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So wird er lange nicht mehr jubeln können: Die Leiste macht Eintracht-Stürmer Bas Dost zu schaffen, weshalb er bis Jahresende auf Eis liegt.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt gegen die Hertha: Vollzählig bleiben!

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Eintracht Frankfurt will gegen Hertha Berlin endlich die kleine Krise meistern - selbst wenn Mittelstürmer Bas Dost für den Rest der Hinrunde ausfallen wird.

Vor dem Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg vor 14 Tagen hat sich der lange Stürmer Bas Dost über seine nähere Zukunft geäußert. Acht Spiele waren da bis Weihnachten noch zu absolvieren, die schaffe er mit Sicherheit nicht alle, sagte der Niederländer bedauernd. Zu sehr zwickte und zwackte seine Muskulatur, zu sehr schmerzte der ganze Körper. Das sei halt so im hohen Alter, scherzte er noch.

Bas Dost fällt für den Rest des Jahres aus

Nun steht fest, dass der 30 Jahre alte Wandspieler nur noch dieses eine Spiel gegen den VfL Wolfsburg geschafft hat, mehr schlecht als recht. In dieser Hinrunde wird der Angreifer, der bislang fünf Tore in zwölf Pflichtspielen erzielt hat, keine Partie mehr bestreiten können. „Wir nehmen ihn komplett aus dem Betrieb heraus“, sagte am Donnerstag der Frankfurter Trainer Adi Hütter. Wegen einer hartnäckigen, nicht näher definierten Leistenverletzung wird Dost bis Weihnachten geschont. „Er wird eine Therapie machen“, sagte Hütter, „er bekommt immer mehr Schmerzen, deswegen ist das kein Dauerzustand.“ Man werde alles tun, „um ihn wieder fit zu bekommen.“

Der Ausfall von Bas Dost auf der Zielgerade der Hinrunde mit den Spielen heute gegen Hertha Berlin, Vitoria Guimaraes, FC Schalke, 1. FC Köln und SC Paderborn verschärft naturgemäß die Probleme im Frankfurter Sturm, der ohnehin seit dem Bayern-Spektakel (5:1) nicht mehr für ein Tor verantwortlich zeichnete. Im Kern steht Hütter derzeit ein tauglicher Angreifer zur Verfügung, Goncalo Paciencia, der auch schon ein wenig auf der Felge zu laufen scheint. André Silva, die Leihgabe aus Mailand, sei zwar fit, befinde sich momentan aber „nicht auf dem Level“, so Hütter, um der Mannschaft zu helfen. Der Portugiese steckt in einer respektablen Formkrise, Dejan Joveljic, Angreifer Nummer vier, erscheint noch zu grün hinter den Ohren.

Eintracht Frankfurt: Flaute im Sturm

Die Flaute im Sturm ist sicher auch ein Grund dafür, warum die Leistungskurve der Frankfurter Eintracht aktuell nach unten zeigt. Nach drei Niederlagen in Folge in der Liga sehnt nicht nur der Fußballlehrer ein schnelles Erfolgserlebnis herbei. „Wir wollen positiv bleiben“, sagt er und umschreibt sein Rezept gegen die beginnende kleine Krise: „Kein Aktionismus, viel Geduld, Ruhe und Vertrauen in die eigene Stärken. Der Blick geht nach vorne.“

Wie viele Zähler die Eintracht bei zwei Heim- und zwei Auswärtsspielen bis Weihnachten aufs Konto packen könnte, wollte Hütter nicht sagen, „am liebsten“ würde er die Hinrunde mit 29 Punkten abschließen, die Eintracht müsste dazu freilich alle Spiele gewinnen. Realistisch ist das nicht. Deshalb verschließt Adi Hütter nicht die Augen vor dem momentanen Leistungsknick: „Es ist lange her, dass wir eine Phase hatten, in der es nicht so gut läuft.“ Es seien Nuancen, die den Unterschied machten, alle Spiele seien denkbar knapp ausgegangen. Wenn diese Nuancen aber ständig fehlen, könnten die Hessen ihr Saisonziel - erneuter Europa-Einzug - aus den Augen verlieren. Der Rückstand auf Platz sechs beträgt fünf Punkte.

Eintracht Frankfurt will den Bock umstoßen  

Das Spiel heute Abend gegen Hertha BSC (20.30 Uhr/live bei Dazn) wäre somit eine prima Gelegenheit, „den Bock umzustoßen“. Womöglich müsse man „sein Glück auch mal erzwingen“, meint der österreichische Coach. Dummerweise kommt Berlin nicht allein, sondern bringt Jürgen Klinsmann mit, einen Mann, der polarisiert, aber auch motivieren kann. Zum zweiten Mal in Folge treffen die Hessen somit auf ein Team, das just zuvor gerade den Trainer gewechselt hat, gegen Mainz 05 war Achim Beierlorzer neu hinzugekommen. Und die Hertha, bei der „Großes entstehen kann“ (Klinsmann), steht als Tabellen-16. mächtig unter Druck. „Sie wollen in die Erfolgsspur zurück.“ Dazu haben die Berliner unter dem früheren Bundestrainer ihre Laufleistung deutlich erhöht, sie gelten neuerdings als „top organisiert“, wie der Frankfurter Coach sagte, der im übrigen vor einigen Monaten Jürgen Klinsmann ganz zufällig in einem Frankfurter Restaurant getroffen hatte. „Ich kannte ihn nur aus dem Fernsehen“, sagte Hütter, man habe ein wenig geplaudert, Klinsmann sei „angetan von dem, wie wir spielen“, erzählte Hütter von dieser Begegnung.

In dieser kurzen Trainingswoche waren bei der Analyse natürlich auch die Roten Karten ein „absolutes Thema“ gewesen. Das sei angesprochen worden, man schwäche sich durch die Hinausstellungen selbst, drei Platzverweise in den letzten drei Spielen seien eindeutig zu viel. Natürlich sei das ein schmaler Grat, „ich kann ja nicht sagen, zieht zurück.“ Vielmehr müssten seine Profis „intelligent in die Zweikämpfe gehen“, um möglichst Unterzahl zu vermeiden.

Makoto Hasebe ist zurück

Mittlerweile sind Bundesligamannschaften in ihrer Qualität so eng beieinander, dass eine numerische Überzahl fast immer einen enormen Vorteil bringe. Selbst die Hertha hatte vor Wochenfrist nach der Herausstellung von Mats Hummels Borussia Dortmund arg in die Bredouille bringen können.

Personell kann Hütter nahezu aus dem Vollen schöpfen, außer den Langzeitverletzten (Dost, Kevin Trapp, Marco Russ) sowie den Gesperrten (Dominik Kohr, David Abraham) „sind wir fast komplett“. Makoto Hasebe hat seinen grippalen Infekt überwunden und dürfte heute die Dreierkette zusammenhalten. Immerhin befände sich das Team trotz 26 Pflichtspielen „physisch in einer Topverfassung“, findet Hütter und verspricht: „Wir werden mit Power Fußball spielen.“ Unter Flutlicht allemal.

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC: Zum Spiel

Frankfurt:Rönnow – Touré, Hasebe, Hinteregger – da Costa, Fernandes, Rode, Sow, Kostic - Kamda, Paciencia.

Berlin:Kraft – Stark, Boyata, Rekik – Wolf, Skjelbred, Mittelstädt – Grujic, Darida – Selke, Lukebakio.

Schiedsrichter:Christian Dingert (Lebecksmühle).

Der Eintracht fehlen:Dost (Leistenverletzung), Kohr, Abraham (beide Rotsperre), Trapp, Russ (beide Aufbautraining).

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