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Der Schrei: Die Bayern sollen sich an Bas Dost verschlucken.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt gegen Bayern München: Körbel setzt alles auf Dost

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Eintracht-Legende Charly Körbel glaubt an einen Sieg gegen die Bayern – so wie früher halt.

Wenn die Sprache auf die Bayern kommt, erzählt der legendäre Bernd Hölzenbein, das große Eintracht-Schlitzohr, gerne mal von Katsche Schwarzenbeck und Kaiser Franz, der im Spiel kein großes Problem mehr darstellte, wenn dieser unnachgiebige und eisenharte Schwarzenbeck erst mal abgeschüttelt war. „Das Abwehrverhalten von Beckenbauer, das war, na ja, sagen wir mal, nicht ganz so gut.“ Das Selbstverständnis in den Duellen mit den Münchner Riesen war sowieso klar: „Damals“, sagte der „Holz“ einmal, „haben wir uns gesagt: Die Bayern kriegen hier sowieso eine Klatsche.“

Und Bundesligarekordspieler Karl-Heinz Körbel flankierte: „Die Bayern hatten schon die Hosen voll, wenn sie wussten, sie müssen nach Frankfurt. Hier gab es für die nix zu holen“, sagte die Eintracht-Legende, die ihr erstes von 602 Spielen gegen die Bayern und einen gewissen Gerd Müller machte. Die Eintracht neigte dazu, die Bayern zu schlagen, um eine Woche später gegen eine graue Maus zu verlieren. So fing Körbels Karriere an: „Sieg gegen die Bayern, dann eine Niederlage in Oberhausen.“ Die Eintracht von damals brauchte den Kitzel, um Magie zu entfachen. Das ist fast so wie heute in der Europa League.

Eintracht gegen die Bayern: Das waren mal 18 Jahre ohne Niederlage

18 Jahre lang verlor die Eintracht nicht einmal gegen die Münchner – von November 1971 bis August 1989. Erst Klaus Augenthaler machte diese wundersame Serie mit einem Schuss von der Mittellinie über Uli Stein hinweg zunichte. Von dieser beeindruckenden Serie ist die Eintracht mittlerweile weit entfernt, in den vergangenen zwei Jahrzehnten setzte es 13 Heimniederlagen gegen die Bayern, nur zweimal, 2010 (Tore zum 2:1-Erfolg Juvhel Tsoumou, 87., und Martin Fenin, 89.) und 2007 (Christoph Preuß per Fallrückzieher zum 1:0-Sieg gegen Oliver Kahn), gewann die Eintracht noch gegen die Bayern. Und natürlich in Berlin, vor eineinhalb Jahren, im DFB-Pokalfinale. Vielleicht sagt Charly Körbel auch deshalb noch heute: „Gegen die Bayern haben wir immer eine Chance, sie liegen uns mehr als Gladbach oder Köln – egal, welche Mannschaft da spielt. Das ist immer ein besonderer Gegner.“ Natürlich seien die Bajuwaren auch mal in der Lage, „dich abzuschießen“, doch die Eintracht-Ikone glaubt: „Die Bayern haben mehr Respekt vor uns als man denkt.“

Körbel, der 2001 die erfolgreiche Eintracht-Fußballschule aus der Taufe hob, freut sich auf einige heiße Duelle, die Münchner hätten in Serge Gnabry, Kingsley Coman und Robert Lewandowski „drei Granaten da vorne“, gerade der polnische Weltklassestürmer hat es dem früheren Vorstopper angetan, da gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Seit Gerd Müller habe ich keinen mehr so bewundert, das ist ein ganz außergewöhnlicher Spieler.“ Körbel ist sehr gespannt darauf, „wie sich unsere Abwehr darauf einstellt“.

Eintracht Frankfurt muss aktiv sein

Klar ist für den 64-Jährigen, dass sich die Eintracht nicht solche Fehler wie jüngst in Mönchengladbach erlauben darf. „Wenn wir Geschenke verteilen, bekommen wir Riesenprobleme. Wir müssen schlau sein und wenige Fehler machen.“

Der frühere Kapitän, Schirmherr der Schlappekicker-Aktion der Frankfurter Rundschau, traut dem Frankfurter Team einiges zu. „Wir dürfen uns nicht hinten reinstellen, sondern müssen aktiv sein. Die Bayern nehmen uns ja auch nicht in Manndeckung, sondern lassen den Gegner spielen. Das könnte ein Vorteil für uns sein.“

Zudem sei Adi Hütter bekannt dafür, „immer eine gute Idee zu haben und für eine Überraschung gut zu sein“. Die Mannschaft habe sich trotz des neuerlichen Umbruchs schon wieder gefunden und sei gefestigt. Und sie dürfe vor dem Rekordmeister keinen übergroßen Respekt haben. „Wir müssen sie bekämpfen, genau so wie wir das in der Europa League machen. Da sind wir auch auf starke Gegner wie Chelsea, Inter Mailand oder Arsenal getroffen – Bayern ist genauso, nur mit einem anderen Namen.“ Und weiter: „Wir brauchen die Überzeugung, sie schlagen zu können. Es muss ein Ansporn sein, die Besten zu besiegen – und zwar mit unseren Stärken.“ Dass das durchaus möglich sei, habe man ja im Pokalfinale 2018 bei diesem unvergessenen 3:1-Coup gesehen. „Wir brauchen aber den Glauben daran.“ Der VfL Bochum etwa habe ja unter der Woche im Pokal auch gezeigt, dass die Münchner verwundbar sind.

Charly Körbel mit Lob für Bas Dost

Körbel, eine Säule der Eintracht, hofft auch darauf, dass einige Frankfurter Spieler über sich hinauswachsen. Er denkt da an Filip Kostic oder Bas Dost. Kostic, der linke Läufer, sei „ein besonderer Spieler, ein Phänomen“, er wird es wohl mit dem deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich zu tun bekommen. Der Serbe wird aber ein paar Schippen drauflegen müssen, zuletzt in der Bundesliga in Mönchengladbach hing er etwas durch, beim 2:1-Sieg im Pokal auf St. Pauli pausierte er wegen einer Knieblessur. „Die Gegner haben sich natürlich auf ihn eingestellt, versuchen, ihn zuzudecken, manchmal mit zwei, drei Mann.“

Körbel baut zudem auf den Hünen Bas Dost, „ein abgezockter Profi“, mit seiner Wucht und Präsenz könne er den Münchner wehtun. Das habe man ja erst auf St. Pauli gesehen, als er die Eintracht mit zwei Toren fast im Alleingang ins Achtelfinale des DFB-Pokals schoss. „Er kann den Unterschied machen, der entscheidende Faktor sein, das könnte passen“, zumal die FCB-Deckung anfällig sei. „Jerome Boateng macht mir nicht den sichersten Eindruck.“

Eintracht Frankfurt: Dejan Joveljic - das Talent muss noch geschliffen werden

Und Körbel traut auch dem filigranen Daichi Kamada zu, den Durchbruch zu schaffen. „Bayern München ist da genau die richtige Plattform.“ Der Japaner, glaubt er, „wisse gar nicht, was er alles kann“. Er müsse vor des Gegners Kasten einfach „frecher“ werden, dann werde es auch mit einem eigenen Tor mal klappen. „Irgendwann platzt das Ding.“ Körbel erinnert sich da noch an das eine oder anderes Gespräch mit dem heutigen Bayern- und früheren Eintracht-Trainer Niko Kovac, der über den für 70 Millionen Euro zu Real Madrid verkauften Luka Jovic in dessen Anfangstagen sagte: „Der Junge hat Talent, der kann alles, aber er trifft nur im Training.“ Das hat sich ja dann doch noch geändert. Der Serbe hat jetzt beim 5:0 gegen CD Leganes übrigens seinen ersten Treffer für Real Madrid erzielt.

Niko Kovac darf ruhig die Champions League gewinnen

Körbel ist mit Kovac noch gut befreundet. „Er hat unglaubliche Verdienste um die Eintracht. Ich wünsche ihm nur das Beste, er kann von mir aus auch die Champions League gewinnen.“ Nur am Samstag, nein, da kennt der Charly kein Pardon. „Da bleiben die Punkte hier.“

Er verfolgt den Werdegang des Kroaten natürlich genau, und er ist einigermaßen verwundert, wie Kovac an der Säbener Straße mitgespielt wird. „Er hat den Pokal geholt und die Meisterschaft, und wird jetzt trotzdem infrage gestellt. Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Körbel gibt dem Zeitgeist und der Schnelllebigkeit die Schuld. „Das ist doch überall so. Du verlierst zweimal und wirst infrage gestellt. Schade, aber so ist das nun mal.“

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