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Zwischen Stolz und Frust: Martin Hinteregger lässt sich im Mai in London von den Fans aufheitern.

Vor Duell mit Arsenal in der Europa League

Eintracht Frankfurt in London: Erinnerungen an das Halbfinale

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Eintracht Frankfurt kehrt sechseinhalb Monate nach dem Höhepunkt in der Europa League nach London zurück und sollte eine Niederlage beim FC Arsenal vermeiden.

Heute noch sind die Erinnerungen bei vielen so präsent, als wären sie erst gestern entstanden. Erinnerungen an diese unnachgiebige Leistung gegen den Favoriten, an dieses dauerhafte Gegrätsche über die Grasnarbe, diesen Torjubel, bevor der Ball überhaupt im Tor ist, diese langgezogenen Ooohs im Stadion, als größte Großchancen verdaddelt werden, diese noch länger gezogenen Neeeins bei den verschossenen Elfmetern, und natürlich an diese kullernden Tränen von Fans und Fußballern, entstanden aus einer emotionalen Mischung aus Stolz und Frust. 

Ja, diese Erinnerungen bleiben haften, wohl noch eine ganz schön lange Zeit, obwohl deren Ursprünge mittlerweile auch schon wieder sechseinhalb Monate zurückliegen.

Eintracht Frankfurt: Erinnerungen an den FC Chelsea - jetzt wartet der FC Arsenal

Am 9. Mai dieses Jahres war die Frankfurter Eintracht zuletzt in London zu Gast, bei den Blauen, beim FC Chelsea schied sie im Halbfinale der Europa League bekanntlich nach dem Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb aus. Heute kehren die hessischen Fußballer zurück in die englische Kapitale, wieder London, wieder ein namhafter Gegner, diesmal in Rot und Weiß gekleidet: der FC Arsenal. Wenn sich die Eintracht-Entourage am Mittwochvormittag in den Flieger vom Main an die Themse setzt, dann sind sicher auch etliche Erinnerungen an das so aufregende Halbfinale im Gepäck. So etwas würden die Kicker gerne wieder erleben.

Allerdings: Bis dahin, bis wieder solch bedeutende K.-o.-Spiele anstehen, ist es noch ein weiter Weg. Während die Frankfurter in der vergangenen Saison durch den Europacup marschierten, schreiten sie diesmal eher holprig voran. Nach vier Partien hat die Eintracht sechs Punkte gesammelt und ist Tabellendritter der Gruppe F. Arsenal, das das Hinspiel in Frankfurt 3:0 gewann, steht vor dem direkten Duell am Donnerstag (21 Uhr/RTL) mit zehn Zählern an der Spitze. Dazwischen platziert sich Standard Lüttich mit sechs Punkten, also ebenso vielen wie die Eintracht. Am Ende des Tableaus weilt Vitoria Guimaraes mit nur einem Pünktchen. Was heißt das also für die finalen zwei Spieltage? Alles noch offen.

Eintracht Frankfurt vor einem Spiel mit hoher Bedeutung

Das Spiel in London hat selbstverständlich eine hohe Bedeutung, das auf jeden Fall, allerdings kann es, egal in welcher Konstellation, immer noch keine definitive Entscheidung mit Bezug zur Eintracht bringen. Alle vier Teams können noch ins Sechzehntelfinale einziehen, alle können noch rausfliegen. Das davon auch die eigentlich souverän führenden Engländer betroffen sind, macht die Frankfurter Aufgabe bei Arsenal sicher nicht einfacher. Die Londoner brauchen noch einen Punkt fürs Weiterkommen, bei zwei Niederlagen in den abschließenden Partien gegen Frankfurt und Lüttich könnten sie aber gar am Ende als trotteliger Dritter dastehen.

Ihrerseits müssen die Frankfurter im Vergleich zu den Belgiern für das Weiterkommen entweder einen Zähler mehr holen oder bei gleicher Punkteausbeute mindestens einen Treffer mehr schießen. Puh, ganz schön anstrengend diese Rechnerei. Eintracht-Trainer Adi Hütter hält es da pragmatischer. Er sagt: „In London hängen die Trauben hoch. Wir wollen dort aber etwas mitnehmen.“ So einfach kann es halt auch sein.

Eintracht Frankfurt und FC Arsenal: Beide sind nicht in Bestform

Nun treffen im Norden der Millionenmetropole zwei Mannschaften aufeinander, die relativ weit weg sind von ihrer Bestform. Die Gäste haben dreimal nacheinander verloren, die Gastgeber sind sechs Spiele ohne Sieg. Das Selbstvertrauen wird also nicht einfach so auf dem Rasen liegen, sondern muss sich dort erst erarbeitet werden. Wie gut, zumindest aus Frankfurter Sicht, dass die personellen Sorgen im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Samstag ein Stück weit kleiner geworden sind.

Die in der Bundesliga gesperrten David Abraham und Gelson Fernandes kehren sicher zurück in den Kader. Wahrscheinlich ist zudem, dass sie von Coach Hütter sofort in die Startelf beordert werden. Gerade dem schnellen Abraham könnte gegen den noch ein wenig flotteren Arsenal-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang eine große Bedeutung zukommen. Und auch die Fleißarbeit von Fernandes vor der Abwehr würde die Chancen auf einen Sieg oder mindestens einen Punkt eher nicht minimieren.

Vor Duell mit FC Arsenal: Rönnow kehrt in den Kasten von Eintracht Frankfurt zurück

Zudem wird Frederik Rönnow aller Voraussicht nach wieder zwischen den Pfosten stehen. Nach seinem Infekt, der den dänischen Torhüter den Einsatz gegen Wolfsburg gekostete hatte, stand er gestern wieder auf dem Trainingsplatz und absolvierte die torwartspezifischen Übungen gemeinsam mit den Ersatzleuten Felix Wiedwald und Jan Zimmermann. Er ist also dabei.

Bei Sebastian Rode, der am Samstag gegen Wolfsburg wegen eines schmerzenden Knies schon zur Pause sicherheitshalber vom Feld geholt wurde, könnte es dagegen eng werden mit einem Einsatz. Am Dienstag trainierte er jedenfalls nur abseits der restlichen Truppe. An Zweikämpfe im Teamtraining wagte er sich lieber nicht heran. Sein Auflaufen am Donnerstag sei „offen“, teilte die Eintracht folgerichtig mit. Zwar gibt es Rodes Blessur betreffend noch immer keine genaue Diagnose vonseiten des Klubs, außer dass er einen Schlag aufs Knie bekommen habe, sie soll aber nicht allzu schlimm sein. Dennoch will die Eintracht insbesondere beim so häufig verletzungsgeplagten Rode kein Risiko eingehen.

Das erscheint insofern nicht ganz unklug, da ja auch der Mittelfeldspieler seine ganz eigenen Erinnerungen an Fußballspiele auf Londoner Rasen hat. Denn jene finalen, aufregenden Minuten des 9. Mai verfolgte Sebastian Rode bekanntlich mit heftigen Schmerzen und dickem Knieverband am Seitenrand.

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