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Eintracht-Galionsfigur Kevin Trapp vor dem Abflug?

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Von: Daniel Schmitt

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Manchester United lockt den Eintracht-Torwart Kevin Trapp, der das für „eine schöne Rückmeldung“ hält.

Frankfurt – War dieses ärgerliche 1:1 gegen den 1. FC Köln, jenes Bundesligaspiel also, in dem ihm im entscheidenden Moment kurz vor Ultimo die Sicht genommen wurde, etwa wirklich die letzte Partie von Kevin Trapp für Eintracht Frankfurt? Möglich!

Dem Torhüter liegt laut FR-Informationen bereits seit dem Wochenende eine Offerte des Premier-League-Klubs Manchester United vor. Vor allem beim seit diesem Sommer für den englischen Rekordmeister zuständigen Trainer Erik ten Hag soll der deutsche Nationaltorhüter sehr hoch im Kurs stehen, der Niederländer möchte Trapp gerne als Torhüter Nummer eins in seine Mannschaft holen.

Eintracht Frankfurt: Manchester United buhlt um Torwart Kevin Trapp

Manchester, das jüngst einen miesen Start in die Liga hinlegte, ist schon seit längerem mit den Leistungen des eigentlichen Stammkeepers David de Gea nicht mehr zufrieden, der Spanier würde nicht zu des Trainers Vorstellungen von einem modernen Torwartspiel passen, heißt es vonseiten des Klubs hinter vorgehaltener Hand. Zudem patzte de Gea zuletzt beim 0:4 gegen den FC Brentford zweimal. Auch der Gladbacher Yann Sommer galt zwischenzeitlich als Kandidat für dessen Nachfolge. Nun also möchte United aber lieber Kevin Trapp, doch möchte Kevin Trapp auch zu United? Offenbar schon, das berichtete am Montagabend jedenfalls der Kicker. Demnach wurde dem 32-Jährigen ein Vierjahresvertrag angeboten, den dieser gerne annehmen würde.

Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt
Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt wird von Manchester United umworben. © Marc Schueler / Imago Images

Der Torwart selbst, der Montagabend gemeinsam mit seinem Trainer auf einer Gala in Hamburg weilte, kommentierte: Das Angebot sei „eine schöne Rückmeldung“. Finanziell wäre ein Wechsel für den polyglotten Saarländer gewiss eine deutliche Steigerung, wenngleich Trapp auch bei der Eintracht zu den Topverdienern zählt.

Unabhängig davon ist Manchester United trotz der nun schon einige Jahre andauernden Schwächephase natürlich noch immer ein Klub von Weltformat, überall bekannt rund um den Globus. Einerseits. Andererseits treten die Engländer als letztjähriger Tabellensechster in der Europa League an, Spiele in der Champions League könnte – zumindest in dieser Saison - nur die Eintracht dem Torhüter bieten.

(Noch) kein Angebot für Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt

Der Frankfurter Trainer Oliver Glasner „geht davon aus“, dass Trapp trotz des Manchester-Interesses bei der Eintracht bleiben wird, nicht aber ohne verbal nachzuschieben, dass bis zum Transferschluss Anfang September „alles möglich“ sei. „Ich mache mir keine Sorgen, aber ich habe mir öfters schon keine Sorgen gemacht – und dann war der Spieler weg. Wie auch bei Filip Kostic“, sagte Glasner.

War das schon ein Abschiedsgruß? Kevin Trapp am Sonntag im Waldstadion.
War das schon ein Abschiedsgruß? Kevin Trapp am Sonntag im Waldstadion. © IMAGO/Thomas Frey

Den Hessen lag bis zum späten Montagabend noch kein Angebot der Engländer für den bis 2024 an den Klub gebundenen Trapp vor. Dem Vernehmen nach soll Manchester dies aber an diesem Dienstag nachholen und die Offerte dann im hohen einstelligen Millionenbereich liegen. Was automatisch zur zweiten wesentlichen Frage in dieser Causa führt: Würde die Eintracht einem derartigen, relativ geringen Angebot zustimmen? Sicher nicht.

Ob die Frankfurter sich intern aber ein Ablöselimit setzen, bei dem sie eventuell doch weich werden würden, vor allem dann, wenn Kevin Trapp auf einen Wechsel drängen sollte; oder ob der Europa-League-Sieger in den kommenden Tagen seinem Führungsspieler ein grundsätzliches Wechselverbot ausspricht und damit ein Zeichen setzt, bleiben spannende Fragen.

Bruchhagen über Trapp: „In Manchester wird mit Sicherheit mehr bezahlt als in Frankfurt“

Heribert Bruchhagen, der ehemalige Frankfurter Vorstandsvorsitzende, der ebenfalls in Hamburg weilte, hat dazu eine recht klare Meinung: Er „ahne“, so Bruchhagen, dass Trapp trotz aller Verbundenheit zur Eintracht „dem Markt folgen muss, denn in Manchester wird mit Sicherheit mehr bezahlt als in Frankfurt“. Er selbst hatte Trapp 2015 „zu Paris St. Germain transferiert. Das hat dem Jungen damals schon wehgetan, aber er musste das Angebot annehmen.“

Die Frankfurter Bosse aber wissen um die Bedeutung von Trapp für die Mannschaft. Nach dem Verkauf von Kostic zu Juventus Turin alsbald noch einen weiteren Eckpfeiler des Teams zu verlieren, der ja nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in der Kabine eine zentrale Rolle spielt, wäre sportlich ein harter Hieb. Einen adäquaten Nachfolger für den Schlussmann in der Kürze der Zeit zu finden, zudem gar nicht einfach – zumal die Eintracht dann wohl einen Teil der Trapp-Einnahmen reinvestieren müsste. Ersatzmann Diant Ramaj ist als Stammkeeper keine Option. (Daniel Schmitt)

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