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Stefan Ilsanker darf im DFB-Pokal gegen RB Leipzig nicht für Eintracht Frankfurt auflaufen.

Stefan Ilsanker

Fredi Bobic zum Fall Ilsanker: „Ein Gentleman’s Agreement“

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Eintracht-Neuzugang Stefan Ilsanker darf im DFB-Pokal nicht gegen seinen Ex-Klub Leipzig spielen. Vorstand Fredi Bobic erklärt die spezielle Konstellation und sieht das ganze pragmatisch.

Fredi Bobic hat sich aus gegebenem Anlass noch vor seinem Rückflug aus den USA gemeldet, wo der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt in Miami den Super Bowl vor Ort verfolgt hatte. Es ging um das Pokalspiel gegen RB Leipzig und darum, dass der am 31. Januar kurz vor Schließen des Transferfensters verpflichtete Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker gegen seinen vormaligen Arbeitgeber heute auf Betreiben der Leipziger pausieren muss. Bobic bestätigte auf Anfrage: „In diesem Fall war es eine spezielle Konstellation, dadurch, dass wir so zeitnah wieder gegen Leipzig spielen. Also haben wir uns auf ein Gentleman’s Agreement geeinigt.“

Eintracht Frankfurt hält sich an die Abmachung

Die Leipziger hatten sehr darauf gedrungen, und natürlich wird sich die Eintracht daran halten. Bobic: „Der abgebende Verein hat sich gedacht, er könnte ja irgendwie blöd dastehen, wenn Ilsanker gleich ein Tor macht.“ Zumal RB gerade erst in der Bundesliga 0:2 in Frankfurt verloren hat (übrigens mit Ilsanker ohne Einsatz auf der Ersatzbank).

Laut Eintracht-Trainer Adi Hütter ist das unfreiwillige Agreement „ein Kriterium gewesen, dass wir ihn jetzt schon bekommen haben.“ Mit anderen Worten: Andernfalls wäre ein Ilsanker-Wechsel erst nach Vertragsablauf im kommenden Sommer möglich gewesen. Die Eintracht sah sich aber unter mehr Zugzwang, Ilsanker sofort zu holen, als dass sich Leipzig veranlasst fühlte, den Spieler abzugeben.

Fredi Bobic: Kein Freund solcher Klauseln

Fredi Bobic ließ noch ausrichten, er selbst halte nicht so furchtbar viel von derartigen Klauseln „und habe es auch selbst nie so gemacht, dass ich einem Spieler nicht erlaubt hätte, gegen meinen Verein zu spielen“. Aber, herrje, „davon geht die Welt für uns nun auch nicht unter. Es ist ja nur für ein Spiel. Wir sehen das ganz pragmatisch“.

Der Leipziger Trainer Julian Nagelsmann wurde bei der Pressekonferenz am Montag natürlich auch nach der Personalie befragt. Er unterstrich ausdrücklich: „Mit der Klausel habe ich nichts zu tun. Ich war nicht involviert, es war nicht mein Wunsch.“ Gerne hätte er den nur selten zum Einsatz gekommenen Österreicher für den Rest der weiteren Saison im Kader dabeigehabt, aber „nach dem zwölften Gespräch habe ich entschieden, es nicht mehr weitermachen zu können. Es hat am Ende des Tages keinen Sinn mehr gemacht.“ Ilsanker habe unbedingt weggewollt.

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