein Wettlauf mit der Zeit“, ahnt Hütter, am Donnerstag hat der Stopper einen ersten Trainingsversuch mit der Mannschaft gestartet. Ob bis Samstag die leichte Zerrung im Oberschenkel abgeklungen ist? Fest steht aber auch, Hütter wird keinen spielen lassen, der nicht 100-prozentig fit ist, „das bringt nix“. Im übrigen hat sich Eintracht Frankfurt so positioniert, die österreichischen Nationalspieler Hinteregger und Stefan Ilsanker nicht für das WM-Qualifikationsspiel am 25. März in Glasgow abzustellen. Weil Schottland als Hochinzidenzgebiet gilt, ist es den Klubs erlaubt, ihren Nationalspielern die Freigabe zu verweigern. Danach hat Austria zwei Heimspiele.

Sollte Hinteregger, wonach es aussieht, tatsächlich ausfallen, müsste Hütter einige Umbauten in Angriff nehmen, zumal ja auch Verteidiger Tuta und Amin Younes (beide Gelbsperren) sowie Almamy Touré und Erik Durm verletzt fehlen. Tutas Position wird der kopfballstarke Stefan Ilsanker einnehmen, der bereits gegen RB Leipzig stark spielte, für Hinteregger würde Makoto Hasebe ins Zentrum rutschen, eine Rolle, die der 37-Jährige bestens ausfüllen kann und im Schlaf beherrscht. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass der Stratege dann nicht für das defensive Mittelfeld zur Verfügung stünde, wo er dank seiner überragenden Fußballintelligenz entscheidend für die Balance ist. Das sei verkraftbar, findet indes Hütter. Ohne den österreichischen Kanten in der Abwehr würde man zwar auf einen „zweikampfstarken Spieler“ verzichten müssen, doch die Umstellung „verändert das Spiel nicht“.

Eintracht Frankfurt: Jovic soll es richten

Adi Hütter muss sich zudem noch Gedanken machen, ob rechts Aymen Barkok oder Timothy Chandler zum Einsatz kommt. „Entscheidend ist, ob wir eine offensivere oder defensivere Variante wählen“, sagt der Coach. Mit einer mutigeren Herangehensweise ist Eintracht Frankfurt meist besser gefahren. Das gilt auch für die Besetzung des Angriffs. Da spricht vieles für das gemischte Doppel André Silva und Luka Jovic (zusammen 22 Tore). Gerade auf den von Real Madrid ausgeliehen Serben baut der Coach. Neun Endspiele sind es ja noch, und selbst wenn Jovic gerade eine kleine Durststrecke durchmisst und seit sieben Partien nicht mehr getroffen hat, ist das Vertrauen in die Treffsicherheit des 23-Jährigen ungebrochen: „Ich habe immer gesagt, Luka könnte hinten heraus der Spieler sein, der uns die Spiele gewinnt.“ Es wäre ein guter Zeitpunkt, schon am Samstag mit dem Toreschießen zu beginnen. Sein mehr als verheißungsvoller Einstand mit drei Treffern in den ersten beiden Begegnungen liegt schließlich schon eine Weile zurück.

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